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Oh wie schön ist Bethang!

Künstler wandert rund um "seine" Kunststadt im Großraum - 12.05.2013 11:29 Uhr

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Fünf Fragen an... Karsten Neumann, Konzeptkünstler

Kurz vor der Eröffnung der Ausstellung "30 Künstler/30 Räume", zu der auch Karsten Neumann mit seiner Bethang-Stadtutopie einen künstlerischen Beitrag leistet, haben wir uns mit ihm in seinem Atelier in der Flotowstraße getroffen und uns über - was liegt näher - Kunst unterhalten.


Oh wie schön ist Bethang! Karsten Neumann entdeckt seine Fantasie-Städtefusion gerade ganz neu. 140 Kilometer in acht Tagen hatte er sich vorgenommen, als er in Nürnberg startete.

Mit Rucksack und Zelt im Gepäck marschiert der Künstler durch die Landschaft: „Man glaubt gar nicht, wie grün es an den Stadtgrenzen ist“, berichtet er staunend. Der achtsame Umgang mit der Natur ist dem Buddhisten ohnehin ein Anliegen. Auch aus diesem Grund trägt er auf der Wanderung wie immer seinen kunterbunten Kunststoffmüll-Schmuck — vielleicht nicht als Mahnmal, aber doch, um seine Mitmenschen ein wenig zum Nachdenken zu bringen. „Ein schlechtes Gewissen haben ja fast alle, weil man einfach weiß, dass man ökologisch nicht korrekt lebt. Aber es reicht ja, wenn man kleine Schritte macht.“

Ein Motto, das sich der 49-Jährige auch für seine Wanderung vorgenommen hat. Immer schön langsam, ein Schritt nach dem anderen. „Für mich ist das Ganze schon eine körperliche Grenzerfahrung“, gibt er zu. „Ich bin ja jetzt nicht so der sportliche Typ.“ Wobei Neumann vergangenes Jahr zur Documenta nach Kassel radelte und auch sonst gerne in die Pedale tritt.

20 Kilo an Gepäck schleppt er mit sich herum und schläft in freier Natur im Zelt. Für einen Städter wie Neumann durchaus eine Herausforderung. Nicht umsonst trägt seine Performance-Wanderung den Titel „Grenzgang“. Gut, dass der Künstler für ausreichend Streckenposten gesorgt hat.

Auch Josef Weber vom Erlanger Baureferat leistete tatkräftige Unterstützung. Von ihm und anderen stammt die Idee des „Regionalparks Rednitz-Regnitz“. Sollte es je zur Verwirklichung dieses Naherholungsprojekts kommen, könnte Karsten Neumanns Bethang-Rundwanderweg fester Bestandteil werden.

Dass der Plastik-Kopfschmuck auf dem Kopf ein wenig schräg aussieht, weiß das wandelnde Gesamtkunstwerk natürlich – beziehungsweise das Auffallen gehört zum Konzept. „Indianer, wo gehst’n hin?“ schallte es ihm bereits entgegen. „Die Reaktionen der Passanten reichen von verwundert über ablehnend bis hin zu freundlich“, sagt der umtriebige Kreative, der auch an der großen Nürnberger Ausstellung „30 Räume/30 Künstler“ im vergangenen Jahr beteiligt war.

Aktuelle Fotos und Infos auf  rundwanderweg.bethang.org

 

Susanne Helmer

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