Marloffstein: Schloss-Sanierung vorerst gestoppt

29.5.2021, 06:00 Uhr
Eine Stützmauer ist zusammengebrochen, Wasserschäden in den Wänden sind offensichtlich: Das Marloffsteiner Schloss gammelt vor sich hin, aber hat der Gemeinderat der Sanierung und dem gleichzeitigen Neubau von Wohnungen abgelehnt.
Foto: Klaus-Dieter Schreiter

Eine Stützmauer ist zusammengebrochen, Wasserschäden in den Wänden sind offensichtlich: Das Marloffsteiner Schloss gammelt vor sich hin, aber hat der Gemeinderat der Sanierung und dem gleichzeitigen Neubau von Wohnungen abgelehnt. Foto: Klaus-Dieter Schreiter © Klaus-Dieter Schreiter, NN

Die Diskussion um die Renovierung des Schlosses geht schon seit Jahren. Gegen eine dort geplante Wohn- und Pflegeeinrichtung, die das BRK betreiben wollte, hatte sich bereits im Jahre 2019 eine Opposition gebildet, so dass das Projekt gekippt wurde. Nun opponieren einige Bürger gegen die Wohnanlage mit 24 Wohnungen und eine Praxis für Ergotherapie. Derweil verfällt das Schloss weiter. Eine Stützmauer ist bereits eingefallen, in zumindest einer Wand sind erhebliche Risse entstanden, und einige Wasserschäden sind offensichtlich, weil das Dach offenbar undicht ist.


Die Argumente gegen die Pläne des Bauherrn Jürgen Friedsam und seines Architekten Felix Tannenberg, der sie bereits mehrfach vorgestellt hat, sind immer dieselben. Dieses Mal verlas sie, die offenbar mit den anderen Gegnern vor allem von der Wählergruppe Höhenzugsgemeinde Marloffstein (WHM) und zwei CSU-Abtrünnigen abgestimmt waren, der SPD-Gemeinderat Ralf Jähnert. Unter anderem hieß es, der Baukörper sei zu groß, der Blick nach Süden und Südosten werde versperrt, der Spielplatz im Schlosshof müsse erhalten bleiben, der Ort für den Ersatzspielplatz sei ungeeignet, Verkehr und damit Lärm und schlechte Luft würden zunehmen, und überhaupt übersteige der Bauantrag das, „was man den Bürgerinnen und Bürgern zumuten kann“.


Maximilian Paulus (CSU) stimmte den Ausführungen spontan zu und monierte zudem, dass vom Gemeinderat gemachte Vorschläge in den Planungen nicht berücksichtigt worden seien. Das meinte auch sein Fraktionskollege Christian Striegel. Der Sprecher der WHM, Helmut Memmert, lobte kurz die „große Mühe“, die sich Architekt Tannenberg mit den Plänen gemacht habe, meinte jedoch im selben Atemzug, er sehe die Erschließung des Areals „kritisch“. Wegen der Größe sei das Bauvorhaben seiner Meinung nach „nicht genehmigungsfähig“.


Petra Lobenhofer-Brixner (CSU) erinnerte daran, dass der Gemeinderat die Chance vertan habe ein Wörtchen bei den Planungen mitzureden, weil er es seinerzeit abgelehnt hatte, einen Bebauungsplan für das Gebiet um das Schloss aufzustellen. Sie erinnerte auch daran, dass es in Marloffstein bereits Protest gegen genau den Spielplatz gegeben hatte, den man nun als Argument gegen das Schlossprojekt heranzieht. Ihre Fraktionskollegin Birgit Kallauch-Hehmke sagte zudem, sie habe bereits Stimmen von Bürgerinnen und Bürger gehört die sich inzwischen fragen würden, warum man vor zwei Jahren die Wohn- und Pflegeeinrichtung abgelehnt habe. Die wäre doch für den Ort verträglicher gewesen als die nun geplanten Wohnungen.


Bürgermeister Eduard Walz beantragte schließlich die namentliche Abstimmung über das gemeindliche Einvernehmen. Sieben Gemeinderäte stimmten gegen die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens, fünf stimmten dafür. Man war sich jedoch im Klaren darüber, dass die Entscheidung über den Bauantrag letztendlich im Landratsamt Erlangen-Höchstadt liegt. Da Architekt und Bauherr ihrem Bekunden nach von verschiedenen Behörden bereits eine Zustimmung signalisiert bekommen haben, wartet Marloffstein nun gespannt auf Nachricht aus Erlangen.

1 Kommentar