Dienstag, 19.01.2021

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Hohe Impfbereitschaft an den Kliniken in Erlangen und ERH

Teilweise gibt es im Kampf gegen das Corona-Virus sogar Wartelisten - 12.01.2021 06:00 Uhr

Eine Schachtel Impfstoff von Biontech, die Ende vergangener Woche ans Anlieferungszentrum in Erlangen geliefert wurde.

11.01.2021 © News5


Kurz vor Weihnachten hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit Blick auf Berichte der Ständigen Impfkommission eine zu geringe Bereitschaft des Gesundheitspersonals in Deutschland, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, kritisiert. In Erlangen und Umgebung zeichnet sich aber bereits jetzt ein anderes Bild ab: In der vergangenen Woche waren in den Unikliniken Erlangen bereits 678 Mitarbeiter der Priorisierungsgruppe 1 (höchste Priorität) geimpft.

"Aufgrund der großen Nachfrage haben wir unsere Impfkapazität in der laufenden Woche auf 1000 Mitarbeiter pro Woche ausgedehnt. Mittlerweile mussten wir auch eine Warteliste einrichten. Wir gehen aktuell von einer Impfbereitschaft bei den rund 8500 Mitarbeitern des Uni-Klinikums Erlangen von über 70 Prozent aus", berichtet Johannes Eissing, Pressesprecher des Uni-Klinikums und ergänzt: "Zu dieser Einschätzung kommen wir aufgrund des sehr positiven Starts in die Impfung. Wir hatten von Beginn an viel mehr Nachfragen als Termine." Die Mitarbeiter werden in einem eigens eingerichteten Mitarbeiterimpfzentrum unter Leitung des Betriebsärztlichen Dienstes geimpft.

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Kleiner Pieks und strenge Ordnung: So verlief der Impfstart in der Uni-Klinik Erlangen

Der Impfstart gegen das Coronavirus ist erfolgt. Am Sonntag wurden in der Erlanger Universitätsklinik zehn MitarbeiterInnen einer Corona-Intensivstation gegen das Virus geimpft. Bereits in den nächsten Tagen werden weitere Dosen des Impfstoffes erwartet und verabreicht. Die Geimpften sprechen von einem kleinen Pieks, ähnlich wie bei einer Grippe-Impfung.


Die Auswahl der konkreten Mitarbeiterbereiche erfolgte aufgrund der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums. Fragen zur Impfung wurden im Vorfeld in persönlichen Arztgesprächen geklärt. Seit Weihnachten können sich alle Mitarbeiter auch über alle Fragen zur Impfung im Mitarbeiterintranet austauschen und sich dort umfassend über alle Aspekte der Impfung und des Impfstoffes informieren. "Es gibt dort extra einen Bereich, in dem alle noch offenen individuellen Fragen fachlich kompetent beantwortet werden", erklärt Pressesprecher Eissing und ergänzt: "Alle Mitarbeiter haben die Impfung bislang gut vertragen, mal abgesehen von den üblichen kleinen Impfreaktionen, wie ein Schmerz an der Einstichstelle."

"Das ist eine gute Quote"

Im Erlanger Malteser Waldkrankenhaus St. Marien wollen sich laut Geschäftsführer Dr. Carsten Haeckel ebenfalls etwa 70 Prozent des Personals impfen lassen. "Das ist eine gute Quote", findet Haeckel. Rund 250 Beschäftigte in der Notaufnahme, auf der Covid-19-Station und auf der Intensivstation haben die erste von zwei Impfungen bereits erhalten – also alle, die laut Bundesgesundheitsministerium zur Gruppe mit der höchsten Impfpriorität zählen, nämlich Beschäftigte im Gesundheitswesen, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Zu dieser Gruppe gehören auch Pflegekräfte in Seniorenheimen.

