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Freitag, 24.05.2019

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Patientenbetreuung übers Handy

Vortrag in Röckenhof zu unserer Zukunft mit Internet und Telekommunikation - 15.04.2010

So soll der neue, elektronische Personalausweis aussehen. © Mark Johnston


Die Zukunft hat schon begonnen. Bereits im Herbst dieses Jahres soll der neue Personalausweis bundesweit eingeführt werden. Mit ihm soll man sich nicht nur identifizieren sondern über einen sechsstelligen Pin auch im Internet einkaufen, viele Behördengänge abwickeln oder seine Versicherungsangelegenheiten erledigen können. Momentan laufen verschiedene Tests mit Versicherungsgesellschaften, dem Einzelhandel und Ämtern, so Heinz Thielmann, Gründungsmitglied des Münchner Kreises, der an der Studie zur Zukunft der Informationstechnologie mitgewirkt hat.

800 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wurden weltweit befragt. Ihre Meinungen sind Teil der Studie, die unseren Umgang mit den Medien, der Kommunikation in den nächsten 30 Jahren vorhersagt.

Beruf und Freizeit

Demnach werden bereits in zehn Jahren weite Teile unseres täglichen Lebens digitalisiert sein. Berufliches und private Lebensräume, so die Expertenmeinung, werden verschmelzen. Dies werde künftig ein großes Thema auch für Gewerkschaften, denn die Arbeitszeitkontrolle könne es in der jetzigen Form dann kaum mehr geben.

»Bis 2020 wird der Laptop zum normalen Schulalltag gehören«, glaubt Thielmann. Vorausgesetzt, die Lehrer werden künftig darin besser ausgebildet. Die Experten gehen ebenso davon aus, dass das Internet in weniger als 15 Jahren das Unterhaltungsmedium Nummer eins in Deutschland ist.

Aber nicht nur in Schule und Beruf werden die Neuen Medien das Leben erleichtern. Vorstellbar ist beispielsweise auch eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung älterer Menschen im eigenen Zuhause mittels dieser Kommunikationssysteme.

Allerdings befürchten auch rund 15 Prozent der befragten Experten negative Auswirkungen auf die Gesellschaft: Vereinsamung und Mangel an menschlichen Kontakten sowie die Angst vor der Apparatemedizin.

Aber auch in der Medizin werden gänzlich neue Formen der Prävention, Diagnostik und Therapie möglich sein. »Telemedizin« ist hier das Stichwort. Davon gehen jedenfalls rund drei Viertel der Deutschlandexperten aus.

Auch wenn die IT-Branche unser Leben in den nächsten zwei Jahrzehnten kräftig verändern wird, an den eingepflanzten Chip im Menschen glauben die Wenigsten. 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass wir auch weiterhin unseren Ausweis in der Brieftasche statt im Körper tragen und zum Telefonieren keinen Chip im Ohr sondern ein Gerät benötigen. 

Manuela Meyer

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