27°

Dienstag, 15.06.2021

|

Saubere Nester für die Mehlschwalben in Erlangen

Umweltschützer Michael Zimmermann will den Vögeln helfen - 07.05.2021 20:30 Uhr

Der Umweltaktivist Michael Zimmermann beim Reinigen der Schwalbennester in der Schiffstraße, assistiert von einer Anwohnerin.

05.05.2021 © Peter Millian


Denn: Die handelsüblichen Kunstnester sind im Gegensatz zu den natürlichen Nestern nach kurzer Zeit kotverschmiert. Die Jungtiere (von denen der Kot stammt) schaffen es nicht, ihren Bürzel so zu positionieren, dass Ihr Kot außerhalb des Nestes herunterfällt, da das Kunstnest nach Zimmermanns Überzeugung falsch konstruiert und unter dem Einflugloch zu steil ist.

Bilderstrecke zum Thema

Von Rotkehlchen bis Wanderfalke: Diese Vögel tummeln sich in Frankens Gärten

Mit der "Stunde der Gartenvögel" rief der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) zu einer Zählaktion auf, mit der der Bestand der Vögel in den heimischen Gärten erfasst wurde. Nun sind die Ergebnisse da.


Die Folge: Der Kot verschmiert das Einflugloch und schafft ein erhebliches hygienisches Problem. Denn durch diese Verunreinigung siedeln sich Schwalbenwanzen in großer Anzahl auf den Nestern an – und zwar in solchen Mengen, dass die Blutsauger zur Gefahr für die Tiere und ihre Brut werden.

Bitte an das Umweltbundesamt

Die falsch konstruierten Kunstbauten hat Zimmermann "entdeckt", als für aus dem Nest gefallene Jungtiere Pappschachteln als Ersatznest gebastelt wurden. Deren händisch eingeschnittenen Einfluglöcher stellten kein hygienisches Problem dar, da die Bürzel der Vögel weit genug aus dem Einflugloch herausragten. Dabei hat Zimmermann auch festgestellt, dass die von den Schwalben selbst gebauten Nester die konstruktiven Nachteile der Kunstnester nicht hatten – die Tiere machten ihre Einfluglöcher intuitiv steil genug für saubere Verhältnisse im Nest.

Bilderstrecke zum Thema

Zehn Dinge, die Sie noch nicht über Störche wussten

Wie selbstverständlich leben die majestätischen Tiere mit den Menschen zusammen: Störche bauen ihre Nester auf unseren Dächern, jagen ihre Beute auf unseren Feldern und segeln über unsere Häuser hinweg. Doch was steckt noch hinter den Vögeln außer der Mythos, dass er den Menschen die Kinder bringt? Wir verraten zehn Fakten, die Sie noch nicht über Störche wussten.


Zimmermann hat sich deshalb auch an das Umweltbundesamt gewandt, um dieses zu bitten, an die Hersteller der handelsüblichen Schwalbennester zu appellieren, um die Nester durch eine andere Konstruktion hygienischer zu machen.

Nester in Mauerfugen

Das Problem der Mehlschwalben stellt sich bei den nun ebenfalls zurückkehrenden Mauerseglern nicht, wie Zimmermann erklärt. Diese auch als "Turmschwalben" bezeichneten Vögel nisten nur auf höheren Gebäuden und suchen sich in Mauerfugen und Dachspalten Nistmöglichkeiten – wie beispielsweise am Martin-Luther-Platz.

Bilderstrecke zum Thema

Mehr Platz für Störche in Erlangen

Das auf dem Kamin der ehemaligen Heka gebaute Storchennest war zu schmal und nicht geeignet, um Storchenjunge darin groß zu ziehen. Deshalb hat der Erlanger "Storchenvater" Michael Zimmermann dem Storchenpaar einen Unterbau für ein neues Nest konstruiert und bauen lassen.


Diese eleganten Vögel mit ihrem durchdringenden Schrei fliegen doppelt so schnell wie die am weißen Brustgefieder erkennbaren Mehlschwalben, die überwiegend in den Straßen der Altstadt anzutreffen sind. Die Mauersegler hingegen sind nur in der Luft zu sehen – ihnen wird sogar der Schlaf in den Lüften nachgesagt, und für den Nachwuchs sorgen sie auch im Flug.

pm

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen