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Freitag, 24.05.2019

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Regenwald im Walderlebniszentrum Tennenlohe

Schülerinnen und Schüler haben die Ausstellung am Beispiel von San Carlos zusammengestellt - 12.05.2017 10:00 Uhr

Die beiden Diplom-Biologinnen Susanne Scheer (r.) und Katharina Fittkau in der Regenwald-Ausstellung im Tennenloher Walderlebniszentrum. © Klaus-Dieter Schreiter


"Weil wir Leidenschaft für den Regenwald haben", hätten sie die Ausstellung auf die Beine gestellt, sagen Susanne Scheer und Katharina Fittkau. Fast zwei Jahre lang haben die beiden Biologinnen daran gearbeitet, haben Schülerinnen und Schüler der sechsten bis zwölften Klassen vom Christian-Ernst-Gymnasium und aus anderen Erlanger Gymnasien und von Realschulen mit eingebunden. Was entstanden ist, ist beeindruckend und lehrreich zugleich.

Gleich beim Betreten des Ausstellungsraumes fühlt sich der Besucher wie in einem echten Regenwald, sind doch die typischen Geräusche zu hören, wie das Zwitschern der Vögel und das Plätschern des Wassers. Nicht irgendeine Geräusch-CD wurde dafür aus dem Archiv gekramt. Vielmehr sind die Geräusche im Regenwald von Erlangens Partnerstadt San Carlos aufgenommen worden. Und dort, während einer Reise mit einer Erlanger Delegation im Jahre 2015, ist auch die Idee für die Ausstellung entstanden.

Auf Augenhöhe

Um die Ausstellung, die auch für den Verein Bandena (Band der Nationen) erarbeitet wurde, mit Leben zu füllen, haben sich die Biologinnen und ihre Pennäler die Städtepartnerschaft zunutze gemacht. Unter anderem zeigen sie Fotos vom Biologen Armando Gómez aus dem Nationalpark Los Guatuzos. Verschiedene Exponate aus der Region um San Carlos gibt es ebenfalls zu sehen. "Wir wollen die Besucher begeistern für die Schönheit des Regenwaldes und erklären, wie dieses Ökosystem funktioniert, welche Schätze sich hier verbergen, aber auch welchen Gefährdungen er ausgesetzt ist".

Wichtig für eine Städtepartnerschaft sei es stets auf Augenhöhe zu sein. Das gehe mit dem armen San Carlos nur auf fachlicher Ebene, beispielsweise mit dem vorhandenen Know How über den Regenwald. Ziel der Ausstellung sei es, den Jugendlichen nahezubringen, dass sie auch außerhalb der Schule lernen können, sagen die Biologinnen. Man wolle die Besucher der Ausstellung, und da vor allem die Jugendlichen, auch zum Staunen bringen, damit sie die Begeisterung weiter geben.

Staunen werden sie beim Anblick der Blattschneideameisen, die emsig Blätter schneiden und sie durch eine Glasröhre transportieren. Sie wurden von einem Biologielehrer zur Verfügung gestellt. Staunen werden die Besucher auch beim Anblick der Gespensterschrecken, die Pflanzenteile wie Rinde, Äste oder Blätter in ihrer Umgebung nachahmen und dadurch eine perfekte Tarnung haben. Und staunen wird der Besucher auch beim Anblick der ausgestellten Tiere aus den Tropen, die aus der zoologischen Staatssammlung in München stammen.

Viele Informationen

Außerdem wird über die Ökologie des Regenwaldes ausführlich informiert, über das Klima und die Wasserkreisläufe, und über die Folgen, wenn der Regenwald verschwindet. Wie viel Regenwald pro Stunde abgeholzt wird zeigt eine Tafel eindrucksvoll.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Forstdirektor Peter Pröbstle, der viele Berührungspunkte sieht zwischen dem Regenwald und unseren Wäldern. Oberbürgermeister Florian Janik erinnerte an die großen Herausforderungen, denen die armen Menschen beispielsweise in Nicaragua gegenüber stehen. Darum müsse man vorsichtig sein, wenn man mahnend den Finger hebe. Die Ausstellung wirke genau in dem Sinne, "wie wir uns eine Städtepartnerschaft vorstellen", sagte Janik.

Zu erleben ist sie noch bis Ende Oktober während der Öffnungszeiten des Walderlebniszentrums. Die Materialien werden anschließend für Schulen, Kindergärten und öffentliche Räume für die Bildungsarbeit zur Verfügung gestellt. 

kds

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