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Schwimmerin Annalena Wagner darf wieder trainieren

Athleten der SG Mittelfranken sind nach vielen Wochen Corona-Pause zurück im Alltag - 11.06.2020 06:00 Uhr

Zurück im Training: Bundeskader-Athletin Annalena Wagner kann mit ihren Teamkollegen von der SG Mittelfranken im Hallenbad wieder ihre Bahnen ziehen.

10.06.2020 © Foto: Ulrich Schuster


Verbringt man zu viel Zeit im Wasser, ist das zwar ganz schön und mittlerweile auch wieder in manchen Freibädern erlaubt. Für Haut und Haare aber kann zu viel Wasser auch anstrengend sein. Schon ein zu langes Bad macht die Finger runzlig. Annalena Wagner hingegen litt in den vergangenen Monaten unter Wasser-Entzug, ihr kann es gar nicht nass genug sein.

Drei statt sechs Stunden am Tag

Dass die Leistungsschwimmerin acht Wochen lang überhaupt nicht trainieren konnte, hat ihr Körper erstaunlich gut verkraftet. "Ich habe keine Veränderungen bemerkt", sagt die 17-Jährige. Ein wenig Wasser gab es schließlich doch: unter der Dusche. "Ich habe mein Landtraining intensiviert, war viel Laufen und habe mein Athletik- und Krafttraining gemacht." Wagner war also keineswegs faul.

Nach einer so langen Zeit wieder ins Wasser zu gehen, war trotzdem "ungewohnt", sagt sie. "Man spürt einen Unterschied. Doch ich bin gut ins Training hineingekommen und konnte dort anknüpfen, wo ich aufgehört habe." Das lag auch an den Freiwasser-Einheiten. "Als es wärmer war, sind wir an den Baiersdorfer Baggersee gefahren, um das Wassergefühl wieder zu bekommen." Den Neoprenanzug dafür hat sich Wagner ausgeliehen. "Wenn das Wetter gut war, sind wir fast jeden Tag an den See gefahren", mal mit den Eltern mit dem Auto, mal mit dem Fahrrad. "Das konnte man gut ins Training einbauen", sagt Wagner. Aus Forchheim brauchte sie etwa eine halbe Stunde zum See.

"Seit knapp fünf Wochen dürfen wir nun aber wieder im Hallenbad trainieren", sagt Wagner. Dafür sind die Schwimmer der SG Mittelfranken der Stadt Erlangen sehr dankbar, denn die Verwaltung erlaubt den Leistungsgruppen, die Hannah-Stockbauer-Halle unter Auflagen nutzen. "Wir müssen die Abstände einhalten, zudem sind die Duschen und Umkleiden geschlossen." Geht es direkt nach dem Training zum Unterricht, Annalena Wagner besucht die elfte Klasse an der Nürnberger Sportschule Bertolt Brecht, fahren sie und ihre Teamkollegen eben ohne Dusche weiter. "Das ist aber okay für uns."

Nach dem Lockdown: "Die Normalität kehrt zurück"

Das Pensum nähert sich den Vor-Corona-Zeiten an. "Zuerst durften wir nur zu fünft trainieren und eineinhalb Stunden in die Halle", sagt Wagner. Jetzt dauert eine Einheit schon zwei Stunden. "Wir haben uns langsam gesteigert." In den Pfingstferien hatte die Forchheimerin acht bis zehn Einheiten pro Woche. "Das ist schon fast wie vorher. Die Normalität kehrt zurück."

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Während des Lockdowns hat Wagner ihren geregelten Alltag vermisst. "Die Schule ist weggefallen, dazu zweimal Training pro Tag." Drei statt normal sechs Stunden hat sie Sport gemacht. "Ich konnte mir die Zeit frei einteilen." Dabei sei Selbstdisziplin wichtig gewesen, "sich aufzurappeln, auch wenn man mal keine Motivation hat". Ab und an ist Annalena Wagners Bruder mit ihr laufen gegangen, ansonsten hat es die Leistungsschwimmerin alleine durchgezogen.

"Die Pause kam genau zu der Zeit, in der wir uns auf die Deutschen Meisterschaften vorbereitet haben. Die Saisonziele sind weggefallen. Trotzdem habe ich es geschafft, mich zu motivieren." Viele Möglichkeiten, die zwischenzeitlich neu gewonnene Freizeit zu genießen, gab es sowieso nicht. "Ich habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht." Das war zwar schön, noch schöner aber ist es jetzt natürlich, wieder ins Schwimmtraining zu gehen und dort auch Freunde zu treffen.

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Die Wettkämpfe sind allerdings bis auf Weiteres abgesagt. "Wir trainieren, um eine Grundausdauer zu bekommen und nächste Saison wieder angreifen zu können. Wir trainieren aber nicht locker, sondern haben harte Einheiten." Die langfristigen Ziele bleiben schließlich. Annalena Wagner ist Teil des Nationalkaders, sie war 2019 bei den Junioren-Europameisterschaften und holte mit der 4x200-Meter-Freistil-Staffel der Frauen Bronze. Die Staffel war auch nominiert bei der Wahl zu Erlangens Mannschaft des Jahres. Angst, dass sie die Corona-Pause zurückwirft, hat die Forchheimerin aber nicht. "Es geht ja allen so." Wichtig ist erst einmal nur, dass Annalena Wagner wieder regelmäßig abtauchen darf.

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