Neunkirchen hat den Klassenverbleib fast sicher

6.3.2018, 17:30 Uhr
„Sie hat sich unheimlich gesteigert“: Mannschaftskapitänin Petra Rubin spricht voll des Lobes über Melanie Schenkl (im Bild).

„Sie hat sich unheimlich gesteigert“: Mannschaftskapitänin Petra Rubin spricht voll des Lobes über Melanie Schenkl (im Bild). © Foto: Klaus-Dieter Schreiter

Das persönliche Ziel hatte Melanie Schenkl erreicht: Ein Spiel wollte die 22-Jährige gewinnen, zumindest einen Punkt wollte sie holen gegen die scheinbar übermächtigen Fürther. "Ich hatte zwei sehr schwere Einzel, die Gegner sind eben die besten der Liga." Die Spielvereinigung thront doppelt an der Spitze des Klassements, beide Mannschaften sind besser als der gesamte Rest.

Die Neunkirchenerinnen kümmert das wenig, sie haben als Aufsteiger andere Ziele — und andere Gegner, gegen die sie gewinnen müssen. "Wir wussten daher von vornherein, dass wir keine Chance haben würden." Jede Spielerin wollte trotzdem ihr Bestes geben und, wenn irgendwie möglich, einen Punkt holen. Melanie Schenkl ist das beim 1:8 gelungen, sie gewann gegen Andrea Mattmüller (11:7, 15:13, 7:11, 11:8). "Das war mein persönliches Ziel, daher habe ich mich schon auch gefreut."

Ohne die sonst an Nummer eins gesetzte Zeljka Dragas war gegen Fürth kein weiterer Punkt drin. Beide Doppel gingen an die Gäste, wobei das Duo Schenkl und Petra Rubin gegen die Geschwister Sylvia Messer und Claudia Piccu erst im vierten Satz verloren. "Fürth spielt seit Jahren in dieser Liga", sagt Schenkl. "Die sind etabliert." Für die 22-Jährige ist es hingegen das allererste Jahr auf diesem Niveau.

"Am Anfang war es eine Umstellung, die ersten Spiele waren schwer", erinnert sich Schenkl an den Saisonstart. "Die Ballwechsel waren länger. Ich habe zuerst gar nicht damit gerechnet, dass der Ball wieder zurück kommt." Doch die Gegenspielerinnen parierten immer wieder überraschend stark. "Das Spiel ist schneller, die Gegner haben mehr Erfahrung, dazu kommt die Taktik." Nach jedem sechsten Punkt gibt es eine kurze Pause, die Spielerinnen gehen kurz weg von der Platte, trocknen sich die schweißnassen Hände ab. Zeit, die man auch taktisch nutzen kann, um den Gegner aus dem Spiel zu bringen.

Obwohl Melanie Schenkl noch keine Vorerfahrung in der Bayernliga hatte, ist sie in der Rückrunde zweitstärkste TTC-Spielerin hinter Dragas. "Sie hat sich unheimlich gesteigert und ist viel selbstsicherer geworden", sagt ihre Doppel–Partnerin und Mannschaftsführerin Petra Rubin. Auch Schenkl merkte, wie es besser wurde, "kontinuierlich von Spiel zu Spiel".

Das gilt für das gesamte Team. Zu Beginn war Neunkirchen nur schwer reingekommen in die neue Liga. "Wir waren überzeugt, dass wir es schaffen können", sagt Schenkl. Gegen die direkten Konkurrenten im Keller, Schierling und Tiefenlauter, gab es keinen Sieg, gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte hohe Niederlagen. "Das erste Spiel, das wir gewonnen haben, war der Wendepunkt." Es war das 8:4 gegen den CVJM Lauf.

"Mittlerweile können wir fast sicher sein", sagt Schenkl. Der Druck ist erst einmal weg. "Ein Sieg in Schimborn fehlt noch, dann halten wir sicher die Klasse." Bis dahin will die Studentin lieber abwarten, sich nicht zu früh freuen. "Es kann alles passieren." Bleibt Neunkirchen in der Bayernliga, will auch Melanie Schenkl aus Stammbach (Landkreis Hof) in ihrer dann fünften Saison beim TTC bleiben — trotz der langen Fahrten zu den Spieltagen.

 

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