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Montag, 20.05.2019

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Schnarchen im Markgrafentheater Erlangen

"Bed & Breakfast" vereinte zum Theater-Jubiläum Musik und Schlaf - 16.04.2019 18:30 Uhr

Einfach zu wohlgesetzten Klängen und Worten wegdösen, sanft entschlummern: Heike Schmidt im weißen Morgenmantel wandelte zwischen den Betten hindurch, rezitierte Gedichte und sang Lieder, begleitet und ergänzt von ihrem kongenialen Partner, dem Cellisten Thilo Thomas Krigar. © Rainer Windhorst


Doch wer das Projekt "Bed & Breakfast" zum 300. Geburtstag des Markgrafentheaters im Vorfeld für eine Kinderei im Stile einer Schulhausübernachtung gehalten hatte, der wurde schnell eines besseren belehrt.

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Rund zwei Dutzend weiß bespannte Feldbetten mit Decken, Kissen und Taschenlampe stehen auf der Bühne des Markgrafentheaters, jeweils nicht weit entfernt hängen Nachtlichter von der Decke, die Schirme jeweils mit kurzen Gedichten, Liedtexten, Musiknoten oder Zeichnungen bedruckt – die Atmosphäre ist von Beginn an kuschelig, die letzten Besucher kommen kurz vor 23 Uhr erwartungsfroh vom Zähneputzen und dem Umziehen in der Theater-Garderobe.

Und dann geht es los: Heike Schmidt im weißen Morgenmantel wandelt wie eine ätherische Elfe zwischen den Betten hindurch, rezitiert Gedichte und singt Lieder – begleitet und ergänzt von ihrem kongenialen Partner, dem Cellisten Thilo Thomas Krigar.

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Dabei sind die rund 30 gesungenen Schlaflieder und zahlreichen Gedichte nicht immer für empfindsame Gemüter geeignet. Zwar ist "Heidschi bumbeidschi" durchaus ein gelungener Gag, doch ist beispielsweise "Das eigensinnige Kind" der Gebrüder Grimm eher dazu geeignet, einen veritablen Alptraum hervorzurufen: Ein Kind stirbt und streckt solange die tote Hand immer wieder aus dem Grabe, bis die Mutter auf diese Hand mit einer Rute einschlägt.

Erste Träume

Doch all das tut der gemütlichen Atmosphäre keinen Abbruch, schon nach 20 Minuten ist hier und da ein gemütliches Schnarchen zu vernehmen, im eigenen Kopf kommen und gehen erste Träume, Gedanken und Assoziationen. Seit über zehn Jahren ziehen Schmidt und Krigar schon mit dieser Performance durch Europa – kaum auszurechnen, wie viele Menschen von den beiden an besonderen Orten schon in den guten Schlaf gelockt wurden.

Ganz klar: Zum guten Schlaf gehört freilich auch das schöne Aufwachen. Zu Robert Schumanns "Ich hab im Traum geweinet" werden die Äuglein bereits um 6.30 Uhr wieder geöffnet.

Kein Zweifel, er ist schon da, der Morgen. Latte Macchiato gibt es zwar nicht, wohl aber starken Kaffee, leckere Brezen und Croissants und noch eine ganze Weile lang entspannte Gespräche über die Erlebnisse der Nacht. Schön war’s. 

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