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Musik-Zauber aus Erlangen fürs Poetenfest

Geiger Stefan Poetzsch spielte mit zwei unterschiedlich besetzten Trios - 02.09.2019 18:00 Uhr

Der Erlanger Geiger Stefan Poetzsch füllte mit Christian Thomé und Markus Stockhausen souverän die Lücken im Literaturtrubel. © Peter Roggenthin


Während nebenan auf der Erzähl-Wiese Bilder in den Köpfen der Besucher über Wort-Assoziationen entstehen, greifen die Trios um den Erlanger Geiger Stefan Poetzsch zu einem anderen Mittel: Sie lassen über die Ohren ihres Auditoriums Klangbilder entstehen, die kaum weniger assoziativ sind, wenn auch vergänglicher.

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Poetzsch, der Komponist und Violinist, hatte für das Poetenfest-Wochenende im Schlossgarten zwei Trios in wechselnden Besetzungen zusammengestellt, die trotz ihrer Gegensätze zu erstaunlich ähnlichen Ergebnisse kamen: Mit dem bravourösen Trompeter und Flügelhornisten Markus Stockhausen gelangen dem Trio verwehte Klänge, die mal federleicht durchs Geäst schwirrten, mal irritierend abstrakt die auch kratzige Klangwelt der (elektronisch verfremdeten) Violine ausloteten.

Hier gibt es alles rund ums Poetenfest Erlangen

Stockhausen, der als Improvisator und Komponist im Jazz genauso zuhause ist wie in der zeitgenössischen und der klassischen Musik, hat den lyrischen Ton (auf dem Flügelhorn!) ebenso "drauf" wie den schneidig zupackenden Klang der Trompete. Sein Zusammenspiel mit Poetzsch zeigt blindes Verständnis auch in freien Passagen – beide kennen sich auch schon lange.

Am Sonntag sorgte der kamerunische Sänger und Perkussionist Njamy Sitson mit spontan wirkenden Texten in seiner Muttersprache für die erwartete Eine-Welt-Musik. Mit der Ngoni, einem kissenförmigen Saiteninstrument aus Westafrika, einer (stimmbaren) Sprechtrommel, einer Pygmäen-Flöte, einem großen Daumen-Piano sowie mit seiner Stimme holte er mit Polyrhythmik und mäandernden Melodien Westafrika in den Schlossgarten und erwies sich der Komponist, Schauspieler, Erzähler und Musiktherapeut als gutgelaunter Teamplayer, der auch Ausflügen ins Abstrakte nicht abgeneigt ist.

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An beiden Tagen zeigte der Kölner Schlagzeuger Christian Thomé Netzwerkerei vom Feinsten. Die Trios: eine kostenfreie und köstliche Wundertüte für Literatur-Fans. 

pm

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