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St. Jakobus in Marloffstein hat ein marodes Dach

Renovierung soll noch heuer beginnen 250 000 Euro Kosten — Innensanierung folgt - 24.01.2019 11:00 Uhr

Das kleine Kirchlein St. Jakobus in der Dorfmitte von Marloffstein soll saniert werden. Weil das Dach marode ist, soll zunächst das hergerichtet werden. © F.: Klaus-Dieter Schreiter


Eigentlich wollte man nur den Innenraum der Dorfkirche St. Jakobus in Marloffstein sanieren. Immerhin ist sie nun 205 Jahre alt, da ist das schon einmal nötig. Der prunkvolle Hauptaltar, in dessen Mitte der Kirchenpatron St. Jakobus der Ältere mit Wanderstab und Wanderhut steht, der zweite Jakobus neben dem linken Seitenaltar, und die spätgotische Madonna mit Jesuskind – das ist die älteste Figur im Kirchraum, deren Entstehung auf das Jahr 1510 geschätzt wird – sie alle sollten ein noch schöneres Ambiente bekommen. Rund 100 000 Euro hatte man für die Innensanierung der zur Pfarrei Langensendelbach gehörenden Filialkirche veranschlagt.

Doch als sich ein Spezialist dort umschaute, habe der festgestellt, "dass etwas mit dem Dachgebälk nicht stimmt", erzählt der Kirchenpfleger Peter Gläßel. Balken hätten sich gesenkt, einige seien von Schädlingen angefressen, und auch Nässe habe dem alten Holz zugesetzt. Zwar sei die Nutzung der Kirche derzeit noch nicht gefährdet, aber es müsse dringend etwas getan werden. Darum will die Kirchengemeinde nun die Dachsanierung vorziehen. Deren Kosten werden auf rund 250 000 Euro geschätzt.

"Wie das finanziert werden soll, ist noch nicht klar", sagt Gläßel. Man erhoffe sich natürlich Zuschüsse aus Bamberg, von der Gemeinde, und auch vom Denkmalschutzamt. Denn das Kirchlein ist in der Denkmalschutzliste für Marloffstein eingetragen als Sandsteinbau mit Chorturm aus dem Jahre 1813. Eigentlich ist dieses Kirchlein aber viel älter. Denn es gehörte offenbar zur Burg, die bereits im 11. Jahrhundert gebaut wurde. Im Zuge der Säkularisation ging die Burg in private Hände über, und die Jakobskapelle stand wohl wirtschaftlichen Interessen entgegen, sie wurde abgerissen. Im Jahre 1812 wurde begonnen, sie dort neu zu bauen, wo sie jetzt steht. Dafür benutzte man die Sandsteine aus dem Teilabriss des Schlosses. Auch die Inneneinrichtung, die etwa aus dem 17. Jahrhundert stammt und ursprünglich gotisch war, 1763 aber im Stil des Rokoko umgestaltet worden ist, wurde übernommen.

Mit der Dachsanierung will man noch in diesem Jahr beginnen. Auch die Außenwände sollen saniert werden. Bereits Ende Januar soll eine endgültige Entscheidung darüber getroffen werden, wie man vorgehen will. Der Gemeinderat Marloffstein hat bereits einstimmig sein Einverständnis zur Sanierung gegeben und diese Entscheidung an das Landratsamt weitergegeben, das dann die denkmalschutzrechtliche Genehmigung erteilen soll. Erst wenn das Dach saniert ist, will man sich dem Innenraum widmen. "Denn Sicherheit geht vor Schönheit", sagt Peter Gläßel.

kds

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