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Sonntag, 23.02.2020

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Insolvenz: ASB muss sich personell verschlanken

Angehörigenberatung und Asylsozialberatung sollen wohl an andere Träger gehen - 03.12.2019 15:32 Uhr

Das ins Schlingern geratene Schiff „ASB“ solll so schnell wie möglich wieder in ruhiges Fahrwasser kommen, wenn es nach Regionalverbandschef Dirk Goldenstein geht.


Natürlich sei es eine der Aufgaben des Insolvenzverwalters, Rechtsanwalt Volker Böhm, sich jeden Geschäftsbereich des ASB anzuschauen und zu fragen, ob er kostendeckend betrieben werden könne. Einige dieser Bereiche sind für Goldenstein indes schon klar: Definitiv wird der ASB die Beratungsstelle für pflegende Angehörige abgeben. "Da sind wir traurig, auch weil Rosi Schmitt eine hervorragende Arbeit leistet", gesteht der ASB-Regionalverbandschef. Doch habe das jährliche Defizit der Beratungsstelle im vierstelligen Bereich gelegen. Das könne der ASB momentan nicht finanzieren.


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Für die Betroffenen wird das keine Folgen haben. Denn die Arbeiterwohlfahrt (Awo), die die Angehörigenberatung im Osten des Landkreises ERH betreibt, hat dem Landkreis Erlangen-Höchstadt bereits angeboten, die Beratungsstelle im Westen zu den gleichen Bedingungen zu übernehmen. Landkreis und Freistaat bezuschussen die Beratungsstellen.

Auch die Asylsozialberatung wird wohl in andere Hände übergehen, gehört laut Goldenstein zu den Dingen, "die schön für uns sind, die aber auch andere leisten können".

Schließlich müsse die innere Verwaltung gestrafft werden, betont der ASB-Chef. Im Zuge des großen Zustroms an Flüchtlingen 2015 habe der ASB an Personal zugelegt, und danach nicht schnell genug wieder abgebaut. Das sei mit einer der Gründe, warum der Regionalverband ins Trudeln geraten sei. "Wir müssen mit weniger Verwaltungspersonal auskommen", unterstreicht Goldenstein.

Einige Mitarbeiter sind schon gegangen

Insofern kommt es der Lage des Verbands nicht ungelegen, dass einige Mitarbeiter — wohl auf Grund des schwankenden Schiffs ASB — von Bord gegangen sind. Unsicher sei überdies, ob sich der ASB künftig vor Ort noch einen eigenen Geschäftsführer leisten soll. Denn als Geschäftsfelder, die mit Hauptamtlichen besetzt sind, bleiben dem ASB nur noch die Ausbildung sowie die Alltagsretter. Alle anderen Bereiche werden von Ehrenamtlichen abgedeckt.

Inzwischen ist Goldenstein optimistisch, dass der ASB auf neuer Basis weiter als Dienstleister in Stadt und Landkreis bestehen kann. Er hofft auf eine Einigung mit den Gläubigern schon Anfang 2020. Freilich dauert laut Ingo Schorlemmer ein Insolvenzverfahren durchschnittlich drei bis fünf Jahre, geht also nicht so flott vonstatten.

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