Donnerstag, 19.09.2019

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Megos bei Olympia: "Das ist Wahnsinn"

Kai Lenfert vom Alpenverein Erlangen spricht im Interview über den WM-Erfolg - 20.08.2019 06:00 Uhr

Der aktuelle erfolgreichste Kletterer Deutschlands kommt aus Erlangen: Alexander Megos. © DAV/Vertical Axis


Wie haben Sie den Erfolg am Montagmorgen erleben?

Live verfolgt habe ich es nicht. Doch als ich wachgeworden bin um kurz nach halb sieben, habe ich sofort aufs Handy geschaut. Die Freude ist riesig. Das ist Wahnsinn. Es gibt nur 20 Plätze für Olympia. Und er hat jetzt schon einen davon. Unglaublich.

Das Überraschende war, dass Megos im Bouldern so gut war.

Genauso wie Alex selbst sind auch wir überrascht, dass er sich so schnell qualifiziert hat!

Was bedeutet der Erfolg für den Verein?

Das ist eine ganz wichtige Sache. Die Sektion Erlangen ist seit vielen Jahren im Wettkampf-Klettern sehr aktiv. Denken wir an die großen Erfolge von Guido Köstermeyer vor mehr als zwei Jahrzehnten. Wir haben bis heute eine tolle Mannschaft, die bis zu den Deutschen Meisterschaften klettert.

Wie kann Megos hier helfen?

Leistungssport lebt von den Vorbildern. Der Erfolg von Alex zeigt uns auch, dass wir mit unserem Ansatz, Wettkampfsport aktiv zu fördern und weiterzuentwickeln, auf die richtige Karte gesetzt haben. Mit der Realisierung des neuen Kletter- und Vereinszentrums bieten wir gerade auch dem Wettkampfsport optimale Trainingsmöglichkeiten. Spatenstich ist am 27. September.


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Kai Lenfert


Nicht durch Olympia ausgelöst, den Boom beobachten wir seit Jahren. Der Sport entwickelt sich herausragend. Das Thema Olympia setzt dem die Krone auf. Dass ein Erlanger da dabei ist, das ist die Nachricht des Jahres!

Viel in Erlangen ist Megos nicht. Aktuell trainiert er, wenn er in der Heimat ist, in Nürnberg im Café Kraft.

In Erlangen hat er momentan nicht die besten Voraussetzungen, was die Trainingsmöglichkeiten betrifft. Da werden wir künftig besser aufgestellt sein. Außerdem ist er weltweit unterwegs. Er trainiert dort, wo es für ihn optimal geeignet ist. Klettern als Wettkampfsport muss sich in Deutschland auch erst noch entwickeln.

Der Kontakt aber ist noch da?

Seine Eltern sehen wir häufig. Wenn er in Erlangen ist, laden wir ihn auch ein. Wir haben eine gute Bindung. Und er hat ja auch oft selbst betont, dass Erlangen seine Kletter-Heimat ist. Hier hat alles begonnen.

  

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