Sonntag, 11.04.2021

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S-Bahn-Halt in Eltersdorf noch immer nicht barrierfrei

CSU-Betreuungsstadträtin spricht von einem "Skandal" - 28.02.2021 06:00 Uhr

Ziel sei es laut Deutscher Bahn, den Mittelbahnsteig bis Ende 2022 in Betrieb zu nehmen. Dann werde auch der hölzerne Behelfsbahnsteig wieder abgebaut.

25.02.2021 © Klaus-Dieter Schreiter


Der immer noch nicht endgültig fertig gestellte S-Bahn-Haltepunkt Eltersdorf hat es wieder einmal auf die Agenda des Ortsbeirates geschafft. Denn nach wie vor fehlt der geplante Südzugang, und für die Fahrt Richtung Innenstadt gibt es nur einen Behelfsbahnsteig, der nicht barrierefrei ist.

Der neue Mittelbahnsteig am Eltersdorfer S-Bahn-Halt ist zwar fertig, und auch der Aufzug dorthin ist in Betrieb. Doch die S-Bahnen können diesen Bahnsteig nicht anfahren, weil die Gleise im Nirwana enden. Sie sollten eigentlich vom Eltersdorfer Mittelbahnsteig aus in einem großen Bogen durch das Knoblauchsland führen.

Die Stadt Fürth hatte jedoch gegen die Planungen geklagt und den Prozess gegen die Bahn beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gewonnen. Unter anderem wurde der hohe Flächenverbrauch beklagt. Auch darum wollen die Gegner des Verschwenks die neuen S-Bahn-Gleise entlang der Bestandsstrecke geführt haben.

Hölzerne Behelfssteige

Das bedeutet für Eltersdorf, dass die S-Bahnen derzeit ab ihrem Bahnhof die Gleise nutzen muss, die eigentlich nur für die Fernzüge und den Güterverkehr vorgesehen sind. Über diese Gleise können sie aber den Mittelbahnsteig nicht anfahren.

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Aus diesem Grund ist für Fahrgäste in Richtung Erlangen ein hölzerner Behelfsbahnsteig gebaut worden. Auf den kann man aber nur über eine kurze Steintreppe und eine anschließende, lange Holztreppe gelangen. Der Bahnsteig ist somit nicht barrierefrei. Der Behelfsbahnsteig in Richtung Nürnberg ist aus Metall und vom Mittelbahnsteig aus über zwei kleine Brücken erreichbar, die über die nicht nutzbaren Gleise gebaut wurden.

Antrag an die Verwaltung

Dieser Zustand sei "ein Skandal", meinte Betreuungsstadträtin Annika Clarner (CSU) während der jüngsten Eltersdorfer Ortsbeiratssitzung. Ihre Stadtratsfraktion habe darum bereits im Sommer letzten Jahres einen Antrag an die Verwaltung gestellt und unter anderem gefordert, zumindest temporäre Lösungen zur Herstellung der barrierefreien Erreichbarkeit des Behelfsbahnsteigs zu finden.

Der Stellvertretende Ortsbeiratsvorsitzende Walter Preidel beklagte zudem, der hölzerne Behelfsbahnsteig sei teilweise "morsch" und "löcherig". "Die Bahn hat nur die Löcher mit gelber Farbe umkreist", sagte er.

Auf Anfrage teilte der Sprecher der Bahn für Großprojekte Bayern diesem Medienhaus dazu mit: "Der Zustand des Holzbahnsteigs (Ostseite) ist als betriebssicher zu bezeichnen". Während der zweijährigen Hauptprüfung im Juli 2019 sei er darum auch abgenommen worden. "Kleine Fehlstellen" habe man im Frühjahr 2020 beseitigt. "Damit gibt es derzeit keine bekannten Mängel an diesem Bahnsteig bzw. an der Treppenanlage", stellt der Bahnsprecher fest.

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Derzeit sei die DB Netz AG in Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern, um die Gleise temporär so verlegen zu können, dass der Mittelbahnsteig von den S-Bahnen angefahren werden kann. Ziel sei es, den Mittelbahnsteig bis Ende 2022 in Betrieb zu nehmen. Dann werde auch der hölzerne Behelfsbahnsteig wieder abgebaut. Im Zuge dieser Verhandlungen werde auch der Südzugang zum Mittelbahnsteig geplant, der dann ebenfalls Ende 2022 fertig sein soll.

Einer temporären, barrierefreien Lösung bis zur Inbetriebnahme des Mittelbahnsteigs in rund zwei Jahren teilt die Bahn eine klare Absage. "Eine temporäre bauliche Anpassung und Erweiterung – barrierefreien Ausbaus des bestehenden Behelfsbahnsteigs (Ost) – bis zur Inbetriebnahme für 2022 ist aktuell nicht vorgesehen", heißt es von Seiten der Bahn.

kds

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