Schulbusse: Schutz vor Coronainfektion durch neue App

3.3.2021, 12:27 Uhr
In vollen Bussen zur Schule zu fahren, birgt in der Pandemie Risiken. Per App sollen Schüler zu Fahrgemeinschaften in Privatautos zusammengebracht werden.

In vollen Bussen zur Schule zu fahren, birgt in der Pandemie Risiken. Per App sollen Schüler zu Fahrgemeinschaften in Privatautos zusammengebracht werden. © Niko Spörlein

Voll besetzte Bahnen und Busse, sich an Haltestellen drängelnde Schüler: Das könnte sich wiederholen, denn "so richtig viel getan hat sich nicht, damit die Situation besser wird", konstatiert Malte Andree, Geschäftsführer und einer von drei Gründern des jungen Unternehmens.

"uRyde" stehe bereit, um das Infektionsgeschehen auf dem Schulweg zu reduzieren. Mit gleichen, wenigen Personen im Pkw zusammen zu sein, bedeutet, dass die Ansteckungsgefahr geringer ist als in öffentlichen Verkehrsmitteln. Vermittelt werden die Fahrgemeinschaften zwischen den Eltern der Schüler.

Ausgründung der Friedrich-Alexander-Universität

Der Jungunternehmer Andree studiert an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) Maschinenbau mit der Fachrichtung Energietechnik. An der FAU liegen auch die Anfänge von "uRyde". Im März 2020 wurde das Startup dann ausgegründet, inzwischen wird es von einem sechsköpfigen Team vorangetrieben, im Beirat ist unter anderen auch Alt-OB Siegfried Balleis vertreten.

Ursprüngliches Ziel, das auch weiter verfolgt wird, ist die Verbesserung der öffentlichen Mobilität und die Senkung der Emissionen im Bereich des individuellen Autoverkehrs durch den Einsatz einer digitalen "Carpooling"-Plattform. Per App sollen spontane Fahrten geteilt werden können. Im Herbst soll "uRyde Carpooling" gestartet werden, die App für die Schulen – gewissermaßen ein Nebenprodukt – wurde hingegen jetzt schon aktiviert.

Erste Gespräche mit Schulen

Man führe im Großraum und eben auch in Erlangen erste Gespräche mit Schulen, sagt Andree, außerdem noch in Schleswig-Holstein, wo er Kontakte hat. Der Einsatz der App sei jedoch auch bundesweit denkbar. "Unser Konzept: Wir heben ein Potenzial, das heute schon da ist, indem die Fahrten, die ohnehin gemacht werden, sichtbar werden."

Die Schulen müssen einen Unkostenbeitrag im dreistelligen Bereich leisten, da bei den Servicebetreibern Kosten entstehen. An die Schulleitungen wird dann ein Code herausgegeben. Durch Code und Handynummer werden die Nutzer verifiziert – Daten-Sicherheit ist laut Andree garantiert. Die App steht im Google Playstore und im App Store kostenfrei zur Verfügung, man braucht aber den Code.

Haltepunkte für sicheren Ein- und Ausstieg

Auch die Sicherheit bei den Fahrten selbst hatten die Jungunternehmer bei der Entwicklung der App im Blick. Damit ein sicherer Ein- und Ausstieg für die mitfahrenden Kinder garantiert ist, ohne dass andere Verkehrsteilnehmer behindert werden, wurde für die App ein Netz aus virtuellen Haltepunkten entwickelt. Statt an Bushaltestellen sind Haltepunkte beispielsweise auf Supermarkt-Parkplätzen vorgesehen.

Das Gymnasium Eckental im östlichen Landkreis Erlangen-Höchstadt ist bereits fest dabei. Der Elternbeirat hatte sich dafür eingesetzt, zirka 30 Eltern haben Interesse signalisiert. Wie es dann läuft, müsse man sehen, meint Schulleiter Burkard Eichelsbacher. Im Moment lässt sich das noch nicht feststellen, denn das Gros der Schüler ist noch im Distanzunterricht.

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