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In ERH haben die Biergärten wieder offen

Angesichts gesunkener Inzidenzwerte haben Gastronomen die Saison gestartet - 15.05.2021 05:54 Uhr

Im Greuther Keller in Vestenbergsgreuth tummeln sich seit dem Himmelfahrtstag wieder die Gäste – ein Stück Normalität nach einem halben Jahr Lockdown.

14.05.2021 © Hans von Draminski


"Wir haben gepokert und uns, weil die Werte stabil ausgesehen haben, auf eine Öffnung am Feiertag vorbereitet", sagt Thorsten Schwinn, der gemeinsam mit seiner Freundin Michaela Wagner den Greuther Keller in Vestenbergsgreuth betreibt. "Und es war gigantisch." Thorsten Schwinn ist die Freude deutlich anzumerken. "Endlich wieder Leute sehen, endlich wieder Geld verdienen – wir hatten Gänsehaut und Tränen in den Augen", berichtet er vom ersten Öffnungstag. Denn auch die Resonanz der Besucher sei gigantisch gewesen.

Weniger Tische aufgestellt

Michaela Wagner und Thorsten Schwinn freuen sich in ihrem Gartenlokal auf viele Gäste. Die Cocktail-Bar im Hawaii-Stil ist auch schon fertig.

14.05.2021 © Hans von Draminski


Freilich halten sich Schwinn und Wagner an die geltenden Auflagen und Hygienevorschriften, haben weniger Tische aufgestellt, und diese zudem versetzt mit Abständen von zwei Metern. In einem extra Raum bieten sie sogar an, dass die Besucher unter Aufsicht einen Selbst-Schnelltest durchführen können – so sie denn mit einem anderen Hausstand am Tisch sitzen möchten. Wer aus einem gemeinsamen Hausstand kommt, braucht keinen Test.

"Ein bisschen wie Urlaub"

"Wir sind begeistert und freuen uns so sehr", betont Schwinn nochmals. Die Leute hielten sich auch allesamt an die Regeln, und die neue Cocktailbar sei super angenommen worden. "Das ist ein bisschen wie Urlaub", verspricht Schwinn gut gelaunt. Er will jetzt nach vorne schauen. "Wir wollen nicht jammern, sondern freuen uns auf unsere Gäste." Denen wollen Schwinn und Wagner vor allem eine schöne Zeit bereiten. "Genießen ist bei uns Pflicht." Und auch auf schlechtes Wetter sei man mit zehn riesigen Schirmen vorbereitet. "Wir sind auf jeden Fall da", verspricht Schwinn; außerhalb der Ferien Dienstag bis Freitag je nach Wetterlage ab etwa 14 oder 15 Uhr, in den Ferien täglich ab 12 Uhr. Minigolf und Sommerrodelbahn sollen ab 21. Mai ebenfalls geöffnet werden. Aktuelle Informationen finden sich auf der Homepage unter www.greuther-keller.de

"Vorlauf gebraucht"

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Der Bierkeller "Zum Löwenbräu" in Neuhaus ist am Freitag an den Start gegangen. "Wir haben ein bisschen Vorlauf gebraucht", sagt Juniorchef Hans-Günter Wirth. Jetzt am Wochenende allerdings ist der Löwenbräu-Keller schon wieder dicht. "Bei schlechtem Wetter macht das keinen Sinn", so Wirth. Er verspricht jedoch: "Wenn es schön ist, haben wir dann jeden Tag geöffnet." Und das Montag bis Freitag von 17 bis 21.30 Uhr, Samstag bereits ab 16 Uhr sowie Sonn- und Feiertag von 11 bis 21 Uhr. Bei zweifelhaftem Wetter kann man nachfragen unter Telefon (0 91 95) 92 33 10. Natürlich werden auch bei Wirths alle Vorgaben eingehalten. "Wir tun unser Bestes. Denn natürlich sind wir froh, dass wir endlich wieder aufmachen und arbeiten dürfen."

"Sichere Schiene" im Hopfenhaus

In Röttenbach fährt man "die sichere Schiene", wie Sebastian Daniel sagt. Er möchte den Biergarten am Hopfenhaus in Röttenbach erst am 2. Juni öffnen. "Momentan sind die Inzidenzwerte noch zu schwankend", findet er. "Wir wünschen uns erst ein bisschen mehr Stabilität." Er möchte für sich und seine Mitarbeiter, die alle noch nicht geimpft sind, kein Risiko eingehen. Zudem möchte er seinen Mitarbeitern eine gewisse Verlässlichkeit bieten können. "Nicht, dass ich sie zum Arbeiten einbestelle und dann kurzfristig wieder absagen muss." Auch wünscht er sich, dass die Gäste ein Biergarten-Erlebnis "wie gewohnt" genießen können, also ohne zahlreiche Auflagen. Sebastian Daniel betont aber: "Natürlich wollen wir sobald wie möglich aufmachen, und wir freuen uns auch darauf. Aber momentan lockt das Wetter ja ohnhin noch nicht in den Biergarten."

