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Michael Fuchs feiert in Erlangen seinen Abschied

Badminton-Nationalspieler aus Unterfranken beendet seine Karriere - 10.11.2016 12:23 Uhr

Erfolgreiche Zeiten im Deutschland-Trikot: Der Unterfranke Michael Fuchs (li.) kam bei den Olympischen Spielen in London zusammen mit seiner Mixed-Partnerin Birgit Michels auf Rang fünf. Jetzt beendet er seine Karriere. © Foto: dpa


Es ist eine andere Aufregung als sonst. Anders, weil irgendwie endgültig. Die Halle wird voll sein, Zuschauer werden Lärm machen, Weltklasse-Spieler stehen auf der anderen Seite und auf den Rängen sitzen Familie und Freunde. In 15 Jahren Leistungssport hat Michael Fuchs das alles schon erlebt. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Doppel- und Mixedspieler. Zweimal war er bei den Olympischen Spielen dabei.

Und trotzdem ist der 34-Jährige vor dem Länderspiel in Erlangen nervös. Denn plötzlich steht etwas an, worauf er nicht vorbereitet ist. Worauf sich wohl niemand so recht vorbereiten kann: ein Abschied, das Ende der aktiven Karriere. „So ganz will man es eben nicht wahrnehmen“, sagt Michael Fuchs. Heute und morgen in Kaiserslautern tritt er noch einmal im Deutschland-Trikot an. Auch die Bundesliga-Saison für seinen Verein, den BC Bischmisheim, spielt er noch zu Ende. Im März, nach den German Open, ist das endgültig Schluss.

Der Anfang vom Ende ist Erlangen. Ausgerechnet Erlangen, so nahe dran an der Heimat Lengfurt bei Würzburg. „Ich freue mich auf das Länderspiel. Viele Freunde und Bekannte leben in der Region, gerade aus Badminton-Kreisen werden viele zum Zuschauen kommen.“ Erst nach dem Abitur war Fuchs aus Unterfranken weggezogen, zunächst für den Zivildienst nach München, dann zum Olympiastützpunkt nach Saarbrücken. Dort ist er ein Großer geworden.

Sensationell: Platz fünf bei Olympia

„Platz fünf bei den Olympischen Spielen in London war sensationell. Aber auch der EM-Titel im Mixed-Team vor drei Jahren war ein Höhepunkt meiner Karriere“, sagt Fuchs. „Wenn ich Bilder oder Video-Schnipsel von damals sehe, erinnere ich mich sehr gern daran.“ Doch nun soll Schluss sein.

Fuchs hat beschlossen aufzuhören, sobald er eine Perspektive für die Zukunft findet. Leistungssportler aus weniger populären Sportarten brauchen schließlich einen Plan B, sobald ihre aktive Karriere vorbei ist. Der Olympia-Fünfte hatte einen. Daraus ist nun sein neuer Plan A entstanden.

„Ich wollte immer schon berufsmäßig Fuß fassen im Bereich Leistungssport“, sagt Fuchs. Als der Schweizer Badminton-Verband die Stelle des Sportdirektors neu geschaffen hatte, sagte Fuchs zu. Gerade war er noch mit den Schweizer Nachwuchsspielern bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Bilbao.

Neue und alte Aufgaben laufen noch parallel

Dort stand der neue Sportdirektor nicht mehr auf dem Feld. „Zwei Tage Pause waren gut. Langweilig war mir aber nicht.“ Im Schweizer Verband soll er neue Impulse geben, die Strukturen für Elite und Nachwuchs verbessern. „Da war es zu Beginn wichtig, die eigenen Talente bei der WM spielen zu sehen, auch im Vergleich zur Weltspitze.“ Außerdem lebt Fuchs’ Freundin in der Schweiz. Der neue Plan A — er passt also.

Den alten allerdings will Fuchs auch noch erfolgreich zu Ende bringen. „Ich lasse es ausklingen, aber wenn ich da raus gehe und spiele, will ich auch gewinnen.“

Im Herren-Doppel trifft Fuchs mit Josche Zurwonne auf die Dänen Mathias Christiansen und David Daugaard — mit 22 und 21 Jahren zwei talentierte Badminton-Hoffnungen aus dem Nachbarland. „Vor allem sind die Beiden eingespielt, wir nicht.“ Nervös ist Fuchs nicht. Zumindest deshalb nicht. 

KATHARINA TONTSCH

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