Pächter müssen Anwesen räumen

Jähes Ende für beliebte Gastwirtschaft in Jahnhalle in Baiersdorf

6.12.2021, 15:10 Uhr
Alles wird verkauft: Die Pächter der Gastwirtschaft in der Jahnhalle in Baiersdorf müssen zum Jahresende schließen.

© Torsten Hanspach, NN Alles wird verkauft: Die Pächter der Gastwirtschaft in der Jahnhalle in Baiersdorf müssen zum Jahresende schließen.

Dass der Pachtvertrag zum Jahresende ausläuft, habe man zwar seit langem gewusst, erzählt die 33-jährige Wirtin, doch hätten sie und ihr Mann bis zuletzt gehofft und gebangt, dass die Stadt Beiersdorf den Vertrag verlängert. „Schon sehr lange“, sagt Elisa Uyar, „baten wir um Verlängerung, denn wir wollten hier gern weitermachen.“ Diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen, die Familie muss ihre Existenz zum Jahresende aufgeben.

An diesem Wochenende fand der erste öffentliche Ausverkauf des gesamten Inventars statt. Alles vom original italienischen Pizzaofen über Geschirr und Mobiliar bis hin zu Meterhohen Yucca-Palmen, die die Uyars selbst gezüchtet haben, steht für einen Schnäppchenpreis zum Verkauf.

Kunden standen Schlange

Am Samstag standen die ersten Kunden - Privatpersonen und Gastronomen - schon Schlange, um die begehrten Stücke zu begutachten. Wahrscheinlich werde es am kommenden Wochenende noch weitergehen, bis alles verkauft ist, so Elisa Uyar.

Tapfer steht die Wirtin im großen Saal inmitten der Verkaufstische und versucht, sich ihre Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. „Wir können uns das nicht erklären“, beteuert sie, „Es gab keine Forderungen der Stadt an uns und die Gastronomie soll offenbar wieder neu verpachtet werden. Warum für uns hier Schluss ist, hat uns bislang niemand gesagt.“

Beliebtes Ziel für Viele

Immerhin 4,9 Sterne hat die Gastwirtschaft bei den Bewertungen auf Facebook. Für zahlreiche Stammkunden aus Baiersdorf und Umgebung war die zentral gelegene Gastwirtschaft mit ihrem Biergarten zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Ziel.

Wie es für sie wirtschaftlich weitergeht, wissen die Uyars noch nicht. Dass sie übergangsweise noch dort wohnen können, hatte ihnen die Stadtverwaltung mündlich angeboten, doch eine neue Bleibe haben die Uyars inzwischen gefunden.

Die Stadt möchte aus Gründen des Datenschutzes keine nähere Auskunft zu dem Pachtvertrag geben. Man habe schon sehr frühzeitig den Wirt darauf hingewiesen, dass die Verlängerung fraglich sei, und ihm zusätzlich eine sechsmonatige Übergangsfrist eingeräumt.

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