Donnerstag, 04.03.2021

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"Jerusalema"-Challenge: Teilnahme könnte auch im Landkreis ERH Konsequenzen haben

Viele haben das Video schnell gelöscht - aber reicht das schon? - 22.02.2021 13:23 Uhr

Ausschnitt aus dem „Jerusalema-Challenge“-Video des BRK Erlangen – Hier hofft man, dass die gut gemeinte Idee nicht noch Konsequenzen haben wird.

18.02.2021 © Screenshot: BRK Erlangen-Höchstadt


Durch das Video, in dem Rettungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes in Erlangen zum Beispiel nach vorgegebenen Schrittfolgen zum Lied tanzten, wollte das BRK wieder ein bisschen Humor in diese vom Coronavirus bestimmten Tage bringen.

Über 100.000 Klicks bekam das Video – und jede Menge Komplimente dazu, erzählt Rettungsdienst-Leiter Thomas Heideloff. Inzwischen habe er das Video allerdings gelöscht, weil das US-amerikanische Unternehmen Warner Music, dem die Rechte am Lied gehören, nach Medienberichten Schreiben vor allem an Organisationen und Vereine verschickt hat und Lizenzgebühren einfordert.

Eine bittere Erfahrung

"Bei uns gab es daraufhin überall lange Gesichter", so Heideloff. Eine bittere Erfahrung sei das für ihn gewesen, leid täten ihm vor allem die engagierten Kollegen, die, wie berichtet, das Video in ihrer Freizeit aufgenommen hatten und anderen eigentlich nur eine Freude damit machen wollten.

Auch Michael Lang von der Spielkiste in Höchstadt hatte sich an der Challenge beteiligt. "Wir wollten uns während des Lockdowns einfach mal wieder bei unseren Kunden in Erinnerung bringen." Die positiven Rückmeldungen seien überragend gewesen. Doch als er von den Plänen von Warner Music hörte, habe er keine 20 Sekunden überlegen müssen: "Ich hab‘s gelöscht". Damit sei das Thema für ihn erst einmal abgeschlossen.

Video gelöscht – und jetzt?

Ist es das? Michael Metzner ist Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz sowie für Urheber- und Medienrecht in Erlangen und sagt, dass Warner mit der Abmahnung die stattgefundene Nutzung in Rechnung stellt. "Die kann durch das Löschen des Videos nicht rückgängig gemacht werden." In welchem Ausmaß der Konzern längst gesichert hat, wer an der Challenge mitgemacht hat, wisse niemand.

Er glaubt zwar nicht an eine Abmahnwelle. Rein rechtlich sei der Schritt allerdings nachvollziehbar: "Warner ist letztlich verpflichtet, die Rechte seiner Künstler zu schützen." Nur weil Polizisten, Krankenschwestern oder Feuerwehrmänner aus Irland, Israel oder eben dem Landkreis Erlangen-Höchstadt mitgemacht haben, sei die Challenge nicht rechtmäßig.

Hätte Warner Music auch anders reagieren können?

Er frage sich allerdings, ob es vielleicht nicht auch andere Wege gegeben hätte. Ob jemand, der nun ein Schreiben aus den USA erhält, diese anfechten könne, hänge vom genauen Inhalt des Schreibens ab. Möglich sei, dass Warner eine formale Abmahnung mit einer Unterlassungserklärung verschickt, die unterschrieben werden muss. Und dass das Unternehmen gleichzeitig auch Schadensersatz einfordert.

Dafür, so Metzner, gebe es verschiedene Möglichkeiten. Warner könnte zum Beispiel das Geld einklagen, das eigentlich an Lizenzgebühr angefallen wäre. Oder den Gewinn, der mit dem veröffentlichten Video eventuell durch Werbung gemacht wurde.

Summen zwischen 3000 und 4000 Euro machen aktuell die Runde. Thomas Heideloff hofft, dass seine Diensthaftpflicht einspringt, sollte er tatsächlich Post erhalten. Auch Michael Lang wartet erst einmal ab.

Quiz: Was wissen Sie über Adidas?