Wetter als Problem

Das Wetter, es ist auch für Alex Vladuleacu ein Problem, der das Gasthaus Gumbrecht in Obermembach, das rundum bekannte "Waldkrankenhaus" betreibt. "Momentan bieten wir weiterhin nur Küche to go an", erklärt der aus Rumänien stammende Gastronom. Es lohne sich einfach nicht, angesichts "nasser" Wetterprognosen die Außengastronomie "hochzufahren". "Da warten wir lieber noch eine Woche ab", meint Vladuleacu und kündigt als Öffnungstermin den kommenden Pfingstsamstag, 22. Mai, an. Flexibel macht ihn, dass er sich beim Gastronomiebetrieb auf seine Familie verlassen kann.

Im Lockdown renoviert

Auch der Brauereigasthof Geyer in Oberreichenbach vertröstet die potenziellen Biergartenbesucher auf seiner Homepage auf Freitag, 21. Mai. Gastronomin Christa Geyer erklärt, warum: "Wir haben den Lockdown zur Renovierung genutzt und müssen noch die Toilettenanlage fertigstellen", sagt Geyer. Die kommende Woche werde auch der Biergarten "schön hergerichtet" – und dann hofft das Geyer-Team wie alle Gastronomen, dass sich der Regen über der Region zu Pfingsten endlich verzieht.

Praktisch normale Öffnungszeiten

Im Hotel-Gasthof "Alter Brunnen" in Marloffstein hat die Familie Striegel die Terrasse geöffnet. Der Andrang ist nach einem halben Jahr Corona-Lockdown groß

14.05.2021 © Harald Hofmann


Beim Hotel und Gasthof "Alter Brunnen" in Marloffstein ist Eva Striegel guter Dinge. Schon am "Vatertag" habe man die Außengastronomie trotz Regens geöffnet – und ein paar Unverdrossene seien auch gekommen. Angesichts der niedrigen Inzidenzwerte sind auch die Öffnungszeiten im "Brunnen" praktisch wieder normal; der Biergarten ist von 11.30 bis 14 Uhr und von 17 Uhr bis in die Abendstunden hinein geöffnet. "Die Küche arbeitet bis 21 Uhr", kündigt Eva Striegel an. Man halte sich an die Vorschriften, setze die Gäste auf Abstand und lasse sich negative Corona-Schnelltests zeigen. "Wer keinen dabei hat, kann sich, das Einverständnis vorausgesetzt, auch von Angesicht zu Angesicht bei uns testen", so Striegel.

Regeln müssen feinjustiert werden

Mittelfristig müssten die Regeln sowieso feinjustiert werden, wenn in absehbarer Zeit wenigstens Hotelgäste wieder drinnen sitzen dürfen. Nachdem im "Brunnen" eine Menge älterer Menschen zum Kundenstamm zählt, verfügen viele jetzt bereits über Erst- und Zweitimpfung. Auf die Restaurant-Terrasse passen derzeit ungefähr 50 Menschen; notfalls könne man auch rund um den Brunnen noch Garnituren platzieren.

Test und Reservierung

Das Gasthaus zum Roten Ochsen in Kalchreuth hatte an Christi Himmelfahrt, dem anhaltenden Regenwetter geschuldet, den Biergarten noch nicht geöffnet. "Von der Logistik her ist es Unsinn, bei solchem Wetter aufzumachen", meint Seniorchefin Helga Meisel. Zudem sei der Biergarten des "Ochsen" erfahrungsgemäß "total schattig". Auch Helga Meisel rechnet damit, zu Pfingsten wieder aufmachen zu können. Zum obligatorischen Test kommt die Reservierung.

Auch Parkplatz mit Garnituren

Um die Abstände einhalten zu können, wurden auch Teile des Parkplatzes mit Garnituren ausgestattet. Helga Meisel warnt davor, Biergärten in den Städten mit jenen im ländlichen Raum zu vergleichen: "Mit dem Rausstellen von ein paar Stühlen und Tischen ist es bei uns nicht getan", betont sie und fügt hinzu: "Bei uns muss sich was drehen, damit sich die Öffnung rentiert."

Deshalb macht sie auch erst auf, wenn sie ihr 15-köpfiges Team "ohne eingezogenes Genick" komplett aus der Kurzarbeit zurück in den Betrieb rufen kann.

JEANETTE SEITZUND HANS VON DRAMINSKI

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