Ohmbrunnen kommt Erlangen teuer

22.5.2014, 12:00 Uhr
Erlangen: Der Ohmbrunnen am gleichnamigen Platz ist derzeit eingezäunt. Näher betrachtet zeigt er starke Spuren von Verfall und Zerstörung. Jetzt soll er für 460000 Euro wiederhergestellt werden.

Erlangen: Der Ohmbrunnen am gleichnamigen Platz ist derzeit eingezäunt. Näher betrachtet zeigt er starke Spuren von Verfall und Zerstörung. Jetzt soll er für 460000 Euro wiederhergestellt werden. © Harald Sippel

Viele Erlanger verbinden romantische Gefühle mit dem Brunnen am Ohmplatz, mit den Fontänen, die sonst so schön in die Luft schießen. Sie denken an die Momente, die sie dort mit Freunden und Kindern verbracht haben. 460 000 Euro kostet eine Generalsanierung, 200 000 Euro will das Gebäudemanagement aus seinem Budget für den Bauunterhalt 2014 beisteuern, und 260 000 soll der neue Etat 2015 bringen.

Nicht schlecht gestaunt haben die Mitglieder des Bauausschusses, als sie die Summen erfahren haben. Die Summe sei zu hoch, meinte etwa Helmut Wening von der Grünen Liste.

Und Lars Kittel staunte über das Erstaunen seiner Stadtratskollegen. Da sei wohl ein „kollektives Totalvergessen eingetreten“, schimpfte der Fraktionsvorsitzende der FDP. Vor der Wahl hätten sich sowohl CSU als auch SPD für die Sanierung ausgesprochen. Von „historischer Bedeutung“ sei da sogar die Rede gewesen, sagte Kittel.

Ursula Lanig, die SPD-Stadrätin, ließ diese Aussage so nicht stehen. „Ich habe das nicht vergessen“, meinte sie. Und sie betonte auch: „Ich möchte den Brunnen erhalten haben, der gehört zu Erlangen“. Die Lösung für Lanig lautete: Sanierung zu einem günstigeren Preis.

Kaum realisierbar

Die Idee hielt allerdings Wolfgang Kirscher, der Leiter des Gebäudemanagements, kaum für realisierbar: „Viel billiger wird man einen sprudelnden Brunnen nicht hinkriegen“. Zu Wort gemeldet hat sich zu dem Thema auch die Kämmerei. Bei Konrad Beugel rief die Summe gewaltiges Stirnrunzeln hervor: „Ist das verhältnismäßig“, fragte er. Schließlich warte etwa das Marie-Therese-Gymnasium immer noch auf die Sanierung seiner Toiletten, schließlich habe die Stadt eine Haushaltssperre verhängt, um überhaupt eine Chance zu haben, dass der Stadtetat von der Regierung von Mittelfranken genehmigt wird.

Jetzt wird das Gebäudemanagement erst einmal eine Alternative zu dem aktuellen Plan erarbeiten und vorlegen. Dann wollen die Stadträte entscheiden.

RALF H. KOHLSCHREIBER

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