© Michael_Quiet, NN

Jede Menge Sport- und Lifestyleprodukte mit drei Streifen: Adidas feiert seinen 70.Geburtstag. Doch wie gut kennen Sie den fränkischen Exportschlager aus Herzogenaurach? Wir haben neun knifflige Fragen für Sie herausgesucht.

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Frage 1/9:

Wie kam es zu den drei Streifen von Adidas?

Die drei Streifen dienten der Verstärkung der Schuhseiten. Erst in der Praxis stellte sich heraus, welch hohen Wiedererkennungswert die Streifen besitzen. Als weiteres Markenzeichen etablierte sich 1971 ein weiteres Logo mit drei Blättern mit und ohne horizontale Streifen.

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Frage 2/9:

Welcher Superstar trat beim 70. Firmengeburtstag von Adidas auf?

Mit seinem Hit „Happy“ sorgte der US-amerikanische Rapper Pharrell Williams bei der Geburtstagsfeier von Adidas für gute Laune. Tennisspieler Stan Smith, der als Namensgeber für einen Kult-Sneaker fungiert, war ebenso von der Partie wie die Band Run-DMC.

© Daniel Karmann, dpa

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Frage 3/9:

Wofür steht der Firmenname von Adidas?

Der Name setzt sich aus dem Spitznamen Adi und den ersten drei Buchstaben des Nachnamens Dassler zusammen. Die heutige Adidas AG wurde am 18. August 1949 durch Adolf Dassler als Adi Dassler adidas Sportschuhfabrik mit 47 Mitarbeitern gegründet.

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Frage 4/9:

Mit welchem Promi arbeitet Adidas zusammen?

Sängerinnen und Sänger wie Kanye West, Rita Ora, Katy Perry oder Justin Bieber sind als Markenbotschafter für Adidas aktiv.

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Frage 5/9:

Welcher Partei gehörten der Firmengründer Adolf Dassler und sein Bruder Rudolf an?

Beide Brüder wurden 1933 Mitglieder der NSDAP – wohl vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Vor der Olympiade 1936 in Berlin wurden Dasslerschuhe von Hitler bevorzugt behandelt.

© Copal, dpa

© Andrew Milligan, dpa

Frage 6/9:

Bei welcher Sportart kamen die Dassler-Schuhe bei der Olympiade 1928 zum Einsatz?

Antwort: Athleten der Leichtathletik durften sich über Adidasschuhe freuen. Mitte der 30er Jahre wurden mehrere verschiedene Sportschuhmodelle für unterschiedliche Sportarten hergestellt, darunter ab 1931 Tennisschuhe.

© © adidas Group (photographer: H, NN

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Frage 7/9:

Die Brüder Dassler gingen getrennte Wege. Wie heißt die Firma von Rudolf Dassler?

Adolf Dassler führte die Firma Adidas zum Erfolg, Rudolf Dassler das Unternehmen Puma. Die Brüder zerstritten sich nach dem Krieg – und das auf Lebenszeit. Unter anderem spielten auch Streitigkeiten zwischen den beiden Ehegattinnen der Desslers eine große Rolle.

© Roland-Gilbert Huber-Altjohann, NN

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Frage 8/9:

Bei der Fußball-WM 1954 trug die deutsche Elf Schuhe von Adidas. Wo fand die WM statt?

Nicht wenige behaupten, dass Deutschland aufgrund der besseren Fußballschuhe beim „Wunder von Bern“ einen wichtigen Vorteil hatte. Adolf Dassler war zu diesem Zeitpunkt Zeugwart der Nationalelf.

© Oliver Berg/dpa

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Frage 9/9:

In welchem Land verloren 2011 2800 Fabrikzuarbeiter ohne Abfindung ihren Job?

2011 wurden in Indonesien 2800 Fabrikarbeiter des ehemaligen Adidas-Zulieferers PT Kizone ohne Abfindung entlassen. Nach öffentlichem Druck wurden den Arbeitern lediglich Lebensmittelgutscheine im Wert von 43 Euro angeboten.

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EVA SÜNDERHAUF

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