Freitag, 16.04.2021

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Nach einer Stunde wird Parken bei Lidl in Erlangen teuer

Das Parken über eine Stunde hinaus kostet mindestens 30 Euro - 30.04.2020 18:00 Uhr

Die Parkdauer auf dem Lidl-Parkplatz an der Nägelsbachstraße wird durch Sensoren überwacht. Wer länger als 60 Minuten dort steht, muss 30 Euro berappen.

27.04.2020 © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


Aufgeregt läuft ein Mann über den Lidl-Parkplatz an der Nägelsbachstraße, hält eine etwa 20 Zentimeter langen, gelben Papierstreifen in der Hand, schwenkt ihn in der Luft und schimpft. 30 Euro soll er zahlen, steht darauf, weil er sein Auto länger als eine Stunde auf dem Parkplatz geparkt haben soll.

Er aber schwört in gebrochenem Deutsch, er habe nur kurz da gestanden. Er geht in den Laden des Discounters, kommt mit einer Mitarbeiterin von Lidl zurück und redet auf sie ein. Die Frau versteht schnell, worum es geht. Sie könne auch nichts machen, erklärt sie dem Mann, geht aber über den Parkplatz und sucht den Parkplatz-Überwacher, der überprüfen soll, ob Autos dort länger als eine Stunde stehen. Aber sie findet ihn nicht. Die Situation lässt sich jetzt nicht aufklären.

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Klar aber ist: Der Lidl-Parkplatz wird jetzt elektronisch darauf überwacht, ob jemand länger als eine Stunde dort mit seiner Blechkarosse steht. Dafür sind auf jeder Stellfläche gelbe Sensoren installiert, bei denen die Zeit zu laufen beginnt, wenn sich ein Auto drüber stellt. Und dann gibt es diesen gelben Streifen, auf dem auch die Kontonummer steht, auf die die 30 Euro zu überweisen sind.

Überall auf dem Parkplatz stehen Hinweisschilder, die darauf hinweisen, dass Parken über eine Stunde hinaus mindestens 30 Euro kostet. Aufgestellt hat sie die Firma Park & Control aus Stuttgart. Die hat auch gleich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) an der Parkplatzeinfahrt ausgehängt. Demnach geht jemand, der sein Auto dort vorübergehend abstellt, einen Vertrag mit Park & Control ein.

Das Hinweisschild ist eindeutig: 60 Minuten müssen für den Einkauf ausreichen.

27.04.2020 © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


"Gegenstand des Vertrages ist die Überlassung eines Stellplatzes in der Parkierungsanlage zum vorübergehenden Abstellen eines Fahrzeugs", heißt es in den AGB. Wer die Höchstparkdauer überschreitet, muss 30 Euro berappen, wer sonstige Bedingungen in der AGB nicht erfüllt – dazu gehört das Parken außerhalb der gekennzeichneten Flächen oder auf einem Behindertenparkplatz – , zahlt 40 Euro.

Parkdauer wird mit Hilfe von Sensoren im Boden erfasst

Wie die Lidl-Pressestelle Deutschland dazu auf Anfrage mitteilt, möchte man mit der Parkraumüberwachung zwischen Lidl-Kunden und Falschparkern differenzieren, um den Kunden während der gesamten Öffnungszeit einen bequemen Einkauf und ausreichend Parkmöglichkeiten zu bieten. Bei der Lidl-Filiale in der Nägelsbachstraße werde die Parkdauer seit Januar mit Hilfe von Sensoren im Boden erfasst.

Bei einer Überschreitung der Höchstparkdauer von 60 Minuten werde der externe Dienstleister automatisch informiert. Der Lidl-Parkplatz an der Neumühle hingegen werde ohne Sensoren durch den Vermieter überwacht. Dort müssen Parkscheiben hinter die Windschutzscheibe gelegt werden.

Die Abwicklung aller im Zusammenhang mit dem Verwarnungsgeld stehenden Modalitäten erfolgt ausschließlich durch den Dienstleister. "Lidl profitiert nicht von dem Verwarnungsgeld".

kds

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