Montag, 23.11.2020

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Nürnberg wird nicht Kulturhauptstadt: So reagiert Erlangen

Kulturreferentin möchte etliche Metropolregion-Kooperationen fortsetzen - 29.10.2020 11:00 Uhr

Mit dem Titel „Kulturhauptstadt“ hat es nicht geklappt. Aber dennoch ist Nürnberg samt Metropolregion mehr als ein „Kulturhauptstädtla“.

28.10.2020 © Stefan Hippel


"Es ist natürlich unheimlich schade, dass Nürnberg den Titel nicht gewinnen konnte. Als Nachbarstadt standen wir in den letzten Jahren im Zuge des gesamten Bewerbungsprozesses in enger Zusammenarbeit mit Nürnberg und der Metropolregion." Auch Erlangens Kulturreferentin Anke Steinert-Neuwirth hat aufmerksam den Livestream im Internet mitverfolgt, in dem die Auswahljury bekannt gab, wer sich 2025 mit dem Titel Kulturhauptstadt Europas schmücken darf. Am Ende wurde nicht in Nürnberg, sondern in Chemnitz gejubelt.

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Die Erwartungen waren groß, gebannt verfolgte man beim "Public Viewing" im Nürnberger Rathaus die Bekanntgabe der Kulturhauptstadt 2025. Die Blumen lagen schon bereit, gereicht hat es am Ende nicht für die Noris. Die entscheidenden Minuten im Rathaus in Bildern.


Auch für Erlangen wäre diese Auszeichnung mehr als spannend gewesen. Schließlich waren rund 40 Städte, Gemeinden und Landkreise aus der Metropolregion Nürnberg mit an Bord. Auch Erlangen hatte sich bereiterklärt, das Kulturhauptstadt-Programm mitzugestalten und mitzufinanzieren.

"Vieles ist angestoßen worden"

"Natürlich wäre der Titel eine tolle Chance und ein starker Motor auch für die Erlanger Kultur gewesen. Doch Vieles ist angestoßen worden, was wir trotzdem weiterverfolgen werden", berichtet Erlangens Kulturreferentin und ergänzt: "Wir lassen nicht die Köpfe hängen – ganz im Gegenteil.

Nürnberg , am 28.10.2020 Ressort: Feuilleton Foto: Stefan Hippel Rathaus Historischer Saal, Kulturhauptstadt 2025, Entscheidung Kulturhauptstadt: Bekanntgabe per Video, Reportage vom "Public Viewing", Nürnberg wurde leider nicht Europäische Kulturhauptstadt 2025. Das ist Chemnitz geworden.Termin mit Kulturbürgermeisterin Julia Lehner, OB Marcus König und Hans-Joachim Wagner, leiter des Bewerbungsbüros.

28.10.2020 © Stefan Hippel, NNZ


Denn zusammen mit regionalen Partnern haben wir in den letzten drei Jahren gezeigt, dass wir ein großes Potenzial haben und wir haben gemeinsam tolle Projektideen entwickelt." Einige davon möchten Steinert-Neuwirth in Erlangen und dem Städtegroßraum unbedingt weiterführen. Als Beispiel nennt sie die Arbeit an der Gedenkstätte Heil- und Pflegeanstalt, die an das Kulturhauptstadtthema "Erinnerungskultur" angedockt hätte werden sollen.

Zudem soll die Suche nach einem Ort für die freie Szene und die Kultur- und Kreativwirtschaft weitergehen und insbesondere auch im Verbund mit anderen Städten der Metropolregion Fahrt aufnehmen. Steinert-Neuwirth: "Das Figurentheaterfestival wird sich inhaltlich weiterentwickeln und seine europäische Perspektive und Ausrichtung nochmals erweitern."

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Jetzt ist es raus: Chemnitz hat das Rennen gemacht. Wir haben Reaktionen der Kulturschaffenden eingeholt - es überwiegt, wie zu erwarten, die Enttäuschung.


Übrigens: Deutsche Kommunen wurden bisher dreimal mit dem Titel ausgezeichnet. Das waren 1988 West-Berlin, Weimar im Jahre 1999 sowie Essen und das Ruhrgebiet 2010.

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Fair kommentiert Steinert-Neuwirth: "Aber natürlich freue ich mich auch für Chemnitz, deren Bewerbung die Jury eben am meisten überzeugt hat."

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