Ist Erlangen für OB Balleis nur zweite Wahl?

4.2.2013, 10:19 Uhr
Florian Janiks (kl. Bild) frühe Nominierung hat Amtsinhaber Siegfried Balleis zum  Auftauchen veranlasst.

© Böhner Florian Janiks (kl. Bild) frühe Nominierung hat Amtsinhaber Siegfried Balleis zum Auftauchen veranlasst.

„Herr Balleis hat sich entschieden, noch einmal anzutreten, weil sich das, was er eigentlich machen wollte, zerschlagen hat“, sagt Florian Janik im Gespräch mit den EN. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat ist seit kurzem offiziell gekürter Kandidat der Sozialdemokraten für das Amt des Oberbürgermeisters. Bei ihm, so Janik, sei der Eindruck entstanden, dass Erlangen für Balleis nur zweite Wahl sei. Dabei müsse gelten: „Erlangen darf nicht zweite Wahl sein.“ Ohnehin sei es für ihn und seine Partei „schlicht nicht entscheidend“, wen die CSU aufstelle. „Ich nehme das einfach nur zur Kenntnis.“

Ende vergangener Woche kündigte Siegfried Balleis (CSU) an, im Rennen um den OB-Sessel erneut antreten zu wollen (die EN berichteten). Der Amtsinhaber, der im August 60 Jahre alt wird, ist seit dem Jahr 1996 Stadtoberhaupt von Bayerns kleinster Großstadt; seitdem wurde er zwei Mal mit deutlicher Mehrheit im Amt bestätigt. Schon vor einem halben Jahr hatten Bürgermeisterin Elisabeth Preuß (FDP), Grüne-Liste-Fraktionsvorsitzende Susanne Lender-Cassens und GL-Stadtrat Helmut Wening Interesse an dem Spitzenamt bekundet.

Am Freitagabend bestätigte Balleis zudem, dass er bei der Wahl zum Präsidenten des Sparkassenverbandes Bayern mit einem aussichtsreichen Gegenkandidaten hätte rechnen müssen (die EN berichteten). Bereits Anfang 2010 hatte Erlangens Stadtoberhaupt den Posten des Sparkassen-Chefs angestrebt, aber aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten seine Bewerbung kurzerhand zurückgezogen. Mit Balleis’ Ankündigung, ein weiteres Mal für das Amt des OB antreten zu wollen, scheint eine neuerliche Bewerbung für das Sparkassen-Spitzenamt vom Tisch.

Bei der CSU ist man „froh“ darüber, dass sich „Siggi Balleis noch einmal für die Erlanger Aufgabe entschieden hat“, wie CSU-Fraktionschef Peter Ruthe sagt. Damit sei „jetzt für alle in Fraktion und Partei klar, wie es weitergeht“. Monatelang hingen die Christsozialen in der Luft, weil sie nicht wussten, ob Balleis erneut antreten würde. Die Zeit, mögliche Nachfolger aufbauen zu können, wurde immer knapper. Auch wenn Aßmus jetzt betont, „man habe mehrere Namen“ in der Hinterhand gehabt, darunter auch den „jungen aufstrebenden Kurt Höller“, geriet die CSU aufgrund der Personalie zusehends unter Druck — und mit ihr Balleis selbst.

Die Nominierung Balleis’ — das lassen Ruthe und CSU-Kreischefin Birgitt Aßmus durchblicken — scheint nur noch Formsache. „Wenn man so einen erfolgreichen OB hat, der noch einmal antreten will, ist doch eigentlich alles klar“, meint Aßmus. Sie habe sich über Balleis’ Entscheidung „riesig gefreut“. Auch in ihrem (Partei-)Umfeld sei die Nachricht „wirklich durchwegs positiv“ aufgenommen worden. „Dass er antritt und hoffentlich gewinnt, ist sehr, sehr gut für Erlangen.“

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