Sehnsucht nach einem Comic-Museum in Erlangen

22.12.2018, 18:30 Uhr
Auch die regionale Comic-Szene hat vieles zu bieten. Deshalb wird über ein Comic-Museum nachgedacht.

Auch die regionale Comic-Szene hat vieles zu bieten. Deshalb wird über ein Comic-Museum nachgedacht. © Berny Meyer

"Was wir machen, ist schon kühn. Denn bislang verfügen wir weder über Räume, noch über Geld. Dafür haben wir aber in den vergangenen Wochen schnell erfahren dürfen, dass es ganz viele Menschen gibt, die unser Projekt unterstützen wollen. Mit unserem Verein kommen wir uns derzeit ein bisschen wie ein Start-up vor."

Comic-Zeichnerin Lisa Neun, erste Vorsitzende des vor wenigen Tagen gegründeten Vereins "Comic Museum Erlangen", staunt wie ihr Stellvertreter Michael Jordan darüber, welche Dynamik hier eine Idee entwickelt hat.

Das große Ziel: Zum Comic-Salon 2020 ein Museum zu präsentieren — oder zumindest eine Ausstellung, bei der das Konzept verdeutlicht werden soll.

Denn eins glauben die zwei und ihre Mitstreiter (Neun: "Wir sind stolz darauf, dass hier ein interdisziplinäres Team aus ganz Deutschland am Start ist."): Erlangen braucht ein Comic-Museum. Schließlich sei Erlangen seit 1984 zumindest alle zwei Jahre durch den Comic-Salon ein Zentrum für die Neunte Kunst.

Klar, dass hier — nicht zuletzt im Kulturamt der Stadt — jede Menge "Comic-Kompetenz — zu Hause ist. Beide sind sich einig: "Wir sind keine Konkurrenz zum Salon, sondern eine Ergänzung."

Zudem gebe es noch kein Museum für deutschsprachige Comics. Jordan: "Die existierenden Häuser sind meist auf die humoristischen Varianten fixiert. Wir hingegen peilen einen Ort für Autoren-Comics und Graphic Novels sowie ein Archiv samt Bestands-bibliothek an." Und Lisa Neun ergänzt: "Es soll ein Querschnitt durch die deutschsprachige Szene samt Mangas und Web-Comics sein.

" Ein Ort, der auch Nachlässe von Künstlern verwalten könnte und eine Sammlung besitzt. Ein Ort, der aber auch ein Quartier in Erlangen aufwerten könnte. "Im Idealfall die Altstadt", erklärt Lisa Neun.

Eine Homepage ist bereits am Start, Empfehlungsschreiben namhafter Comic-Künstler sollen folgen. Nun hofft das "Comic Museum Erlangen" auf viele Mitglieder und Sponsoren, die die Idee vorantreiben möchten. Jordan: "Wir bewegen uns nicht in einer Blase — jeder kann dabei sein!"

Dass es nicht einfach sein wird, Räumlichkeiten zu finden, ist allen klar. Zum Auftakt darf alles gerne erst mal eine Nummer kleiner sein: "Bitte melden, wer trockene Räume hat und uns zur Verfügung stellen möchte!"

www.comic-museum.org

1 Kommentar