Sorge um Schulkinder

Spardorf: Wird Schulneubau zum Politikum?

Hans von Draminski
Hans von Draminski

Redaktion Erlanger Nachrichten

E-Mail zur Autorenseite

2.9.2021, 14:10 Uhr
So oder so ähnlich könnte der Neubau der Grundschule in Spardorf aussehen, dessen Umsetzung Rektorin Monika Lehmköster derzeit gefährdet sieht.

So oder so ähnlich könnte der Neubau der Grundschule in Spardorf aussehen, dessen Umsetzung Rektorin Monika Lehmköster derzeit gefährdet sieht.

Nachdem wie berichtet kürzlich ein Bürgerbegehren einer Gruppierung namens "Waldfreunde" vom Gemeinderat abgelehnt, aber de facto nur vertagt, bis die Petenten formaljuristische Fehler ausgeräumt haben, macht Monika Lehmköster sich Sorgen. Sie sieht den an sich von den Räten längst abgesegneten Neubau der Grundschule in Gefahr.

Wird Waldzerstörung instrumentalisiert?

Dass der Drehung des von der Schule mitgenutzten B-Platzes des örtlichen Sportvereins ein Stück Wald zum Opfer fallen soll, werde instrumentalisiert: "Es soll Bürger geben, die per Mail empfehlen, den Schulneubau ganz abzulehnen", erzählt Lehmköster, die von Empfängern jener Mails darauf hingewiesen wurde, dass die Neubaupläne, die bereits das Plazet der politischen Ebene haben, wieder infrage gestellt werden.

Moderne Grundschule benötigt

"Niemand befürwortet leichtfertig die Vernichtung von intaktem Wald", betont die Rektorin. Andererseits habe man sich längst darauf geeinigt, dass Spardorf eine modern konzeptionierte Grundschule benötigt. Und dass das Konzept der Offenen Ganztagsschule zeitnah umgesetzt werden muss. Dazu bedarf es, zumal in der Pandemie mit ihren nicht immer leicht umsetzbaren Abstandsgeboten, für die Schule verfügbarer Freiflächen und eines Sportplatzes, der diesen Namen auch verdient.

Hoffen auf anderes Grundstück

Monika Lehmköster hofft immer noch, dass sich für den Spardorfer VdS ein alternatives Grundstück für einen neuen B-Platz findet. Dann könnte der bisherige Platz komplett durch die Grundschule genutzt werden. In diesem Zusammenhang erinnert Monika Lehmköster daran, dass die frühere Kooperation mit dem Gymnasium inzwischen nicht mehr besteht. Als Schulleiterin habe sie die Pflicht, für Schüler, Lehrerkollegium und Elternschaft "bestmögliche Rahmenbedingungen" zu schaffen.

Ein Umbau mit Anbau an das bestehende Schulgebäude würde mehr als ein Neubau kosten.

Ein Umbau mit Anbau an das bestehende Schulgebäude würde mehr als ein Neubau kosten. © Harald Hofmann

Sportverein ist "sehr wichtig"

Dies dürfe aber, das stellt Monika Lehmköster klar, nicht auf Kosten des VdS gehen: Der Sportverein sei für die Gemeinde "sehr wichtig". Würde eine zentrale Trainings- und Spielmöglichkeit wie der B-Platz wegfallen, könnte der Verein "untergehen", fürchtet Lehmköster. Andererseits musste die Rektorin miterleben, wie die Sport- und Freizeitmöglichkeiten für ihre Schülerinnen und Schüler immer weniger wurden. Seit 2014/15 etwa habe die Grundschule keinen Zugriff mehr auf eine Sprungbahn, aus einem Hartplatz wurde im Zuge diverser Umstrukturierungen ein Kunstrasenplatz. Die Folge: Es wird immer schwieriger, in der Grundschule Leichtathletik anzubieten, Veranstaltungen wie die Bundesjugendspiele, das Erringen von Sportabzeichen oder das schuleigene Sportfest stehen auf der Kippe, weil nicht ausreichend trainiert werden kann.

"Korsett für die Methodik"

Allgemein stelle die unbefriedigende Raum- und Platzsituation "ein Korsett für die Methodik" dar, führt Monika Lehmköster aus. Zudem fürchtet die Schulchefin, dass bei einer neuen Diskussion über den Schulneubau das derzeitige Schulprovisorium in Container-Klassenzimmern zur Dauereinrichtung wird: "Andernorts standen solche Container zehn Jahre - das kann doch niemand wollen", sagt Lehmköster mit leiser Verzweiflung in der Stimme. Und weil das Thema "Offene Ganztagsschule" seiner zeitnahen Umsetzung harrt, sei die Gruppenbildung inzwischen "ganz schwierig", erklärt Monika Lehmköster.

"Klarer Gemeinderatsbeschluss"

In der Theorie sollen jene Schulkinder, die in einem Klassenverband zusammen sind, auch die Betreuungsstunden am Nachmittag miteinander verbringen; dies komme dem Lernerfolg und dem Gemeinschaftsgefühl zugute. Auch dafür brauche es aber nutzbare Freiflächen, über welche die Schule aktuell nicht verfügt. "Auch zur kooperativen Schulkind-Betreuung gibt es einen klaren Gemeinderatsbeschluss", erinnert Monika Lehmköster.

Keine Kommentare