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Kraftwerkssparte: Erlangen könnte Siemens-Hauptquartier werden

Die Ausgliederung der Energiesparte kann auch eine Chance für den Standort sein - 09.05.2019 18:00 Uhr

Rund 4700 Beschäftigte sind in Erlangen von der Ausgliederung der Energiesparte betroffen.


Am Mittwoch sind die Siemens-Mitarbeiter bei zwei Betriebsversammlungen über den Plan von Siemens-Chef Joe Kaeser informiert worden, den Energiebereich aus dem Konzern zu lösen und an die Börse zu bringen. Elisabeth Mongs, 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Erlangen, war bei der ersten Betriebsversammlung dabei und sprach auch selbst zu den zahlreich erschienenen "Siemensianern". In der Versammlung habe eine angespannte, aber konzentrierte Stimmung geherrscht, berichtet Elisabeth Mongs.

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Der IG Metall sei es von Anfang an um die "größtmögliche Absicherung der Angestellten" gegangen, sagt Elisabeth Mongs. Immerhin seien von der Ausgliederung von "Gas and Power" aus dem Siemenskonzern allein in Erlangen rund 4700 Beschäftigte betroffen.

Dies sei vermutlich nur der Anfang, denn die IG Metall geht davon aus, dass "alles, was bei Siemens mit Energie zu tun hat, in das neue Unternehmen eingegliedert wird", sagt Elisabeth Mongs. So werde wahrscheinlich die zu Siemens gehörende Windkraft-Industrie integriert.

Dass Erlangen auch zum Hauptquartier des neuen Energie-Unternehmens werde, hält Elisabeth Mongs "nicht für unrealistisch". Schließlich sei Erlangen der größte Standort. Bis jetzt ist die Energiesparte im texanischen Houston angesiedelt.

"Die Stadt Erlangen muss alles tun"

CSU-Oberbürgermeisterkandidat Jörg Volleth hat die Stadt Erlangen inzwischen aufgefordert, sich dafür auch einzusetzen: "Die Stadt Erlangen muss alles tun, damit das Headquarter der neuen Energiegesellschaft Siemens Gas and Power nach Erlangen kommt. Dies brächte für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Erlangen Zuversicht und die Chance sicherer Arbeitsplätze."

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Es dürfe keine Zeit verloren werden, damit es Erlangen gelingt, die Zentrale der künftigen Siemens Energiesparte hier anzusiedeln, so Volleth. "Besser von Erlangen aus steuern, als ferngesteuert werden."

"Wir erledigen gerade viele Hausaufgaben"

Oberbürgermeister Florian Janik ist optimistisch, "dass sich die positive wirtschaftliche Gesamtentwicklung für den Standort Erlangen auch mit den veränderten Strukturen fortsetzen lässt". Man sei sich aber auch im Klaren darüber, dass auf flexibilisierte Unternehmen Marktentwicklungen rascher Einfluss gewinnen können. "Das bedeutet auch an einem florierenden Standort Unsicherheiten für Beschäftigte", so Janik weiter. Die Ankündigung von Siemens, die Bereiche Smart Infrastructure und Digital Industries auszubauen und gleichzeitig Stellen in zentralen Konzerneinheiten einzusparen, mache das deutlich.

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"Egal ob es um Verkehr, Wohnen oder Lebensqualität geht: Wir erledigen gerade viele Hausaufgaben, um den Standort und die Stadt auch in Zukunft gut zu entwickeln. Und wir freuen uns, wie stark Siemens derzeit mit dem Siemens-Campus in Erlangen investiert", so Janik. Die Entscheidung bringe aber auch endlich mehr Klarheit zur Zukunft der Siemens-Kraftwerkssparte. 

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