Sonderprogramm soll in Erlangen den Konsum ankurbeln

16.7.2020, 06:00 Uhr
Mit einem Fünf-Punkte-Sonderprogramm soll in Erlangen Einzelhändlern, Gastronomen, Kultureinrichtungen sowie der Taxibranche unter die Arme gegriffen werden.

Mit einem Fünf-Punkte-Sonderprogramm soll in Erlangen Einzelhändlern, Gastronomen, Kultureinrichtungen sowie der Taxibranche unter die Arme gegriffen werden. © Ralf Rödel

Die gute Nachricht zuerst: Das Konsumverhalten hat sich im Juni trotz der Corona-Beschränkungen normalisiert. Das geht aus dem Corona-Konsumbarometer hervor, einer regelmäßigen Verbraucherbefragung des Marketinglehrstuhls von Professor Andreas Fürst von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und dem Deutschen Marketing Excellence Netzwerk.

Es gibt aber auch nicht so gute Nachrichten. So werden Geschäfte und Einrichtungen zur Versorgung wie Lebensmittelläden, Wochenmärkte, Apotheken und Drogerien, aber auch Dienstleister wie Post und Bank sowie Ärzte und Krankenhäuser weiterhin seltener als vor Corona besucht.

Vor allem der stationäre Handel braucht also nach wie vor Hilfe. In Erlangen will man dem nach wie vor darbenden Einzelhandel, der Gastronomie und Hotellerie, Kultureinrichtungen aber auch der Taxibranche mit einem Sonderprogramm unter die Arme greifen.

Die Stadt Erlangen stellt dazu dem City-Management Erlangen im Rahmen des Fünf-Punkte-Sonderprogramms "erlangenERleben" einen außerplanmäßigen Sonderzuschuss in Höhe von 345 000 Euro zur Verfügung. Damit sollen Projekte zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität umgesetzt und die Konsumbereitschaft der Kunden gefördert werden, heißt es.

Entwickelt wurde das Sonderprogramm vom City-Management Erlangen, das seit 1. April als Verein organisiert ist. Ihm gehören neben dem Wirtschaftsreferenten Konrad Beugel, der auch den Vorsitz hat, und seinem Stellvertreter, City-Manager Christian Frank, Händler aus der Innen- beziehungsweise Altstadt, sowie Vertreter von Sparkasse, VR-Bank, der Universität, Siemens und den Erlanger Stadtwerken an. "Wir wollen uns sehr breit aufstellen", skizziert Christian Frank die Idee des Vereins. Das Ziel ist dabei klar: Wir wollen helfen, helfen, helfen."

Zum Maßnahmenpaket, das die Mitglieder des Vereins in enger Abstimmung geschnürt haben, zählt die Online-Plattform "Erlanger Schaufenster" (www.erlangen.info/schaufenster). Dort können sich Einzelhändler und Gastronomen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren sowie ihre eigenen Onlineangebote vermarkten. Außerdem will man die Einzelhändler beim Aufbau neuer Vertriebswege unter die Arme greifen.

Schon während des Lockdowns hatte das City-Management Erlangen einen für die Einzelhändler kostenlosen Lieferservice aufgebaut. Im Rahmen der zehnwöchigen Testphase konnte dabei vor allem der stationäre inhabergeführte Einzelhandel davon profitieren.

Auf Wunsch der Einzelhändler soll dieses Angebot nun weiter ausgebaut werden, unter anderem durch den Kauf eines E-Mobils, mit dem Waren im gesamten Stadtgebiet einschließlich der Ortsteile den Kunden ins Haus geliefert werden können. "Wir wollen damit vor allem den kleineren Händlern helfen", erläutert Citymanager Frank.

Darüber hinaus will das City-Management Erlangen einen Projektfonds aufsetzen. Mit Mitteln aus diesem Topf können "pfiffige Ideen", also Aktionen und Projekte begleitet und umgesetzt werden, die von den lokalen Gewerbetreibenden initiiert werden.

In der Weihnachtszeit, der wichtigsten Phase für den Einzelhandel im Jahr, will darüber hinaus das City-Management mit verschiedenen Maßnahmen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt beitragen, um damit eine "positive Einkaufsatmosphäre" zu schaffen. Hierzu zählt auch die Weihnachtsbeleuchtung, die erstmals auch auf den Bohlenplatz ausgedehnt wird. Die Kosten der Weihnachtsbeleuchtung übernimmt dabei in diesem Jahr komplett die Stadt. Aufgebaut wird zum Jahresende auch wieder die Eislaufbahn auf dem Marktplatz.

"Höhepunkt" des Maßnahmenpakets dürfte aber ein weiterer Einkaufsgutschein sein (Arbeitstitel: "Corona-Sale-Gutschein"). Dieser Sondergutschein wird finanziell mit 50 Prozent bezuschusst. Es soll Gutscheine im Wert von 10 und 20 Euro geben, die jeweils für die Hälfte des Nennwerts erworben werden können. Das heißt, für einen 10-Euro-Gutschein müssen nur 5 Euro auf den Tisch geblättert werden; für den 20-Euro-Gutschein 10 Euro.

Die Anzahl der bezuschussten Gutscheine ist auf 10 000 Stück limitiert. In welcher Stückelung diese Gutscheine, die nur über einen begrenzten Zeitraum vertrieben werden, zu haben sind, konnte Christian Frank noch nicht sagen.

Im Rahmen dieser Gutscheinaktion könnten so dem Einzelhandel, der Gastronomie, den Kultureinrichtungen sowie der Taxibranche in Erlangen Konsumausgaben in Höhe von mehr als 200 000 Euro zugute kommen, schätzt Frank. Die Gutscheine, soll es in den 13 Geschäften geben, in denen es schon jetzt den City-Gutschein zu kaufen gibt, darunter auch die Geschäftsstelle der Erlanger Nachrichten.

Alle geplanten Maßnahmen werden flankierend dazu durch das City-Management sowohl regional als auch überregional beworben. Zudem plant das City-Management Verschönerungsmaßnahmen in der Innenstadt. Das letzte Wort zum Sonderprogramm "erlangenERleben" hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 23. Juli.

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