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Soll Landesgartenschau wirklich nach Erlangen kommen?

Verwaltung unternimmt dafür die nächsten Planungsschritte - 25.03.2015 06:00 Uhr

Die Regnitzauen als Areal für eine mögliche Landesgartenschau sind nicht ganz unumstritten. © Bernd Böhner


Mit einem durchaus wortstarken Plädoyer machte sich OB Florian Janik im jüngsten Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss vehement für eine Landesgartenschau innerhalb der Stadtgrenzen stark. Für ihn ist die Sache weitaus bedeutender und zukunftsträchtiger als eben nur ein schön gestalteter Landschaftsbereich, in dem für ein halbes Jahr viele bunte Blumen blühen. Vielmehr sieht Janik in einer solchen Gartenschau die „große Chance, über den Tag hinaus Infrastrukturen zu schaffen, von denen auch spätere Generationen noch etwas haben“, beispielsweise Naherholungsbereiche, die dann jeder in seiner Freizeit nutzen kann.

Das Ganze wäre für ihn nicht zuletzt auch eine „attraktive Stärkung der Altstadt, um sie weiterhin liebens- und lebenswert zu erhalten.“ Die sogenannte „Machbarkeitsstudie“, die bereits vor geraumer Zeit in der Runde diskutiert wurde, habe ihn jedenfalls von dem Vorhaben überzeugt. Auch wenn in der Diskussion mit den Grundstückseigentümern wohl noch „große Brocken“ auf den Weg dorthin liegen, sollte man „mit Elan nach vorne gehen“ und die Chance nutzen, um „neue Akzente zu setzen“, so warb Janik im Gremium um breite Zustimmung für jenes Unterfangen. Dabei wusste er Bau- und Planungsreferent Josef Weber eng an seiner Seite.

Dass die blühenden Landschaften ausgerechnet im Regnitztal inklusive Großparkplatz wachsen und gedeihen sollen, stieß nicht nur auf Beifall. Die Zustimmung überwiegt, allerdings garniert von unüberhörbarer Skepsis, Ja-Aber-Positionen und eindeutiger Ablehnung. Die war vor allem von Gunther Moll zu hören. Der FWG-Stadtrat begründete sein „klares Nein“ in einer ausführlichen Stellungnahme. Darin kritisierte er, dass Millionen von Euro für die Gartenschau ausgegeben werden, statt für eine „Barrierefreiheit in unserer Stadt für alle Bürgerinnen und Bürger, die behindert werden“, zu sorgen.

Moll monierte unter anderem, dass wegen dieses „Events“ viele neue Parkplätze geschaffen werden müssten. „Autos sind ganz wichtig. Deshalb würde mitten durch diese Landesgartenschau eine Autobahn laufen. Es wird eine Landesgartenschau sein, die man vom fahrenden Auto aus betrachten kann, bei der nicht der Wind oder Vogelgezwitscher, sondern Auto- und Lastwagenmotoren zu hören, und anstelle von Pflanzen Abgase zu riechen sein werden.“ Davon abgesehen müsste eine Brücke über die Autobahn gebaut werden, die als Neubau natürlich barrierefrei sein muss und ebenfalls reichlich Geld kosten würde.

Hochwasser als Problem

Dagegen findet Frank Höppel eine Landesgartenschau grundsätzlich gut, lehnte sich in seinen Gegen-Argumenten aber an Gunther Moll an. „Bauchschmerzen“ bereitet dem ÖDP-Mann die anvisierte Fläche. Denn der Regnitzgrund sei nun mal von Hochwasser bedroht, was nicht ganz „unproblematisch“ ist. Zudem geselle sich das Parkplatzproblem. Denn die Besucher, so befürchtet Höppel, werden sicherlich überwiegend mit dem Auto nach Erlangen kommen. Dazu kommt die „Lärmproblematik“. Denn das bislang favorisierte Gelände von Großparkplatz und Regnitzgrund liegt in Hörweite der A 73 und wird von der Autobahn gleichsam zerschnitten. Auch deswegen hält Höppel eine Landesgartenschau an dieser Stelle für schlichtweg falsch.

Die SPD wollte sich noch nicht endgültig auf eine Fläche festlegen, hält aber den Bereich Wöhrmühle samt Großparkplatz für durchaus geeignet, so Felicitas Traub-Eichhorn. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass auch bei der Landesgartenschau in Landshut die Autobahn schnurstracks durchs Gelände führte. So sei es wohl möglich, die Autobahn als ein fremdes Objekt einzubinden.

Ähnlich wie OB Florian Janik sieht auch Birgit Marenbach von der Grünen Liste „Chancen und Potenziale“ in einer solchen angestrebten Gartenschau in der Hugenottenstadt. 

Rainer Wich

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