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Dienstag, 21.05.2019

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Schlägereien nehmen zu: Mehr Gewalt im Erlanger Nachtleben

E-Werk Kulturzentrum stellt Zunahme bei 90er- und 2000er-Parties fest - 18.03.2019 18:06 Uhr

Ein kleiner Rempler auf der Tanzfläche kann heutzutage schnell zur handfesten Rauferei werden. Das beobachten die Veranstalter zum Beispiel im Erlanger E-Werk vor allem bei den 90er und 2000er-Veranstaltungen. © Archivfoto: colourbox.de


"Wir haben bei den 90er- und 2000er-Parties eine Zunahme von Schlägereien", sagte die für die Abendleitung zuständige Mitarbeiterin, Katharina Melcher. Besucher reagierten ausfälliger und aggressiver und griffen schneller zur Gewalt als noch etwa vor einem Dreivierteljahr. Die Hemmschwelle sei deutlich gesunken: "Wenn jemand auf der Tanzfläche versehentlich angerempelt wird, kann es sein, dass dieser dann einfach zuschlägt", erläutert Melcher.

Selbst das Security-Personal könne die Randalierer seltener und schwieriger beruhigen und in Schach halten als früher, daher müsse zur Klärung immer häufiger die Polizei gerufen werden.

Alkohol ist dabei immer im Spiel

Bei den Gründen für den Gewaltanstieg bei den 90er- und 2000er-Veranstaltungen tappen die Verantwortlichen noch im Dunkeln: Alkohol ist dabei immer im Spiel, doch lässt sich laut Melcher kein verstärkter Konsum oder Verkauf an der Fuchsenwiese erkennen.

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Die E-Werk-Organisatoren haben bereits auf die Entwicklung reagiert und unter anderem die Zahl der Security-Leute erhöht. Zudem gibt es verstärkt Deeskalations- und Gesprächsschulungen für Mitarbeiter. Derzeit sucht das Kulturzentrum gemeinsam mit der Polizei nach einem neuen Sicherheitskonzept.

Kein Anstieg von Gewalttaten in der Bombe

Die Betreiber der Discothek "Die Bombe" hingegen stellen keinen Anstieg von Gewalttaten in ihrer Location in der Hauptstraße fest, stehen aber dennoch in engem Austausch mit der Polizei.

Für die Polizei selbst bedeuten die jüngsten Schlägereien in der Erlanger Innenstadt und in den Discotheken nichts Ungewöhnliches oder Beunruhigendes. Gemessen an der Zahl der Einwohner und der Besucher, der Größe der Stadt und den vielen Studierenden liegen die Delikte "zahlenmäßig im Rahmen", sagte ein Beamter. Es gebe auch kein "schwarzes Schaf" unter den Discos und keinen Brennpunkt, der polizeilich gesehen besonders auffällig wäre.

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Sharon Chaffin Redakteurin Erlanger Nachrichten E-Mail

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