Diese Festlegung deckt sich nicht mit dem Empfinden von Haeckel. Er weist darauf hin, dass beispielsweise Personal auf der geriatrischen Station und in der Kardiologie ebenfalls vor allem Senioren zu ihren Patienten zählen. Folglich sollte nach Ansicht des Geschäftsführers die gesamte Belegschaft seines Krankenhauses zur Gruppe mit der höchsten Impfpriorität zählen. Rhetorisch stellt Haeckel die Frage: "Ist ein über 80-jähriger Bewohner eines Seniorenheims mehr wert als ein über 80-jähriger Patient in einer Klinik?"

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Das Corona-Impfzentrum für die Stadt Erlangen und für den Landkreis Erlangen-Höchstadt ist startklar. Es befinden sich in der Sedanstraße in der Erlanger Innenstadt. Wenn der Impfstoff zugelassen wird, kann es hier losgehen.


Momentan zählt das Waldkrankenhaus etwa 50 Covid-19-Patienten. Die Kapazitätsgrenze sei "mehr als erreicht", so Haeckel. Hinzu kommen "aufflackernde Infektionen" auf anderen Stationen und im Personal. Diese Infektionen könne man unterbinden – wenn denn die gesamte Belegschaft geimpft wird. "Ich gehe davon aus, dass die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, noch steigen wird", sagt Haeckel, "es fehlt uns nicht an Bereitschaft, sondern an Impfstoff."

Noch Geduld gefragt

Die Warteliste ist lang im Kreiskrankenhaus St. Anna Höchstadt. "Wir haben eine extrem hohe Impf-Bereitschaft", freut sich der kaufmännische Leiter Thomas Menter. Er meint: "Geschätzte 75 bis 80 Prozent der Belegschaft möchten sich impfen lassen." 67 von 150 Mitarbeitern haben den Piecks bereits bekommen. Wenn ihre zweite Impfung vollzogen ist, sind die ersten aller Voraussicht nach ab 23. Januar geschützt.

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Der Mundschutz als Schmuck

Ab Montag ist er Pflicht beim Einkaufen und Busfahren: Der Mundschutz zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus. Dass das Stück Stoff mit den Gummizügen um die Ohren auch modisch chic oder witzig sein kann, zeigen unsere Beispiele: Viele Leserinnen und Leser entdecken in der Quarantäne offenbar ihr handwerkliches Geschick an der Nähmaschine und leben ihre eindrucksvolle Kreativität aus. Da ist was für den Fußballfan dabei, für die Hundefreundin und sogar für den Mallorca-Partyurlauber. Haben Sie auch einen lustigen, ausgefallenen Mundschutz? Dann senden Sie uns doch ein Bild an en-redaktion@pressenetz.de


"Natürlich sind das die Mitarbeiter, die am meisten mit Covid-19-Patienten arbeiten, egal ob Mediziner oder Pflegepersonal." Bei anderen ist noch Geduld gefragt, denn momentan sind alle Dosen des Produkts von Biontech/Pfizer verimpft, die zur Verfügung standen. Wann Nachschub kommt? Darüber liegen Thomas Menter momentan keine Informationen vor. Der Chefarzt rechnet damit, dass Anfang März die Mehrheit der Mitarbeiter einen Impfschutz aufweisen. Es kann sich also noch etwas hinziehen. Die Mitarbeiter im Kreiskrankenhaus können aber jede Form von Entlastung gut gebrauchen. Alle Intensivbetten für Covid-19-Patienten sind belegt – sobald ein Platz frei wird, kommen neue Kranke nach. "Wir erleben es live, dass die Kliniken maximal belastet sind", sagt Menter. Da schmerzt natürlich jeder Mitarbeiter, der krank zu Hause bleiben muss. "Momentan haben wir Glück und nur zwei positive Fälle in der Belegschaft – aber alle sind extrem belastet."

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Er appelliert an die Bürger, sich an die Pandemie-Auflagen zu halten. Und er betont: Im Kreiskrankenhaus können sich Patienten nicht impfen lassen, dafür gibt es das Zentrum in Erlangen.

mast/cf/smö

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