Samstag, 07.12.2019

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Mit neuem Saal: Frischekur für Erlangens Lamm-Lichtspiele

Betreiber hoffen bei Vorhaben auf Unterstützung der Stadt - 13.11.2019 11:00 Uhr

Noch befindet sich in diesem Gebäude in der Erlanger Schulstraße eine Schreinerei. Aber bald schon soll dort ein Saal der Lamm-Lichtspiele errichtet werden. © Stefan Mößler-Rademacher


"Wir wollen einen Beitrag leisten, die Erlanger Altstadt attraktiver zu machen." Wenn Elisa Coburger so einen Satz sagt, ist klar, dass es ums Kino geht. Die Geschäftsführerin der Lamm-Lichtspiele hat einen Plan, für den es im Kultur-Ausschuss am Mittwoch durchs Votum der Stadträte eine Finanzspritze aus dem Erlanger Haushalt geben soll: Den Bau eines neues Kino-Saals in der Schulstraße. Das Gebäude, das dort umgewandelt werden soll, ist eine Schreinerei, deren Besitzer sich in den Ruhestand verabschieden.

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"Die Lamm-Lichtspiele erhalten – vorbehaltlich des Beschlusses und der Genehmigung des Haushalts – einen Zuschuss für die bauliche Erweiterung der Spielstätten in der Altstadt in Höhe von 100 000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Für 2020 sollen 33.400 Euro eingestellt werden." So steht es in der Beschlussvorlage, die auf Antrag der SPD-Fraktion am Mittwoch (13. November) ab 16 Uhr im Kultur- und Freizeitausschuss beraten wird. Alles deutet darauf hin, dass der Antrag befürwortet wird. Denn – so steht es ebenfalls in diesem Papier – neben der SPD unterstützen auch die CSU, die Grüne Liste sowie die ÖDP solch eine Forderung "in ähnlicher Höhe".

In der Beschluss-Vorlage wird hingewiesen, dass die Lamm-Lichtspiele "seit vielen Jahren mit ihren herausragenden und auf Landes- und Bundesebene stetig ausgezeichneten Programmangeboten einen großen Beitrag für das Kulturleben in Erlangen" leisten und "dabei auch ein wichtiger Kooperationspartner für städtische und nicht-städtische Institutionen" sind. Zur Erinnerung: Rund zehn Jahre betrieb Coburgers Geschäftspartner Peter Zwingmann auch das Manhattan-Kino. Nach dem Ausstieg aus dem Pachtvertrag fielen drei Säle für die ambitionierte Programm-Arbeit weg. "Mit zwei Leinwänden können wir als Arthouse-Kino nicht mehr ein aktuelles Angebot zusammenstellen, das eine Stadt wie Erlangen verdient hat. Mit dem neuen Saal in der Schulstraße wird sich das wieder ändern", stellt Coburger klar.

Blick von der Fuchsenwiese auf die Schulstraße. © Stefan Mößler-Rademacher


Auch die SPD hatte in ihrem Antrag mit Blick auf die abhanden gekommene Manhattan-Kapazität (in den Räumen unterhält seit Dezember 2017 der Nürnberger Kino-Mogul Wolfram Weber ein Deluxe-Kino) darauf hingewiesen, dass "mit dem neuen Saal der Verlust der drei Säle wenigstens ansatzweise ausgeglichen und das Angebot weiter entwickelt werden soll".

Keine 100 Meter wäre der neue, moderne Saal mit Platz für rund 80 Zuschauer vom Traditions-Kino "Lamm" (seit 1919 werden hier Filme gezeigt) entfernt. Dort soll anspruchsvolles Kino mit modernster Technik geboten werden. "Wir planen bislang mit einer Onyx-LED-Anlage. Die Bilder kommen da direkt aus dem Schwarz heraus. Das ist sagenhaft", schwärmt Coburger.

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Wichtig ist Coburger auch eine architektonisch attraktive und denkmalschutzgerechte Lösung für den geplanten Saalbau: "Wir wollen beispielsweise die bislang verputzte Stadtmauer freilegen und mithelfen, die gesamte Straße aufzuwerten".

Wenn der Ausschuss am Mittwoch grünes Licht gibt, könnte es schnell gehen. Coburger: "Dann wollen wir im kommenden Jahr loslegen."

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