Premiere im Markgrafentheater

Stück über Klimastreit in Erlangen

14.1.2022, 18:00 Uhr
Kampf der Meinungen und der Argumente: Im schrägen Setting präsentiert sich das Stück „Volksfeind for Future“.
 

Kampf der Meinungen und der Argumente: Im schrägen Setting präsentiert sich das Stück „Volksfeind for Future“.   © Jochen Quast, NN

Willkommen bei der Vorstellung des Programms „Stadt der Zukunft“! Gelder in dreistelliger Millionen-Höhe hat man im Säckel, auf dass endlich mal so richtig fürs Klima geklotzt werden kann. Und alle sind eingeladen, selbst die Zuschauer im Theater.

Aber wie’s halt nun mal immer so ist, nicht alle haben die gleiche Meinung zum Thema, jeder verfolgt andere Ziele, „und dass Fakten uns nicht überzeugen, haben wir ja gelernt“, wie Dramaturg Udo Eidinger sagt.

Start ins Jahr

Mit Lothar Kittsteins Stück zur Zeit, „Volksfeind for Future“, startet an diesem Wochenende das Theater Erlangen ins Jahr 2022. Es wird eine Personage aufgefahren, die jeder besseren Satire zur Ehre gereichen würde: Fridays-for-Future-Kids und ihre grüne Oberbürgermeister-Mutter, ihr roter Ehemann, ein Betriebsrat, der sein Fähnchen nach dem Wind hängt, eine nassforsche Chefredakteurin und ein umweltbewegter Chor.

Mit Aktivisten geredet

„Es wird eine interessante Reise in den Klimaaktivismus Frankens“, wie Regisseur Jan Langenheim sagt, der Erlangen eingestandenermaßen nicht kannte und deshalb im Vorfeld ein halbes Jahr lang recherchiert, Kontakte geknüpft und mit Aktivisten geredet hatte. Von denen stehen einige als Chor-Sänger auf der Bühne, Möbel des aufgelassenen Klimacamps auf dem Rathausplatz hat man sich zudem fürs Bühnenbild geholt, „es war eine ganz tolle Zusammenarbeit“, lobt Langenheim.

Das Thema

Das Thema "Klima" sorgt für mancherlei Aufregung. © Jochen Quast, NN

Wehe, wenn sie losgelassen: Es kracht natürlich ordentlich, wenn all diese Kombattanten in diesem schrägen Setting und ebensolchen Kostümen aufeinander losgelassen, wenn die Argumente hin und her geballert werden, und die Divergenz von Meinungen und Zielen das ganze Schlamassel dieses festgefahrenen Diskurses wortreich abdeckt.

Aber gottlob wird die Sache nicht im Polit-Talk-Runden-Stuhlkreis abgehandelt, sondern auf einer Theaterbühne, und Regisseur Jan Langenheim verhehlt nicht, dass die Angelegenheit zu einer „immer grelleren Farce“ mutiert.

Viel Musik

Und dies mit viel Musik, weshalb Musiker und Komponist Thies Mynther von einer „Agitproperette“ spricht: Schauspielerische Haltungen sollen in Musik transportiert werden, mehrere Songs werden per Live-Gesang intoniert, „gemeinsam mit den Schauspielern ist ein regelrechtes Musik-Theater entwickelt worden“, erklärt Jan Langenheim.

Und was hat das alles mit dem Autor des originalen „Volksfeinds“, Henrik Ibsen, zu tun? „Wir wollen eine gewisse Radikalisierung der Positionen abbilden, und dabei ist Ibsen hilfreich“, sagt Jan Langenheim.

„Volksfeind for Future“ hat am Samstag, 15. Januar, ab 19.30 Uhr Premiere im Markgrafentheater. Karten an der Theaterkasse, Theaterstraße 1, oder unter Tel. (09131) 862511.

www.theater-erlangen.de

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