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Marius Iepure will Erlanger Tanz-Talente in die Weltspitze führen

Der TTC Erlangen profitiert enorm vom Engagement des Profi-Tänzers - 20.09.2019 18:00 Uhr

Leidenschaftlich dabei: Marius Iepure (ganz links) hat viel Freude daran, engagierte Tänzer zu unterrichten. Im Juli gab es ein großes Trainingscamp beim TTC.


Im Hochleistungssport, sagt Marius Iepure, "sind Männer die besseren Tänzer." Ohne einen sehr starken Mann sei es schwierig für eine Dame, gut auszusehen. "Für ein starkes Paar braucht man einen starken Mann." Der 37-Jährige meint damit kein muskelbepacktes Kraftpaket. Tanzen ist schließlich nicht nur Kraft, sondern auch Eleganz, Technik, Talent und jahrelanges Üben.

Angefangen hat Iepure in seiner Heimat Rumänien, 2001 kam er nach Deutschland. Sechs Jahre zuvor hatte er seinen ersten Tanzkurs gemacht, auch Ballett gehörte zu seiner Ausbildung. Um von dem Nürnberger Trainer Hans Galke zu lernen, kam er hierher und studierte neben dem Leistungssport Informatik. Bis er vom Tanzen leben konnte, hat es gedauert. Doch es hat geklappt.

Das ganze Gespräch mit Marius Iepure hören Sie im Lokalsportcast, Folge 42. Drücken Sie dafür bitte auf den Play-Button:

Lokalsportcast mit Marius Iepure

Als Latein-Tänzer schaffte er es bei Europa- und Weltmeisterschaften aufs Podest, er war Deutscher Meister und als Profi bei der TV-Show "Let’s Dance" dabei. Iepure ist Trainer für Standard und Latein. Beim TTC Erlangen coacht er Kinder und Jugendliche. "Ich suche Talente und bilde sie aus. Es ist ganz anders, als selbst zu tanzen. Ich habe immer gewusst, dass ich unterrichten will."

Die Karriere sei ein "gutes Sprungbrett" gewesen, um ein erfolgreicher Trainer zu werden. Spricht man mit Iepure, lacht er viel, seine Ausstrahlung ist positiv, der Blick offen und freundlich. Doch beim Training kann er auch streng werden. Tanzen ist Detailarbeit, schon bei Kindern, die hohe Ambitionen haben. "Körpergefühl ist kein leichtes Thema", sagt Iepure. "Jeder muss entscheiden, wie weit er gehen möchte mit seiner Leistung und wie viel er von sich selbst verlangt."

Mit den Kindern oder Jugendlichen, aber auch mit den Eltern führt der Trainer viele Gespräche. "Wir brauchen ein Ziel, Deutscher Meister oder Landesmeister. Wenn man das hat, gibt es einen Weg." Iepure entwirft mit seinen Talenten, manche fangen schon als Sechsjährige an, Karrierepläne. Im Bestfall können sie irgendwann Geld mit ihrem Sport verdienen. In fast allen Klassen gehören die Erlanger Jugendpaare schon zur deutschen Spitze.

Iepure entwirft mit seinen Talenten Karrierepläne

Anstrengend ist Tanzen, ein Auftritt von 1:45 Minuten sei mit einem 800-Meter-Lauf vergleichbar, sagt Iepure. "Es ist sehr dynamisch." Immer wieder aber sagt der Coach auch: "Das Wichtigste ist, dass es Spaß macht." Sieht man sich die Kinder im Training an, wie sie in hübschen Kleidern und mit strenger Miene ihre Übungen machen, wie sie dabei viel zu erwachsen wirken für ihr Alter, kann man das manchmal nicht glauben. Doch Iepure sagt, dass alles gut geregelt sei. Auf Turnieren gibt es Vorschriften, was man in welchem Alter tragen darf. "Und manche übertreiben auch und nehmen es zu ernst. Oft sind es aber die Eltern, die zu viel wollen."

"Die Kinder haben eine Ausstrahlung entwickelt"

Für Kinder hingegen sei Tanzen wunderbar. "Bei uns geht es um Persönlichkeitsentwicklung. Ich habe so viele kennengelernt, die sich zuerst in einer Ecke versteckt und nichts gesagt haben. Sie waren unheimlich schüchtern oder hatten Probleme im Leben", sagt Iepure. "Nach ein paar Jahren haben sie sich wahnsinnig verändert, man kann sie nicht mehr stoppen, sie haben eine Ausstrahlung entwickelt." Auch lernen Jungs und Mädchen hier schnell zusammenzuarbeiten.

Zu einem Trainingscamp von Marius Iepure und seinem Kollegen Jasha Klebanov kamen im Sommer viele Paare aus ganz Deutschland und sogar aus dem nahen Ausland. Immer wieder sind Weltklasse-Tänzer beim TTC zu Gast, um hier Kurse zu geben. Davon profitiert der Verein. Iepure hat ein regionales Zentrum für Jugendtänzer aufgebaut. Zuvor war er Trainer in Nürnberg, dort allerdings ging es nicht mehr weiter. Seit eineinhalb Jahren unterrichtet er in Erlangen.

Ein Leben zwischen Nürnberg, Erlangen und London

Allerdings ist er als Tänzer, Trainer und Wertungsrichter viel unterwegs, er wohnt in Nürnberg und bei seiner Frau in London. Trotzdem kommt er immer wieder gerne zum TTC zurück. "Wenn ich nicht sehen würde, dass hier so viel Potenzial vorhanden ist, würde ich nicht mehr herkommen." Als Coach, aber auch als Verein müsse man über seine Grenze gehen. "Es geht um die Talente, künftige Deutsche Meister, Weltmeister vielleicht." Das, meint der Coach, sei nicht übertrieben. Bleiben seine Kinder dabei, sei alles möglich.

Der TTC Erlangen bietet viele Kurse für jede Altersklasse an. Einen Überblick finden Sie hier.

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