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"Hupfla" Erlangen: Mehr Platz für geplanten Gedenkort

Ein größerer Teil des Orts von NS-Medizinverbrechen soll erhalten bleiben - 22.05.2020 17:43 Uhr

Blick auf den Kopfbau der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Erlangen. © Harald Sippel


Konkret sollen der repräsentative Mittelteil (Mittelrisalit) sowie Teile des Ost- und Westflügels vor dem Abriss bewahrt werden. Darauf haben sich Universitätsklinikum, Stadt Erlangen, die Medizinische Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sowie der mit der Konzeption einer Gedenkstätte zu den Nazi-Verbrechen in der ehemaligen HuPflA beauftragte Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Jörg Skriebeleit, verständigt. Ein entsprechendes Papier des bayerischen Wissenschaftsministeriums liegt der Redaktion vor.

Hier gibt´s alles zum Thema "Hupfla"

Darin heißt es, in dem erhaltenen Gebäudekomplex könne neben einem angemessenen Gedenkort zusätzlich eine neue Professur für Zeitgeschichte der Medizin untergebracht werden. Der jetzt gefundene Kompromiss ermögliche nun einen authentischen Ort für das Erinnern.

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Die bewegte Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität

Über 300 Jahre ist das Markgräfliche Schloss in Erlangen alt. Bereits 1743 verkehrten rund um die Stadtresidenz die ersten Studenten. Seither hat die FAU einen Brand, zwei Weltkriege und mehrere bauliche wie politische Umwälzungen erlebt. Von NS-Propaganda bis Studentenbewegung: Wir haben die Geschichte der Erlanger Uni zusammengefasst.


„Aus dem Spannungsverhältnis der erhaltenen historischen Bauten mit den gegenwärtigen und entstehenden Forschungseinrichtungen ergibt sich für den geplanten Gedenk- und Zukunftsort ein bedeutendes, überregionales Potenzial, das vielfältig konzeptionell ausgestattet werden kann“, heißt es im Wissenschaftsministerium.

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Die Studentenbewegung in Erlangen

Die Proteste der Studierenden Ende der 1960er Jahre, welche die gesamte deutsche Hochschullandschaft erfassten, wandten sich in Erlangen zunächst gegen rein universitäre Probleme wie etwa schlechte Studienbedingungen. Ab 1969 radikalisierten sie sich in Richtung einer allgemeinen politischen Systemopposition.


Auf Anfrage unserer Zeitung wollten sowohl Universitätsklinikum als auch Stadt Erlangen keine konkreten Angaben zu Umplanungen machen. Bestätigt wurde lediglich, dass ein „veränderter“ Bauantrag der Max-Planck-Gesellschaft der Stadt zur Prüfung vorliegt.

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Dozenten, Studiengänge und Kurioses: Die FAU in Zahlen

Mit knapp 40.000 Studierenden ist die Friedrich-Alexander-Universität eine der größten Universitäten Deutschlands. Innerhalb von nur zehn Jahren ist die Uni um über 50 Prozent gewachsen und bietet heute über 260 Studiengänge an. Doch wann wurde die FAU eigentlich gegründet, wie viele Essen gehen täglich über die Mensatische und wann studierte die erste Frau? Hier kommen alle Antworten.


Details werden am Montag bekanntgegeben. Mit dem umfassenderen Abriss sollte Platz für ein Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin (MPZ) so wie weitere Forschungsgebäude geschaffen werden.

 

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