Sperrungen! Bahn verstärkt in Erlangen Bauarbeiten

19.5.2016, 15:00 Uhr
Bis Mitte August ist wieder zweispuriger Verkehr auf der Martinsbühler Straße möglich.

Bis Mitte August ist wieder zweispuriger Verkehr auf der Martinsbühler Straße möglich. © Harald Sippel

Bis zum 16. August wird der Verkehr auf der Martinsbühler Straße in beide Fahrtrichtungen stattfinden können, danach wird wieder halbseitig gesperrt, später wird es zu zeitlich begrenzten Vollsperrungen kommen. Genaue Daten werden aber erst Ende Mai feststehen, wenn die Bahn ihre Detailplanung ausgearbeitet hat, sagt Projektingenieur „Erlangen-Nord“, Albert Regel. Während der Zeiten der Vollsperre wird es die bekannten Umleitungen über die Bayreuther, die Thalermühl und Münchener Straße sowie die Autobahn (bis „Mitte“) geben.

Anlass für die Sperren und Verkehrsbeschränkungen ist der Fortgang der Bauarbeiten an der späteren Doppel-Brücke für die viergleisige Bahnstrecke Richtung Baiersdorf. Nachdem die Brücke auf der Ostseite in diesen Tagen fertig gestellt wird und neue Gleise verlegt werden, wird der Zugverkehr im August komplett auf die Neubaustrecke-Ost verlegt und – wie berichtet – ab 15. August komplett durch den neuen Burgbergtunnel geführt. Der alte Tunnel wird dann gesperrt und komplett überholt, die Gleise für die schnellen Züge der Fernbahn erneuert.

Um diese Umstellung zu ermöglichen, muss in den Tagen zuvor der Bahnverkehr nach Forchheim komplett gesperrt werden, Forchheim und Erlangen werden dann Wendebahnhöfe, zwischen Erlangen und Forchheim werden Busse als Schienenersatz verkehren.

Danach wird mit Großgeräten die alte Eisenbahnbrücke komplett abgerissen und durch ein Bauwerk mit größerer lichter Weite ersetzt. Dazu müssen Gründungen bis in zwölf Meter Tiefe gebohrt werden, um die Brücke auf massivem Gestein aufzustellen. Für diese Arbeiten werden so große Bohrmaschinen nötig sein, dass die Straße immer wieder komplett gesperrt werden muss. Zusätzlich erschwert werden die Arbeiten dadurch, dass die neue, wegen der neuen Durchfahrtshöhe tiefer gelegte Straße, in einer dichten Wanne geführt werden muss um das Grundwasser abzuwehren. Angst vor einer vollgelaufenen Fahrbahn bei Starkregen müssen die Autofahrer nach Überzeugung von Tiefbauamtschef Rudolf Sperber aber nicht haben – „die Pumpen reichen aus“, ist er überzeugt.

Bis zum Mai 2018 soll dann die neue Brücke fertig sein, dann können auf ihr die zwei weiteren Gleise verlegt werden, die dann den alten Burgbergtunnel durchqueren werden. Bereits zum Fahrplanwechsel im Herbst 2017 sollen die neuen Fernzüge nach Berlin (in rund drei Stunden) unterwegs sein, viergleisg – und damit tauglich für einen 20-Minuten-S-Bahn-Takt) bis Forchheim aber erst Ende 2018.

Der viergleisige Ausbau bis Bamberg muss noch warten – hier sind noch nicht einmal alle Grunderwerbsverhandlungen abgeschlossen. Auch der Streit um den sogenannten Fürther Boden mit einem von der Bahn geplanten Verschwenk der S-Bahn über Fürth-Steinach verzögert einen neuen Fahrplan.

Eine deutliche Verbesserung werden die neuen Brücken für alle Verkehrsteilnehmer bringen. So gibt es künftig auf einer Breite von über 15 Metern statt wie bisher etwas über acht Meter lichte Breite auf jeder Seite einen Fußgänger-/Radfahrerstreifen von 2,50 m Breite und auch die Fahrbahnen selbst werden etwas großzügiger bemessen sein.

Und Entlastung bis zur endgültigen Freigabe verspricht die Wiedereröffnung der Münchener Straße in den nächsten Wochen. Hier sind Brücke und Unterführung erneuert worden, eine Durchfahrt für Busse wird es gleichwohl nicht geben, wie Heinz Neumann vom städtischen Verkehrsamt sagt.

Für den städtischen Wirtschaftsreferenten Konrad Beugel sind die neuesten Bautermine der Bahn zwar kein Grund zur Freude („Die Altstadt leidet“), immerhin könne man bei konkreten Zeitangaben den Geschäftsleuten bei ihrer Urlaubsplanung helfen: „Wenn ich als Händler weiß, dass kaum jemand kommen wird, schicke ich meine Angestellten in Urlaub.“

 

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