Mit einer Erlanger Punk-Band durch vier Jahrzehnte

23.7.2015, 11:30 Uhr
„Punk’s not dead“ — vor allem dann nicht, wenn es um die Erlanger Band „Die Suicides“ geht: Dirk N. Steuerlein, Mike Neun, Tilo Heider und Andy Dorn im Jahr 2015  (v. l. n. r.).

„Punk’s not dead“ — vor allem dann nicht, wenn es um die Erlanger Band „Die Suicides“ geht: Dirk N. Steuerlein, Mike Neun, Tilo Heider und Andy Dorn im Jahr 2015 (v. l. n. r.). © Fotos. privat

Sie gehören zum erlauchten Kreis der „dienstältesten Punkbands Deutschlands“ — und haben nun nach fast 40 Jahren eine Art „Werkschau“ veröffentlicht. „Sterben verboten — Audioaufschnitt 79/15“ nennt sich das Album, das nun am Freitag ab 17 Uhr mit einer Art „Punk-literarischen Quartett“ bei „Bongartz — Musik in allen Formaten“ (Hauptstraße 56) vorgestellt wird.

Ein Nachmittag, an dem Gitarrist Dirk N. Steuerlein, Sänger Mike Neun, Schlagzeuger Tilo Heider und Bassist Andy Dorn aufs Auf und Ab in der Karriere der Erlanger Band „Die Suicides“ zurückblicken werden.

„Punk’s not dead“ — vor allem dann nicht, wenn es um die Erlanger Band „Die Suicides“ geht: Andy Jansen, Mike Dupre, Tilo Heider und Mike Neun (Anfang der 80er Jahre, v. l. n. r.).

„Punk’s not dead“ — vor allem dann nicht, wenn es um die Erlanger Band „Die Suicides“ geht: Andy Jansen, Mike Dupre, Tilo Heider und Mike Neun (Anfang der 80er Jahre, v. l. n. r.). © Fotos. privat

Dabei werden Songtexte vorgelesen, Musikbeispiele abgespielt und Anekdoten erzählt. Davon gibt es übrigens jede Menge: Etwa von der Nacht, als der ehemalige Gitarrist Mike Dupree, der später als Pionier der deutschen Tattoo- und Piercing-Szene Studios in Fürth und Amsterdam betrieb, am Tresen des Clubs „Transfer“ seine Hose herunterließ und einem verblüfften Siemensianer zeigte, wo man heutzutage alles Ringe platzieren kann. Oder die Geschichte vom berühmten Mike-Neun-Ausrutscher am Altstädter Kirchenplatz, der ihm unter dem Stichwort „Der Bühnensturz“ zweifelhafte Berühmtheit in diversen „Pleiten-Pech-und-Pannen“-Shows einbrachte — und ein kleines Honorar von einer TV-Produktionsfirma, die Bilder dieses unangenehmen und schmerzhaften Zwischenfalls in alle Welt exportierte.

Der Freitagnachmittag soll ein Spaziergang durch die Historie der Band werden. Da trifft es sich gut, dass „Sterben verboten — Audioaufschnitt 95/2015“ tatsächlich Songs aus vier Jahrzehnten vereint. Da gibt es kurze heftige Punkrock-Attacken aus den 80er-Jahren. Songs, die teilweise beim Auftritt im Vorprogramm von Nina Hagen mitgeschnitten wurden. In den alten Texten wird schon mal der Spaß am Abbrechen von Mercedes-Sternen gefeiert oder sich über Disco-Gänger lustig gemacht wird. Hierbei handelt es sich um historisches Material, das teilweise nur auf Musik-Kassetten erhalten geblieben ist. Sound-Experte Peter Heider hat hier jede Menge Restaurierungsarbeit hineingesteckt. Hinzu kommen neue Songs, bei denen es auch schon mal ums Altwerden geht.

Die CD gibt es bei „Bongartz“, bei „Der Schallplattenmann“ und via office@weekend-of-fear.com

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