Illegaler Tiertransport auf A3: Welpen suchen ein Zuhause

9.3.2018, 08:01 Uhr
Vier von zehn Hundewelpen, die das Tierheim Erlangen seit Dezember versorgt. Jetzt braucht es Unterstützung.

Vier von zehn Hundewelpen, die das Tierheim Erlangen seit Dezember versorgt. Jetzt braucht es Unterstützung. © Tierheim Erlangen

"Als die Tierheim-Mitarbeiter ankamen, guckten sie in insgesamt 20 traurige Äuglein", so schildert Karola Eckert vom Tierheim in Erlangen die Geschehnisse in den frühen Morgenstunden des 9. Dezember 2017 auf der A 3.

Die Polizei hatte bei Aurach-Nord ein Auto kontrolliert und war im Kofferraum des Fahrzeugs auf vier Transportboxen aufmerksam geworden. Zehn kleine Hunde wurden damit transportiert. Ein Jungdackel, ein Boxerwelpe und acht Dackelwelpen waren in den Boxen eingepfercht. Polizei und Veterinäramt alarmierten das Tierheim in Erlangen, wo die zehn Tiere unterkamen.

Neun Hundewelpen und ein Rüde waren in vier kleine Kisten gepfercht worden.

Neun Hundewelpen und ein Rüde waren in vier kleine Kisten gepfercht worden. © Polizei

"Ausgangsland des Transports war wohl Serbien. Wie lange die armen Tiere derart transportiert wurden, weiß niemand", sagt Karola Eckert. "Die gefälschten Impfpässe der Hunde wurden in Ungarn ausgestellt. Um die angebliche Tollwutimpfung zu rechtfertigen, wurde das Geburtsdatum der Tiere entsprechend vordatiert. Bei der später erfolgten genaueren Untersuchung der Tiere durch den Tierarzt wurde festgestellt, dass die Hunde deutlich jünger waren, als in den Impfpässen angegeben."

Kontakt beschränkt

Um ganz sicher zu gehen und um die deutschen Impfschutzrichtlinien einzuhalten, müssen die Welpen fünf Monate in Quarantäne verbringen. Karola Eckert: "Für die Welpen und den Junghund bedeutet dies fünf Monate abgeschottet von der Außenwelt und von anderen Artgenossen aufzuwachsen. Außerdem ist der Kontakt zu den Pflegern beschränkt."

Das Tierheim rechnet mit rund 3000 Euro Kosten pro Welpe bis zum Ablauf der Quarantäne Ende April. "Für das Erlanger Tierheim bedeutet dies einen enormen Pflege- und Kostenaufwand", sagt Karola Eckert. Eine sogenannte Hausquarantäne könnte ein Ausweg sein.

Wer ernsthaftes Interesse an einem der Hunde habe und bereit sei, für dieses Tier die Hausquarantäne auf sich zu nehmen, kann sich im Tierheim Erlangen melden: Telefon (0 91 31) 20 77 88, E-Mail info@tierheim-erlangen.de.

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