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Pulse of Europe: Am Dienstag viele Aktionen in Erlangen

"Wir wollen nicht nur Europafähnchen schwenken": Organisatorin Barbara Münzel im Interview - 06.05.2019 18:00 Uhr

Auch in Erlangen finden Aktionen zu "Pulse of Europe" statt. © Michael Matejka


Am 7. Mai geht es in der Hugenottenstadt passend zur Europawahl am 26. Mai mit Europa-Bus, Pulse of Europe-Demonstration und einer Podiumsdebatte von früh bis Abend rund um Europa und die Europäische Union. Zwischen 9.30 Uhr und 18 Uhr steht der Europa-Bus auf dem Schlossplatz. Dort können Passanten sich mit verschiedenen Aktionen über Europa informieren.

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Um 15 Uhr findet ebenfalls auf dem Schlossplatz die "Pulse of Europe"-Kundgebung statt, die Moderation übernimmt die Nürnberger Aktivistin Barbara Münzel. Um 16 Uhr hält OB Florian Janik ein Grußwort. Den Abschluss macht ab 19 Uhr eine Debatte zum Thema EU aus Sicht anderer Staaten im Palais Stutterheim (Marktplatz). Der Europa-Bus ist ein Projekt des Bayerischen Bündnisses für Toleranz und der Bayerischen Staatskanzlei. Das Erlanger Programm wird unter anderem mit der Stadt, dem deutsch-französischen Institut und Pulse of Europe gemeinsam organisiert. Die EN sprachen vorab mit Barbara Münzel.

Frau Münzel, Erlangen ist eine internationale Stadt mit vielen Bürgern aus EU-Staaten. Dennoch organisieren Sie als Nürnberger Initiative die Aktion auf dem Schlossplatz. Ist die Erlanger "Pulse of Europe"- Gruppe eingeschlafen?

Die Nürnberger Geschäftsinhaberin Barbara Münzel (54) ist überzeugte Europäerin und hat daher die Nürnberger „Pulse of Europe“-Gruppe mitbegründet. © privat


Die Erlanger Gruppe ist nicht nur eingeschlafen, sie hat sich leider ganz aufgelöst. Das hat uns als Nürnberger Gruppe etwas überrascht. Denn, wie Sie sagen, die Universitäts- und Siemensstadt Erlangen ist ja wirklich international. Daher hat es uns schon gewundert, dass das Fortbestehen ausgerechnet in Erlangen nicht geklappt hat.

Was vermuten Sie als Gründe?

Bei den Erlangern waren hauptsächlich Studenten aktiv, wenn diese dann nicht mehr studieren, ziehen etliche weg, andere arbeiten und haben dann weniger Zeit.

Geht der "Pulse of Europe"-Bewegung generell der Atem aus?

Nein, ganz und gar nicht. Gerade vor der Europawahl sind wir als Initiative unglaublich präsent. Natürlich gibt es Städte, in denen der Puls eingeschlafen ist, aber dafür gibt es in anderen Städten wieder neue Initiativen. Es braucht ja auch wirklich viel ehrenamtliches Engagement, eine solche Bewegung mehr als zwei Jahre am Laufen zu halten.

Ihre Bewegung hat als Motto vor allem ein Bekenntnis zu Europa. Braucht eine Initiative aber nicht konkretere Forderungen, um Anhänger langfristig an sich zu binden?

Natürlich, Jetzt haben wir die Europawahl im Fokus, aber danach wollen wir wieder über die Frage nachdenken: Was will denn der Puls erreichen? Wir wollten auch nie nur Fähnchen schwenken. Wir hatten etwa Vertreter der Flüchtlingsrettungsaktion Sea Eye dabei und uns damit ein bisschen mehr politisch positioniert als das die Frankfurter am Anfang wollten. Es ist schwierig, eine Gruppe zu sein, die sagt, sie bleibt politisch ganz neutral. Das kann man gar nicht schaffen.

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Über 1000 Menschen haben am Sonntag ein klares Zeichen für Europa gesetzt. Sie folgten dem Aufruf der Bürgerinitiative "Pulse of Europe" und versammelten sich vor der Nürnberger Lorenzkirche.


Ist dann eine Flüchtlingspolitik mit weniger Abschottung eines Ihrer Ziele?

Natürlich, wir sind für ein offenes, grenzenloses und solidarisches Europa. Ich möchte auch betonen, dass Pulse of Europe nicht heißt, dass wir mit der EU, so wie sie ist, zufrieden sind. Das ist einer unserer großen Punkte. Ich möchte die EU, so wie sie ist, auch nicht behalten. Für mich ist Europa ein Projekt, an dem man ständig arbeiten muss. Reformen sind in vielen Bereichen notwendig.

"Die EU ist vielen zu bürgerfremd, zu weit weg"

Welche Bereiche meinen Sie?

Eben die Flüchtlingspolitik, aber auch den Lobbyismus in der EU müsste man angehen. Die EU ist vielen zu bürgerfremd, zu weit weg.

Auch die Europakritiker führen ja gerne das Schlagwort Bürgerferne an.

Natürlich, daher haben Besucher bei Veranstaltungen zu uns gesagt: "Wir dachten, wir müssen bei Euch das Europafähnchen schwenken". Nee, gar nicht. Man muss Europa schon erhalten, aber unbedingt reformieren.

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