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Höchstadt: Neubau statt Sanierung

Die Dienststelle des Landratsamtes benötigt mehr Platz - 19.01.2021 11:23 Uhr

Die EDV-Kabel quellen in der Höchstadter Landratsamts-Dienststelle aus den Wänden: Neubau statt Sanierung lautet nicht nur deshalb die Devise.

18.01.2021 © Foto: Architekturwerkstatt Bermüller + Niemeyer


Denn eine Sanierung wäre nach den Ausführungen der Architektin Sophie Bermüller von der Nürnberger "Architekturwerkstatt Bermüller + Niemeyer" wohl keinen Cent billiger als ein neues Gebäude an anderem Ort.

Datenleitungen als wirres Knäuel

Sophie Bermüller zeigte Fotos, die bei einer Bestandsaufnahme im Höchstadter Schloss geschossen wurden und geeignet sind, auch die härtesten Zweifler im Kreistag von der Notwendigkeit eines Neubaus zu überzeugen. Da quellen Datenleitungen als wirres Knäuel aus der Wand, mühsam gebändigt mit schlecht sitzenden Kabelschächten.

Kleinteilige Raumstruktur

Die Raumstruktur ist kleinteilig, was sich zumindest im denkmalgeschützten Teil der Büroräume – das Höchstadter Schloss aus dem 11. Jahrhundert bekam in den 1960er Jahren einen Anbauflügel – auch nicht einfach ändern lässt. Auch ein Lift zwecks Herstellung der heutzutage an sich selbstverständlichen Barrierefreiheit lässt sich nicht mit vertretbarem Aufwand installieren.

Schlechter Zustand

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Zudem ist der Zustand des Gebäudes auffallend schlecht: Die Architektin konstatierte in ihrem Bericht vor dem Kreistag in der Höchstadter Aischtalhalle unter anderem eine starke Durchfeuchtung der Sockelflächen, Schäden an den Sandsteinwänden durch Salzeinwirkung, Risse und Abplatzungen in der Fassade, was sich auch mit unsachgemäßer Sanierung erklären lässt. "Der Sandstein verträgt sich nicht mit dem aufgetragenen Putz", so Sophie Bermüller, die eine plausible Rechnung aufmachte:

10 Millionen Euro Kosten

Eine Sanierung des Schlosses kommt auf etwas über 10 Millionen Euro, ein Neubau ist kaum teurer und ermöglicht es, Raum für jene Mitarbeiter des Landratsamtes zu schaffen, die bei einer Sanierung in einem dann auf jeden Fall zu bauenden Erweiterungsbau hätten unterkommen müssen.

Chance auf nachhaltigen Bau

Ein Neubau eröffnet die Möglichkeit, ökologisch nachhaltig in Holz oder Lehm zu bauen und nicht nur in der Coronakrise wichtige Ausstattungsdetails wie eine funktionierende Lüftung zu integrieren. Hinsichtlich des Grundstücks ist Höchstadts Bürgermeister Brehm gesprächsbereit. Und die Räte stimmten geschlossen für den Neubau.

 

hvd

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