Montag, 06.04.2020

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Hubert Selzle: Bürgermeisterkandidat für Heroldsberg

Hubert Selzle © Privat


Name:

Hubert Selzle


Alter:

58


Beruf:

Teamleiter


Wohnort:

Heroldsberg


Partei:

SPD


Liste:

SPD


E-Mail:

hubert.selzle@menschwaehlen.de

Website

https://menschwaehlen.de



Mit mir an der Spitze werden sich in den nächsten sechs Jahren diese drei Dinge als erstes ändern:

In den letzten Jahren hat sich die Kommunikation zwischen der Gemeindeführung und den Bürgern spürbar verschlechtert. Dies werde ich ändern. Ich werde die Wünsche und Anregungen der Menschen ernst nehmen und den Dialog mit den Bürgern sorgfältig pflegen. Das Erreichen der Klimaziele liegt mir am Herzen – auch und vor allem in unserer Gemeinde. Wir etablieren einen Energieberater, der die Menschen bei der Umsetzung ihrer individuellen Maßnahmen zur Energieeinsparung unterstützt. Es ist mir wichtig, dass die Bürger über alle Möglichkeiten gut informiert sind. Die vielfältigen Angebote erstrecken sich von der kleinen Photovoltaik-Anlage bis hin zur Verkehrs-Infrastruktur mit einem sicheren Fuß- und Radwegenetz. Dazu gehört auch der Kampf um günstigere Fahrpreise für alle. Dies würde die Akzeptanz des ÖPNV in Heroldsberg enorm erhöhen. Darüber hinaus setze ich mich sehr für die Verbesserung der Infrastruktur ein. Das bedeutet unter anderem, dass ich Bebauungspläne schneller umsetzen werde. Es darf nicht sein, dass junge Familien bei uns keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Gleichzeitig liegen viele bebaubare Grundstücke innerorts brach. Hier denke ich über ein Bebauungsgebot nach. Ein weiteres Problem in Heroldsberg ist, dass sozialer Wohnungsbau nicht und Mietwohnungsbau nur bruchstückhaft stattfindet. Durch die Ausweisung von mehr Mietwohnungsbauflächen und der Schaffung eines „Einheimischenmodells“ werde ich Bewegung in die Entwicklung bringen. Schließlich werde ich durch die Organisation von Märkten und Messen für Einzelhandel, Handwerk und Kunst das Interesse der Bürger für regionale Angebote wecken. Dies hilft nicht nur der Wirtschaft, sondern lässt die Menschen unsere Gemeinde intensiver erleben. Zum einen die Schönheit unseres Ortes aber auch die vielfältigen Möglichkeiten, welche sich bei uns bieten. Einheimische Produkte, kulturelle Veranstaltungen, Angebote im ehrenamtlichen und sozialen Bereich bedürfen einer besseren „Vermarktung“.

Das größte Ärgernis in meiner Gemeinde ist…

Das größte Ärgernis für mich ist, dass so vieles im Argen liegt bzw. nicht wirklich in Angriff genommen wurde. So sind unsere Straßen in einem teilweise miserablen baulichen Zustand. Das Kanalnetz befindet sich in einer erbärmlichen Verfassung. Die Bahnunterführung Schützenstraße hat sich zum Millionengrab entwickelt. Die Auslagerung Bauhof und die Sanierung der Feuerwehrgebäude – alles schleppt sich dahin. Eine neue 2-fach-Halle ist zwar Konsens im Marktgemeinderat – gebaut ist sie deshalb aber noch lange nicht. Das Rettungszentrum für BRK und die beiden Feuerwehren Groß- und Kleingeschaidt am Geschaidter Berg droht an mangelndem Verhandlungsgeschick der Gemeindeführung zu scheitern. Hinzu kommt, dass Heroldsberg keine Flächen für kleineres zukunftsfähiges Gewerbe hat. Für größere Gewerbeansiedlungen schon gar nicht. Das sind jetzt nur die wichtigsten Projekte, die anstehen. Für viele weitere kleine und große Projekte fehlt allein schon die Planungskapazität. Hinsichtlich der Finanzierbarkeit wird es der künftige Bürgermeister sehr schwer haben, diese Investitionen alle zu stemmen. Hinzu kommt, dass diese (Pflicht-)Aufgaben Vorrang haben die dringend notwendigen Investitionen im Bereich Klima und Verkehr einschränken. Notwendig wäre hier ein tragfähiges, nachhaltiges und visionäres Konzept für die Zukunft Heroldsbergs, Groß- und Kleingeschaidts. Dass es das noch nicht gibt, ist auch eines der großen Versäumnisse, ein richtig großes Ärgernis. Ganz schlimm finde ich auch die verkorkste Baulandpolitik in unserem Ort. Leidtragende sind alle. Die Jungen, die Alten und vor allem die Familien. Aber ich sehe natürlich auch Lösungsmöglichkeiten. Durch eine bessere Kommunikation, durch Verhandlungsgeschick aber auch mit Hartnäckigkeit und neuen Ideen werden wir die anstehenden Herausforderungen meistern.

Dafür würde ich auf der Straße demonstrieren:

Die Freiheit zu demonstrieren ist ja bei uns ein Grundrecht. Grundrechte sollte man wahrnehmen. Leider hat das Engagement, welches ich noch in meiner Jugend erleben durfte, stark nachgelassen. Was mich deshalb positiv gestimmt hat in den letzten zwei Jahren: die Jugend steht wieder auf und geht für die Erreichung der Klimaziele auf die Straße. Auch ich würde dafür auf die Straße gehen. Schließlich hat vor allem meine Generation Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Dafür lohnt es sich zu demonstrieren und sich politisch einzusetzen für die Erreichung der Klimaziele. Da sehe ich mich auch als Bürgermeister in einer besonderen Verantwortung. Wir haben deshalb einen großen Teil unseres Programms der CO 2-Neutralität gewidmet und wollen mit vielen kleinen Aktionen diesem Ziel näherkommen. Wofür ich ebenfalls demonstrieren würde, wäre für den Frieden. Gegen Krieg zu demonstrieren ist für mich, würde die Situation es erfordern, selbstverständlich. Ich freue mich, dass es noch immer die Ostermärsche gibt, zwar weniger spektakulär aber sie finden regelmäßig statt. Ein Zeichen dafür, dass wir noch nicht ganz abgestumpft sind und uns die vielen Kriege in der Welt nicht kalt lassen. Ein wichtiges Thema, was uns alle früher oder später (be-)trifft, ist die Situation der Pflege und der Armut im Alter bei uns. Dafür würde ich genauso, wie bei allen anderen vorher genannten Gründen, demonstrieren. Ein reiches Land wie unseres darf weder Armut im Alter noch Pflegenotstand einfach so hinnehmen.

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