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Landesgartenschau soll Erlanger Zentrum stärken

LGS 2024 als Gegengewicht in der Innenstadt - Debatte um Stadtentwicklung - 09.12.2016 06:00 Uhr

Der Großparkplatz und der westlich anschließende Teil des Wiesengrunds an der Wöhrmühle soll das Kerngebiet für die Landesgartenschau in Erlangen werden. © Harald Sippel


"In den nächsten Jahren wird der Schwerpunkt der Stadt in den Süden verlagert", weiß Janik. Da entsteht zum einen der Siemens-Campus, der weite Teile des bislang in der Innenstadt angesiedelten Weltunternehmens nach Süden zieht. Da ist zum anderen der Wechsel der Philosophischen Fakultät der FAU aus der Nordstadt in bisherige Siemensgebäude (Himbeerpalast) in der südlichen Innenstadt. Für die Stadt sei es da wichtig, ein Gegengewicht im Zentrum zu setzen.

Dazu, so Janik, biete sich eine Landesgartenschau (LGS) auf dem Großparkplatz hinter dem Bahnhof und auf der Wöhrmühlinsel als ein Instrument an. Die LGS 2024 in Erlangen könnte einen Impuls für die nördliche Innenstadt setzen, ist der OB überzeugt. Außerdem würden zwei weitere Fliegen mit dieser Klappe geschlagen: Der triste Parkplatz würde langfristig städtebaulich aufgewertet und einer besseren Nutzung mit Wohnen, Büros und Parkhäusern zugeführt. Zum andern würde der Mangel an nutzbaren Freiflächen stadtnah beseitigt. Dabei sei es nie Absicht der Stadt gewesen, Parkraum zu vernichten. Die Parkplätze sollten nur anders geordnet werden.

Das bestätigte Stadtbaureferent Josef Weber. Das bisherige Parkhaus fasse mit 900 Pkw fast genauso viele Autos wie die riesigen ebenerdigen Flächen (940). Ziele für den Großparkplatz seien, mehr Parkraum zu schaffen, einen grünen Stadtteil zu kreieren und eine Mischnutzung zu ermöglichen - auch durch entsprechenden Lärmschutz.

Mehr Grünflächen für die Bürger

Erlangen hat zwar viele Grünflächen (60 Prozent des Stadtgebietes), aber nur wenig für Menschen nutzbare Flächen (15 Quadratmeter/Einwohner), argumentierte Florian Janik. Zum Vergleich. Fürth habe 20 m2/Einwohner, Würzburg sogar 27 m2/Einwohner. Mit der Gartenschau könne man da ein wenig nachbessern. Die Stadt habe ja schon im Vorgriff den einstigen Campingplatz gekauft und zur Nutzung freigegeben.

Ihm sei bewusst, sagte der OB, "dass wir im Landschaftsschutzgebiet genau hinschauen müssen, wo hochsensible Flächen sind". Er bestätigte auf Anfrage, dass Naturschutzbeirat und Bund Naturschutz sich in einer ersten Stellungnahme gegen die LGS skeptisch geäußert haben. Gleichwohl sei der BN einverstanden, dass das Gebiet genau untersucht werde. Erst dann könne man entscheiden, welche Orte man belässt, welche man ökologisch aufwerten und welche man für die Freizeitnutzung freigeben kann. Die Gegner der Landesgartenschau fürchten dabei vor allem eine nachhaltige Zerstörung des Biotops Regnitzinsel und machen mit einer Unterschriftensammelaktion mobil gegen die LGS.

Wo ist Platz für den Busbahnhof?

Auf das Hochwasserproblem angesprochen erklärte Janik, dass es in den vergangenen zehn Jahren ein fünf Tage dauerndes Sommerhochwasser gegeben habe. Häufiger seien Winterhochwasser, die jedoch laut Weber die Arbeiten für die LGS nicht beeinträchtigen würden, da im Winter im Landschaftsschutzgebiet ohnehin nicht gebaut oder gegärtnert werden dürfe.

Weitere Fragen der Zuhörer, die den Raum mehr als füllten, betrafen unter anderem die Zahl der Fahrradparkplätze oder wo künftig ein zentraler Busbahnhof Platz finden soll.

Das seien alles Fragen, die frühestens nächstes Jahr beantwortet werden könnten, wenn die bisherige Ideensammlung in erste Planungen eingemündet seien, erklärten der OB und sein Planungsreferent unisono. Die Kritik blieb an diesem Abend milde, vielleicht auch wegen der stringenten Moderation von Michael Greissel.

In diesem Jahr fand die Landesgartenschau in Bayreuth statt:

Bilderstrecke zum Thema

Blumenpracht bei der Landesgartenschau in Bayreuth

Anders als frühere Veranstaltungen wird die Landesgartenschau 2016 in Bayreuth ob ihrer Blütenpracht gelobt. Nicht nur entlang der Wege, sondern auch in der Ausstellungshalle gibt es farbenprächtige "Musik für die Augen".


 

DIETER KÖCHEL

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