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Schutzmasken nur auswaschen? Ärger in Erlanger Uniklinik

Ärztlicher Direktor weist Kritik aus den Reihen der Beschäftigten zurück - 13.04.2020 15:30 Uhr

Der Krisenstab des Uni-Klinikums habe vor etwa drei Wochen entscheiden müssen, ob man ein Kontingent waschbarer Masken bestellen oder "Wochen auf unseren normalen Nachschub" warten soll. © Daniel Karmann, dpa


Vor allem ging es um einen waschbaren Mund-Nasen-Schutz, den seit wenigen Tagen jede(r) während der Arbeitszeit tragen muss. Den unter anderem im hauseigenen Intranet von einigen geäußerten Bedenken, diese Mehrwegmasken böten keinen ausreichenden Schutz, treten die Uniklinik und ihr Ärztlicher Direktor, Prof. Heinrich Iro, vehement entgegen.



Bereits in einer Videobotschaft, die der Klinik-Chef kurz vor Ostern an seine Mitarbeiter schickte und die dieser Redaktion im Wortlaut vorliegt, nimmt er dazu deutlich Stellung: Die Qualität des Maskenmaterials sei hochwertiger als beim konventionellen chirurgischen Mund-Nasen-Schutz, sie habe eine deutlich bessere Filterfunktion. Auch die von einigen der rund 7700 Mitarbeitern gemachten Beanstandungen am "Tragekomfort" der ausgeteilten Masken nimmt der Klinik-Direktor in seiner Rede auf und rät bei der Verknotung der Gummis zur Selbsthilfe.

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Der Krisenstab des Uni-Klinikums habe vor etwa drei Wochen entscheiden müssen, ob man ein Kontingent waschbarer Masken bestellen oder "Wochen auf unseren normalen Nachschub" warten soll, erklärt Iro. Damals habe man sich entschlossen, waschbare Masken zu bestellen, "damit Sie, damit jeder Einzelne von Ihnen einen Mundschutz in dem Augenblick hat, in dem es die epidemiologische Lage" erfordert, so Iro weiter.


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"Wir haben eine absolute Krisensituation in unserem Land", stellt er unmissverständlich klar. Die in Deutschland und auch etlichen anderen Ländern entbrannte Diskussion über die Einführung einer Maskenpflicht hatte (wie in der Gesamtbevölkerung) auch am Universitätsklinikum zu einer zunehmenden Verunsicherung unter den Mitarbeitern geführt, erläutert ein Kliniksprecher den Erlanger Nachrichten.


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Vor diesem Hintergrund habe man eine Maskenpflicht in allen Einrichtungen und für alle Bereiche eingeführt. Die Maske solle das Umfeld des Trägers vor Infektionen schützen. Jeder Mitarbeitende habe zwei Masken mit genauer Waschanleitung erhalten. Darüber hinaus werden, wie der Sprecher sagt, weiterhin wie üblich chirurgische Mund-Nasen-Schutze und partikelfiltrierende FFP-Masken bei der Arbeit am Patienten verwendet.

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"Der waschbare Mund-Nasen-Schutz ist eine zusätzliche Schutzmaßnahme", betont der Sprecher. Die Masken können nach Herstellerangaben etwa einen Monat bei täglichem Waschen verwendet werden. Da die Materialmärkte derzeit noch nicht stabil sind, müsse das Krankenhaus mit den Lagerbeständen an Schutzkleidung weiterhin sehr sorgsam umgehen, heißt es vonseiten der Klinik.


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Das Uni-Klinikum habe einen Lagerbestand an Schutzmaterial, der für die prognostizierte Krise möglichst hoch gehalten werde, bis die Lieferketten wieder zuverlässig funktionierten, so die Klinik weiter. Dennoch, so betont auch Iro in seiner Videobotschaft, könne niemand sicher sagen, was tatsächlich auf die Klinik zukomme.

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"In den nächsten Tagen und Wochen müssen wir weiterhin auf die mögliche Corona-Welle mit einer prognostizierten Verdopplung der Patientenzahlen vorbereitet sein", beendet der Klinik-Direktor sein Statement an die Mitarbeiter. Derzeit liegen in der Uniklinik 22 Covid-19-Patienten, davon 13 auf einer Intensiv- und neun auf einer Infektionsstation.

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Unter den Intensivpatienten sind nach Angaben des Kliniksprechers inzwischen vier Italiener und ein Franzose (Stand: 9. April). Damit beteiligt sich das Erlanger Haus weiterhin an der bayerischen Hilfsaktion für schwerkranke Covid-Patienten aus dem Ausland. Der Freistaat hatte in den vergangenen Wochen von der Pandemie besonders schwer betroffenen Ländern wie eben Italien und Frankreich seine Hilfe zugesagt; auch die Erlanger Uniklinik erklärte sich zur Aufnahme bereit.

Anfang des Monats hatte das Krankenhaus zwei italienische Patienten behandelt. Insgesamt stehen Schwerkranken in der Klinik 140 Intensivbetten zur Verfügung, in der"Endstufe" könnten laut Iro maximal rund 200 Covid-19-Patienten in verschiedenen Intensiveinheiten versorgt werden.

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