Gefahr durch Hochwasser

Sirenen und Apps: So wird im Katastrophenfall gewarnt

20.7.2021, 14:05 Uhr
Der eine Minute lang gesendete Heulton soll die Bevölkerung im Ernstfall auf eine akute Gefahrenlage hinweisen.

Der eine Minute lang gesendete Heulton soll die Bevölkerung im Ernstfall auf eine akute Gefahrenlage hinweisen. © Rolf Vennenbernd/dpa

Wer über ein Smartphone verfügt, dem stehen beispielsweise gleich mehrere kostenlose Warn-Apps zur Verfügung:

"NINA" (Die Abkürzung steht für Notfall-Informations- und Nachrichten-App) greift auf den Standort zu, um dem Nutzer alle relevanten Informationen liefern zu können. In einer Deutschlandkarte sind alle Gefahrenlagen hierzulande verzeichnet. Außerdem werden Nutzer via Push-Nachrichten über drohende Unwetter informiert. Zudem verfügt die App über Tipps, wie man sich in Notlagen verhalten sollte.

Mit "KATWARN" des Frauenhofer Instituts erhalten die Nutzer ebenfalls Katastrophenwarnungen direkt auf das Smartphone. Wer die App öffnet, kann einen für ihn relevanten Ort hinterlegen und bekommt für diesen entsprechende Warnungen angezeigt.

Auch hier gibt es Anleitungen, wie man im Ernstfall reagieren sollte. Zudem zeigt die App an, wenn man einen gefährlichen Bereich betritt. Über Inhalt, Zeitpunkt und Umfang der Meldungen entscheiden autorisierte Behörden und Sicherheitsorganisationen, wie Leitstellen.

Die "BIWAPP"-App (Bürger Info- und Warn-App) wird von den zuständigen Institutionen, wie Katastrophenschutz oder den Kommunen befüllt. Doch nicht jeder Ort taucht dort auf. Das Landratsamt Erlangen-Höchstadt hat sich jedoch für den Dienst entschieden und veröffentlicht darüber Meldungen.

Die "WarnWetter"-App des Deutschen Wetterdienstes liefert ebenfalls eine detaillierte Auskunft zur aktuellen Wetterlage und warnt via Push-Nachricht. Die Inhalte beziehungsweise Daten werden vom meteorologischen Dienst des Bundes eingespeist.

Die Apps können gratis über die gängigen App-Stores heruntergeladen werden.

Daneben wird die Bevölkerung außerdem mit Sirenen und Lautsprechern gewarnt. Dazu kommt es in Gebieten, die besonders gefährdet sind, oder in der Umgebung von Einrichtungen mit besonderem Gefahrenpotential. Auf diese Art und Weise werden die Menschen zum Beispiel bei der Freisetzung von luftgetragenen Schadstoffen alarmiert, aber eben auch bei nahendem Hochwasser.

Dabei gibt es unterschiedliche Sirenen, je nach Art des Alarms.

-Bei Feuer und anderen Notständen, wegen denen die Einsatzkräfte der Feuerwehren alarmiert werden:
Dreimal in der Höhe gleichbleibender Ton (Dauerton) von je zwölf Sekunden Dauer, mit je zwölf Sekunden Pause zwischen den Tönen.

-Wenn die Bevölkerung veranlasst werden soll, aufgrund schwerwiegender Gefahren für die öffentliche Sicherheit auf Rundfunkdurchsagen zu achten: Heulton von einer Minute Dauer.

Zusätzlich werden Lautsprecherfahrzeuge entweder ergänzend zur Sirenenwarnung oder, in Gebieten in denen keine geeigneten Sirenen vorhanden sind, anstatt der Sirenenwarnung eingesetzt. Die Katastrophenschutzbehörden haben für bestimmte Ereignisse in ihren Alarm- und Einsatzplänen die Fahrtrouten für die Lautsprecherfahrzeuge vorgeplant.

Vorbereitung für den Ernstfall

In regelmäßigen Abständen wird der Alarm geprobt. Dieser bundesweit einheitliche Probealarm findet jährlich jeweils am zweiten Donnerstag im September statt und wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe durchgeführt.

Um 11 Uhr des Probetags wird eine Probewarnung an alle Warnmultiplikatoren (Rundfunksender, App-Server) geschickt, die am Warnsystem des Bundes angeschlossen sind. Diese versenden die Probewarnung an Endgeräte wie Radios und Warn-Apps, etwa NINA, auf denen man die Warnung lesen, hören oder wahrnehmen kann.

Parallel werden in den Landkreisen und Kommunen beispielsweise die Sirenen ausgelöst und Lautsprecherwagen losgeschickt.

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