Freitag, 16.04.2021

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Pflege in Erlangen vor großen Herausforderungen

Ein "Bündnis Pflege" soll trägerübergreifend Akteure zusammenbringen - 25.02.2021 19:30 Uhr

In Erlangen wird, ebenso wie andernorts in Deutschland, der Anteil der älteren, pflegebedürftigen Menschen in den nächsten Jahren steigen.

24.02.2021 © Oliver Berg/dpa


In der Pflege sind die kommunalen Handlungsspielräume und Einflussmöglichkeiten begrenzt. Zwar wird mit der Errichtung eines Pflegestützpunktes in Erlangen eine Stärkung der wohnortnahen und trägerneutralen Beratung, Unterstützung und Begleitung pflegebedürftiger Menschen und ihrer Familien sowie der Vernetzung von wohnortnahen Angeboten der Pflege, Versorgung, Betreuung und Beratung erreicht.

"Probleme wie beispielsweise die Unterfinanzierung der Pflegeversicherung und entsprechender Leistungen oder Fragen der Personalbemessung in stationären Einrichtungen können seitens der Kommune jedoch nicht gelöst werden", sagt Sozialreferent Rosner. "Gerade unter den Umständen der Corona-Pandemie zeigt sich aktuell eindrücklich, wie wesentlich hierbei eine gute Vernetzung der hauptamtlichen Hilfestrukturen für eine wirksame Unterstützung und Entlastung der betroffenen Menschen ist."

Viele Herausforderungen

Aktuell gibt es viele Herausforderungen: Eine vom Bundesministerium für Gesundheit geplante Pflegereform, neue Verfahren zur Bemessung des Personalbedarfes in Pflegeeinrichtungen, die Umsetzung und Weiterentwicklung neuer Pflege- und Wohnformen wie Pflege- oder Demenz-WGs oder kleinräumig organisierte, quartiersorientierte Pflegeangebote, die Auswirkungen der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung und Aspekte der Digitalisierung in der Pflege.

"Die Planung zur Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur und von Pflegeangeboten kann nur in einem breiten Beteiligungsprozess erfolgen", zeigt sich Rosner überzeugt. "Wir schlagen daher ein "Bündnis Pflege" als Plattform vor, auf dem diese Fragen trägerübergreifend erarbeitet werden können."

"Es brennt wirklich"

Das Bündnis müsse schnell aktiv werden, sagte ÖDP-Stadträtin Barbara Grille im Ausschuss, "weil es wirklich brennt". Insbesondere müsse der Fokus auf die Stadtteile gelegt werden, "wir brauchen eine wohnortnahe Pflege". In Ortsteilen wie Frauenaurach, Eltersdorf, Dechsendorf und Tennenlohe gebe es derzeit nichts. Als besonders problematisch bezeichnete SPD-Sozialsprecherin Anette Christian den Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen.

Außerdem wies sie darauf hin, dass im Bereich Tagespflege in Erlangen noch Nachbesserungsbedarf besteht. Im Stadtwesten gebe es dieses Angebot bisher nicht, sagte sie. Hier wolle die Arbeiterwohlfahrt einsteigen. Die Tagespflege könne pflegende Angehörige entlasten und trage wesentlich dazu bei, die Selbstbestimmung Pflegebedürftiger zu erhalten. FDP-Stadtrat Holger Schulze hob hervor, dass der Bedarf an stationären Plätzen für Demenzerkrankte nicht gedeckt sei.

en/ek

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