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Kitzmann-Bier wird weiter auf Entlas-Keller ausgeschenkt

Tradition wird auch nach Verkauf der Markenrechte fortgeführt - 29.12.2018 06:00 Uhr

Hinter dem neuen Ausschank-Keller des Entlas entsteht ein großes Gewölbe, in dem künftig auch eine Kleinbrauerei Platz finden könnte. Auf dem Gewölbe entstehen auf einer Plattform höhengleiche Plätze für Festbesucher. © Harald Sippel


Noch im Oktober, wenige Tage nach der Übernahme Kitzmanns in die Kumbacher Brau-AG, hatte es aus dem Unternehmen geheißen: "Wir werden alles daran setzen, dass Kitzmann auch in Zukunft bei den großen Traditionsfesten, zu denen auch die Bergkirchweih gehört, vertreten ist." Das musste nicht verwundern, war es doch stets Strategie des oberfränkischen Konzerns, die Marktposition im Großraum Nürnberg mit Erlangen als Schwerpunkt weiter auszubauen.

Dies soll auch weiter mit bekannten Kitzmann-Sorten geschehen, die allerdings künftig in Kulmbach gebraut werden. Dazu werden gehören das Edelpils, das Helle Lager, das Kellerbier und das Kitzmann-Weißbier. Und natürlich das Bergkirchweihbier, das nicht nur bei den Kulmbacher Brau-Herren ein nicht zu unterschätzendes Kontingent im Jahresausstoß darstellt.

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"Gute Verhandlungen"

Garant "vor Ort" wird auch künftig der Entlas-Keller sein, auf dem seit geraumer Zeit Vincenz Schiller seinen Vater Fritz Engelhardt in der Geschäftsleitung abgelöst hat und nun das Sagen hat. Nach vielen Verhandlungsrunden steht nun fest, dass Vincenz Schiller bei der Bergkirchweih mit ihrem Massenausstoß auf die Kitzmann-Nachfolger setzen wird, die wiederum an die Kirchweihbier-Tradition aus der Südlichen Stadtmauerstraße anknüpfen wollen. Schiller, selbst Braumeister und damit "Kenner", hat die neue Rezeptur bereits verkostet und sagt: "Das Bier ist mindestens genau so gut wie das frühere Original."

Schiller ist aber nicht nur mit dem Bier sehr zufrieden. Auch die Verhandlungen mit der Brauerei-AG hätten sich "ausgesprochen erfreulich" gestaltet, man sei sich schnell in wesentlichen Punkten einig gewesen. So sei man überein gekommen, dass die Kulmbacher weiterhin das Kirchweihbier liefern, den Entlas-Keller aber sonst von der Leine lassen. Sprich: Es gibt keine weiteren Übernahme-Verpflichtungen. Das ist für Vincenz Schiller schon deswegen wichtig, weil er selbst in die Bier-Produktion einsteigen möchte und ein "Entlas-Bräu" zur starken Hausmarke während des Kellerbetriebs in der schönen Jahreszeit machen möchte.

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Mit dem Vertragsabschluss mit der Kulmbacher Brauerei AG ist aber nicht nur der Ausschank an die durstigen Kehlen während der Bergkirchweih sichergestellt, auch die Pläne von Vincenz Schiller selbst verfestigen sich. Hatte er noch vor den Vertragsverhandlungen mit dem Neubau einer eigenen Brauerei auf einem südlich des Kellers gelegenen Geländes einer alten Tankstelle geliebäugelt, schraubt er nun seine Ambitionen zurück. "Wenn ich die Bergkirchweih nicht beliefern muss, reichen mir kleinere Mengen für den täglichen Ausschank während der Saison."

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Kleinbrauerei geplant

Diese Mengen könne er aber, so sagt er, auch in einer modernen, emmissionsarmen und somit umweltfreundlichen Kleinbrauerei im eigenen Keller herstellen. Platz dazu hätte er: Hinter dem bereits existierenden neuen Keller zur Bergstraße hin entsteht im Hang ein neues, fast 100 qm großes Keller-Gewölbe, in dem bisher eine Werkstatt geplant war.

"Der Raum würde sich ausgezeichnet für eine solche Kleinbrau-Anlage eignen", ist Schiller überzeugt, eine Umwidmung des Raum-Zwecks in der bereits erfolgten Baugenehmigung hält er für unproblematisch, da die geplante Brauerei keine qualitative Veränderung der Nutzung darstelle.

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Zur Kirchweih fertig

Da die Aushubarbeiten für das Gewölbe bereits fortgeschritten sind, ist Schiller zuversichtlich, bis zur Bergkirchweih fertig zu sein – inklusive des notwendigen Umbaus der Außenanlagen mit ihren Sitzplätzen für Kirchweih-Gäste. Und durch das Gewölbe entstehe darüber eine niveaugleiche Fläche mit dem umliegenden Bänken – ein klarer Vorteil.

Im Vertragsabschluss mit der Kulmbacher Brauerei AG ist zudem ein weiteres Problem aus dem Weg geräumt. Die beiden westlich des Entlas gelegenen Keller – der Kitzmann- und der Resenscheck-Keller, werden während der Bergkirchweih weiter vom Entlas genutzt, dazu gehört auch der Festplatz für das mittelgroße Zelt am westlichen Ende der Bergkirchweih.

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