13°

Montag, 20.05.2019

|

zum Thema

Strohbären in Baiersdorf das "Fell" über die Ohren gezogen

Traditionelles Winteraustreiben mit den Effeltricher Fasalecken — Tanz ums Feuer in Baiersdorf - 03.03.2019 20:00 Uhr

Die Fasalecken mit ihren bunt geschmückten Hüten und Schärpen treiben die Strohbären mit Peitschenknallen vor sich her durch Baiersdorf. Am Linsengraben angekommen, werden die Burschen vom Stroh befreit, das wird verbrannt und die einstigen Strohbären springen, froh über das Ende des Winters, übers Feuer. © Fotos: Harald Hofmann


Seit mehr als 130 Jahren wenn der Fasching seinem großen Finale entgegenstrebt, pflegen die Trachtler diesen archaischen Brauch, und wie sich gezeigt hat, immer wieder mit Erfolg.

Schon am Sonntagmorgen wurden in Effeltrich junge Männer des Burschenschaftsvereins "Zufriedenheit" in Stroh gewickelt und gebunden, bis sie sich in furchterregende Strohbären verwandelt hatten. Alsbald wurden die tapsigen Ungetüme, die den Winter symbolisieren, von den Fasalecken abgeholt. Die schmucken Burschen in weißen Hosen, bunt bestickten Gürteln und Hosenträgern, reich mit Bändern verziert und mit kunstvoll aus Buchsbaumzweigen geflochtenen Kronen versehen, verkörpern den Frühling.

Mit ihren langen Peitschen trieben sie die widerspenstigen Winterbären hinunter zur Effeltricher Wehrkirche, und zusammen mit ihren "Madla" umtanzten die Fasalecken zu den fröhlichen Klängen der Trachtenkapelle die zusammengepferchten Strohgesellen.

Die Fasalecken mit ihren bunt geschmückten Hüten und Schärpen treiben die Strohbären mit Peitschenknallen vor sich her durch Baiersdorf. Am Linsengraben angekommen, werden die Burschen vom Stroh befreit, das wird verbrannt und die einstigen Strohbären springen, froh über das Ende des Winters, übers Feuer. © Fotos: Harald Hofmann


Danach ging es, dem alten Brauch folgend, hinüber nach Baiersdorf, um dort dem Winter endgültig den Garaus zu machen. Unter lautem Peitschengeknalle wurden die sich heftig wehrenden Bären, nur mühsam von Bärentreibern gebändigt, durch die menschengesäumten Straßen getrieben, hinunter zum Linsengraben an der Regnitz. Zum großen Finale wurde den Bären dort das Strohfell über die Ohren gezogen und entflammt. Im Triumph tanzten Fasalecken und ihre Trachtenmädchen um das lodernde Feuer, während die schwitzenden Ex-Bären erst einmal ihren Durst mit Bier löschten, um dann zum großen Gaudium der zahllosen Zuschauer johlend und "Allamoschee" rufend über die Flammen zu springen.

Bilderstrecke zum Thema

Menschliche Stroh-Bären: Fasalecken treiben in Baiersdorf den Winter aus

Es ist ein typischer Brauch in der Region. Am Faschingssonntag kommen die Effeltricher Fasalecken nach Baiersdorf und treiben Menschen, als Stroh-Bären verkleidet, durch die Stadt. Das Ziel: Es soll der Winter ausgetrieben werden.


Wieder einmal scheint der Winter besiegt, da war sich auch Baiersdorfs Bürgermeister Andreas Galster sicher: "Es wird ein super Frühjahr geben, aber mit kleiner Verzögerung, erst wird es nochmal zwei Wochen kalt". 

HARALD HOFMANN

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Baiersdorf, Effeltrich, Effeltrich