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Samstag, 25.05.2019

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Kalchreuth: Wasserversorgung ist völlig veraltet

Gemeinderat beschließt Analyse und Sanierung - 26.09.2010 22:59 Uhr

Die Wasserversorgungsanlage sehr idyllisch im Wald gelegen, entspricht nicht mehr den Vorschriften. Nur durch Beimischung von Heroldsberger Wasser können die Verbraucher ungefährdet das kühle Nass genießen. © Harald Hofmann


Aufgrund der zeitweise auftretenden Grenzüberschreitungen beim Arsen- und Eisengehalt und einer einmaligen Verkeimung des Trinkwassers besteht Handlungsbedarf in Kalchreuth. Um die Wasserqualität kurzfristig sicherzustellen, wurden bereits die Filteranlage gereinigt und das Filtermaterial ausgetauscht. Darüber hinaus wurde eine Verbindungsleitung mit der Wasserversorgung des Marktes Heroldsberg geschaffen. Nur durch die Beimischung des Heroldsberger Wassers entspricht das Kalchreuther Trinkwasser heute noch den Vorgaben der Trinkwasserverordnung, die im Laufe der letzten Jahrzehnte, immer strengere Grenzwerte vorgegeben hat.

Suche nach der Ursache

Da die Gemeinde bald wieder auf eigenen Füßen stehen will, beschloss der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung zwei Ingenieurbüros zu beauftragen. Diese wollen nun in einer gemeinsamen Studie herausfinden, in welchen Bereichen des Wasserwerkes und des Versorgungsnetzes die Probleme liegen und an welchen Stellen eine Sanierung überhaupt möglich ist. Erste Ergebnisse soll es bereits im November geben.

Klaus Kellermann von der Firma Kellermann & Engelhardt ITEC GmbH, der sich bereits ein Bild von der Anlage gemacht hat, erklärte allerdings auf der letzten Gemeinderatssitzung: „Es wird nicht einfach, da die über 50-jährige technische Anlage nicht für die heute so strengen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung konzipiert wurde.“

Auch dass eine Maßnahme viele weitere nach sich ziehen könnte, deutete Kellermann an: „Die Anlage besteht aus mehreren Bauteilen, die sich gegenseitig beeinflussen. Wenn ich das eine Teil optimiere, müssen andere Bereiche eventuell ebenfalls erneuert werden.“ Darüber hinaus sei eine Sanierung im laufenden Betrieb aufgrund des Platzmangels schwierig. So könne nach seiner Einschätzung die hohe Arsen-Konzentration nicht mit nur einer Filterstufe entfernt werden. Für eine zweite Filterstufe reicht jedoch der Platz nicht aus.

Auch dass eine komplett neue Anlage nötig sein wird, schließt Kellermann nicht aus: „Es gibt moderne Aufbereitungstechniken, die das Problem beseitigen könnten. Da diese aber sehr hohe Kosten nach sich zögen, werden wir erst prüfen, welche Alternativen es innerhalb der bereits bestehenden Anlagen gibt.“ 

heu

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