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Dienstag, 20.08.2019

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Rock-Klassiker: Jethro Tull tritt in Erlangen auf

Band um Ian Anderson spielt am Dechsendorfer Weiher - 17.07.2019 18:00 Uhr

Ian Anderson (Mitte) brachte der Rockmusik die Querflötentöne bei. Am 22. Juli gastiert der Schotte mit seiner Band Jethro Tull in Erlangen. © Travis Latan


Am 22. Juli spielen Ian Anderson und seine Band Jethro Tull mit Nazareth (u.a. bekannt durch "Love hurts") bei der Classic Rock Night am Dechsendorfer Weiher. Vor dem kleinen Festival in Erlangen philosophierte Sänger und Flötist Ian Anderson über die Tourneen der Gegenwart im Vergleich zu den 80er und 90er Jahren: "Wäre ich ein britischer Jumbo-Jet-Pilot, hätte ich bereits vor sechs Jahren in Rente gehen müssen. Ab 65 darf man bei uns kein Flugzeug mehr steuern. Glücklicherweise habe ich einen Job, bei dem mir niemand vorschreiben kann, wann ich aufhöre. Wäre ich ein 747-Pilot, würde ich heute wahrscheinlich Golf spielen oder angeln. Ich kann mir nichts Langweiligeres vorstellen! Was für ein Glück, dass ich mit über 70 noch immer meinen Teenagertraum leben darf!", sagt der Schotte.

Nazareth-Konzert im Hirsch © Daniela Adelfinger


Und auf die Frage, ob er nun mit über 70 Jahrten manche Dinge besser könne als mit 25 Jahren, antwortet Anderson:  "Jeder Künstler wird diese Frage mit Ja beantworten, denn es ist wichtig, daran zu glauben, dass du deinen besten Song noch nicht geschrieben hast. Natürlich ist das in der Realität nicht immer der Fall. Beethoven hat seine beste Sinfonie zwar sehr spät in seinem Leben geschrieben, aber zu dem Zeitpunkt war er erst 54 Jahre alt. Mozart war noch viel jünger, als sein Leben zu Ende ging. Andererseits hat John Lee Hocker mit 83 noch einen Grammy bekommen. Aber das sind Ausnahmen. Der exzessive Lebensstil in der Welt des Rock ’n’ Roll und des Jazz fordert seinen Tribut. Der arme Pavarotti zum Beispiel hat sich zu Tode gefressen. Zuletzt konnte er gar nicht mehr singen. Solchen körperlichen Verfall mit ansehen zu müssen, ist sehr traurig. Für mich ist jeder neue, gesunde Tag wie ein Geschenk."

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Ian Anderson wurde 1947 in Schottland geboren. Anfang der 60er Jahre gründet er seine erste Band. 1968 trat Jethro Tull im weltberühmten Londoner Marquee Club erstmals unter diesem Namen auf. Der Abend war der Beginn einer jahrzehntelangen großen Karriere mit Anderson als Sänger und Flötist, in deren Verlauf die Gruppe über 60 Millionen Alben verkaufte. Größter Hit ist der Song "Locomotive Breath", der 1971 auf der Scheibe "Aqualung" erschien.

So kennt man ihn: Beim Spielen der Querflöte steht Ian Anderson oft auf nur einem Bein, das andere Bein ist angewinkelt. © Matejka


Ebenfalls zu hören sein wird "Nazarath", eine Band, die ebenfalls auf eine 50-jährige Karriere zurückblicken kann Die Hardrockband, die bis heute 30 Millionen Alben verkauft hat und sich zahlreiche Welthits wie „Love Hurts“, „This Flight Tonight“ oder „Dream On“ auf die Fahnen schreiben können, gilt mit ihrem schnörkellosen Sound bis heute als eine der prägendsten Bands ihres Genres. 

INTERVIEW: OLAF NEUMANN

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