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Kleinsendelbach: Wasserleitungen werden für 30 Millionen Euro saniert

Zweckverband "Schwabachgruppe" investiert - 24.12.2018 16:00 Uhr

30 Kilometer des Leitungsnetzes sollen bis 2026 saniert sein, aber auch Brunnen 1 bei Unterschöllenbach. © Foto: Scott Johnston


Ein entsprechendes Konzept stellte das Büro "CDM Smith" aus Nürnberg in der jüngsten Verbandsversammlung, die im Eckentaler Rathaus stattfand, vor. Das umfangreiche Projekt ist notwendig, weil sich in jüngster Zeit die Zahl der Rohrbrüche spürbar gehäuft hat.

"Da hilft es uns auch nichts, dass es nicht mehr so viele strenge Winter wie früher gibt. Die Leitungen aus Grauguss und altem PVC haben einfach ihre Altersgrenze überschritten und müssen jetzt ersetzt werden", erläuterte die Eckentaler Bürgermeisterin und Verbandsvorsitzende Ilse Dölle.

Angegangen werden zunächst die Bereiche, in denen eine Erneuerung am dringendsten erforderlich ist. Für diese Einschätzung hat der Zweckverband auch die Erfahrungen der Wasserwarte mit eingebunden.

Bis 2026 möchte die Schwabachgruppe 30 Kilometer des insgesamt zirka 120 Kilometer langen Leitungsnetzes sanieren. Hierzu wurden sechs Maßnahmepakete mit dem Ziel geschnürt, pro Jahr auf etwa fünf Kilometern die Rohre auszutauschen. Durch gebündelte Einheiten, welche die räumliche Nähe berücksichtigen, kann der Zweckverband bei den Baufirmen günstigere Preise erzielen.

Nach einer ersten Planungsphase werden voraussichtlich ab 2021 Leitungen in Kleinsendelbach und Steinbach sowie in Büg und Forth ausgetauscht, ab 2023 in Eckenhaid, Ebach und Herpersdorf sowie ab 2025 in Brand, Eschenau, Schellenberg, Unter- und Oberschöllenbach.

Die Sanierung des "Brunnens 1" bei Unterschöllenbach ist ebenfalls vorgesehen. Hinzu kommen kleinere Umbauten in der Druckerhöhungsanlage von Kleinsendelbach und im Brander Wasserwerk.

Zu klären ist noch, ob bei Schellenberg ein Hochbehälter errichtet wird. Laut Gertrud Werner, der Bürgermeisterin von Kleinsendelbach und stellvertretenden Verbandsvorsitzenden, gibt es in diesem Ortsteil Probleme mit der Löschwasserversorgung. Falls kein Hochbehälter kommt, müsste die Gemeinde hierfür einen eigenen Behälter anlegen lassen. Die Versammlung war sich einig, dass bald eine Entscheidung über den Hochbehälter getroffen werden sollte, um für Klarheit zu sorgen.

Diplom-Ingenieurin Katharina Belsner vom Büro "CDM Smith" wies darauf hin, dass das öffentliche Leitungsnetz bis zum jeweiligen Hausanschluss modernisiert wird. Diesen gleich mit zu erneuern, könne für den Eigentümer sinnvoll sein, um Kosten zu sparen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Versicherungsschutz verloren geht, wenn nichts unternommen wird.

"Wie sich die Ertüchtigung unserer Wasserversorgung später auf die Gebühren und die Erhebung von Beiträgen auswirkt, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht einmal von der Größenordnung her sagen", betonte die Eckentaler Bürgermeisterin Ilse Dölle. Der Zweckverband prüft, ob andere Sparten wie Strom, Gas, Breitband oder Telekommunikation mit einbezogen werden können, damit die betroffenen Straßen bloß einmal aufgerissen werden müssen. Noch nicht sicher ist zudem, inwieweit mit Fördermitteln zu rechnen ist. Zum Glück hat der Freistaat erst vor kurzem die Grenzwerte deutlich gesenkt, sodass künftig mehr Gemeinden Zuschüsse erhalten dürften.

Ebenfalls noch nicht entschieden ist, ob für das Projekt ein eigener Haushalt aufgestellt wird, wodurch man flexibler wäre und so auch günstigere Preise aushandeln kann. Andernfalls müssten die Investitionssummen in die jährlichen Etats der Gemeinden aufgenommen werden.

Ilse Dölle hob hervor, dass die Bürger frühzeitig und ausführlich über die einzelnen Maßnahmen und die Umlegung der Kosten informiert werden, sobald sich alles nach Klärung der offenen Fragen genauer kalkulieren lässt. Der Zeitplan sei ohnehin sehr ambitioniert, da mit dem Projekt umfangreiche Arbeiten für die Verwaltung und die Planer verbunden sind. Im neuen Jahr wird die Verbandsversammlung einen Grundsatzbeschluss fassen, ob die geplanten Investitionen wie vorgesehen angepackt werden sollen. 

SCOTT JOHNSTON

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