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Lob für Jugendliche am Erlanger Bürgermeistersteg

Polizei spricht von friedlichen Feiern während der Bergkirchweih - 16.06.2019 18:05 Uhr

Während der Erlanger Bergkirchweih ist am Bürgermeistersteg stets eine Streife vor Ort. Bis auf einen Zwischenfall blieb es auf der Grünfläche bisher sehr friedlich. © Sharon Chaffin


Der Star am Bürgermeistersteg ist an diesem Samstagabend Andi: Der fast 60-jährige Flaschensammler dreht mit einer großen Tasche auf der Grünfläche seine Runden — inmitten von dutzenden Teenagern. Innerhalb von wenigen Minuten hat der Mann seinen Beutel erneut voll — und das fast von selbst. Immer wieder kommen Jugendliche direkt auf den Mann zu, meist mit leeren Alkoholflaschen, aber auch mit Cola- und Limoflaschen in der Hand. Sie strecken ihm die Ware entgegen: "Hier, für Sie", sagen Sie und gehen wieder zu ihren Freunden.

Andi mag die jungen Menschen — und sie mögen ihn. Seit vier Jahren sammelt er Flaschen, ein Schicksalsschlag hat ihn aus der (beruflichen) Bahn geworden, Stadt und Staat mag er "nicht zur Last fallen", wie er sagt, deshalb bessert er sein winziges Einkommen mit dem Pfandgut auf.

Für die Jungen und Mädchen, die am letzten "Berg"-Samstag in dieser Saison auf dem so genannten BMS feiern, gehört Andi dazu. "Das hier ist sein Hauptgeschäft", sagt ein Jugendlicher, "wir lieben ihn." Ohnehin dominiert auf dem Areal eher Liebe, Friede, Eierkuchen: Klar gibt es (wie auf der Bergkirchweih auch) Alkohol, die Heranwachsenden sind ausgelassen, aber keinesfalls aggressiv.

"Bis auf einen Zwischenfall hat es am Bürgermeistersteg nichts gegeben", sagt Polizeihauptkommissar Ralf Rupp im EN-Gespräch. Da könne man ruhig den jungen Leuten ein Lob aussprechen, natürlich sei eine Polizeistreife während des "Bergs" auf der Wiese vor Ort, das sei eine Präventivmaßnahme. "Die Jungen und Mädchen wollen feiern, vielen ist es auf dem Berg zu teuer oder es gefällt ihnen dort einfach nicht", sagt er.

Helene (19) bestätigt das: "Es ist schön, dass es hier eine Alternative zum Berg gibt". Die junge Frau, die bald ein Studium beginnt, mag lieber Techno, das spielen sie auf den Kellern nicht. "Hier können wir unsere Musik hören und uns treffen", sagt sie, "und wenn alles friedlich bleibt, ist es wunderbar." 

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