Dienstag, 20.10.2020

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Projekt "AckerGarten" in Erlangen kommt gut an

50 Quadratmeter unweit vom alten Ortskern von Büchenbach fürs eigene Gemüse - 01.05.2020 18:00 Uhr

Im Gänsemarsch zum eigenen Gemüse: Auf rund 50 Quadratmetern lassen es Hobbygärtner grünen und blühen – natürlich und ohne Chemiekeule.


Initiatoren des Projekts "AckerGarten" sind Doris Gehringer und Klaus Schaufler, der einen Hof mit Milchwirtschaft und Erdbeerfeldern – für Selbstpflücker – betreibt. 28 Parzellen haben sie auf einem seiner Felder abgesteckt, eine für sich selbst, die anderen werden für jeweils 175 Euro vermietet. Die Nachfrage sei groß gewesen, sagt Schaufler, "wir haben ein paar Leuten absagen müssen".

Die Idee für das Projekt hatten sie letztes Jahr. Da hatten sie einen Schaugarten angelegt – neben einem Fußweg, so dass Spaziergänger sehen konnten, wie es dort blüht und gedeiht. "Manchen Sachen taugt der Boden hier", sagt Doris Gehringer, selbst passionierte Gärtnerin. Die Tomaten seien letztes Jahr gewuchert, der Spinat sei riesig gewesen, der Fenchel ebenfalls, den Mangold habe sie achtmal abgeerntet, die Zucchini hätten sich überschlagen vor Größe. Erbsen hingegen "sind vor sich hin gemickert".

Jetzt bekommen auch andere Leute die Chance, einen Garten anzulegen und die Ernte "einzufahren". Große Erfahrung muss man dafür nicht mitbringen. "Es soll sich jeder ausprobieren und testen", meint Doris Gehringer.

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Ein Starterpaket hat jeder mitbekommen – mit Jungpflanzen wie Salaten, Kohlrabi, Mangold sowie mit Saatgut von Kartoffeln über Möhren bis hin zu Radieschen. Die Richtung ist also vorgegeben, eigenes Lieblingsgemüse und Blumen darf man aber ebenfalls pflanzen und heranziehen. Vorgegeben ist allerdings, dass der Anbau in Bioqualität ohne den Einsatz von Chemiekeulen erfolgen soll. Gedüngt wurde der Boden bereits von Klaus Schaufler. Im Herbst hat er Rindermist ausgebracht, im Frühjahr Roggen zur Gründüngung untergepflügt.


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Das Gießwasser gibt es direkt am Grundstück, "letztes Jahr mussten wir aber nicht viel gießen", sagt Doris Gehringer. Zweimal die Woche, glaubt sie, sei es aber doch nötig, "und wenn man nicht gießt, muss man hacken. Irgendwas ist also immer zu tun." Es müsse sich jetzt zeigen, ob das den Leuten Spaß mache, sagt Klaus Schaufler. Falls ja, könne man für nächstes Jahr an eine Vergrößerung der Fläche denken und mehr Parzellen anbieten.

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Simon Keller jedenfalls freut sich schon darauf, wenn aus dem jetzt noch grauen Acker die ersten Pflanzen sprießen werden. Welches Gemüse ihm am meisten zusagt, kann er gar nicht sagen. "Eigentlich alles", meint er. Und legt sich dann doch fest. Vor allem die Kartoffeln haben es dem Geographiestudenten angetan. Und so wie seine Studienkollegen – sie wollen sich abwechseln beim Hegen und Pflegen ihrer Parzelle – möchte auch er sich mit Hilfe des Projekts zugleich auch fortbilden. Man lerne im Studium viel über Bodengeographie, sagt er. "Aber man lernt nicht, wie man daraus Gemüse macht."

EVA KETTLER

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